Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 17 (26.4.1882)
- Date
- 1882-04-26
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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403 auf, daß sie schaarenweise orviw oy d»jien doidh) (orvsöi crproja d.-pj2 mit ihren Frauen, Söhnen, Töchter und Säuglingen nach Frankfurt am Main, Mainz, Würzburg, Mannheim, Carlsruhe, München, Stuttgart und Cöln wandern sollen; dort würden sie schon von ihren Glaubensgenossen versorgt werden; sie sollten aber eilig kommen, ehe das viele Geld, welches für sie gesammelt, anderweitig verausgabt sei. In Frankfurt am Main seien allein 300,000 Mark gesammelt, ähnlich in andern Städten. Herr Bril meint, daß ihm von Seiten der Deutschen für diesen guten Rath ein gräulicher Fluch nbbp) (nsnoj zu Theil werden würde, daß er sich aber den Dank und den Segen der unglücklichen Russen erwerbe. Wir sind in Bezug auf die zuletztangeführten Worte gerade entgegengesetzter Meinung; 'wir in Deutschland sind mit Flüchen nicht so bei der Hand; wir glauben nicht, daß ein einziger deutscher Jude Herrn Bril seinen Flnch ertheilen wird. Dagegen ergreift uns das tiefste Mitleid, wenn wir an das schreckliche Unheil denken, welches der . .... unbedachte Vorschlag des Herrn Bril über die unglücklichen russischen Juden bringen kann. Die großen Summen, welche in den genannten Städten bereit liegen sollen und nur Derer harren, welche die Hand darnach ausstrecken, existiren lediglich in in der Phantasie des Herrn Bril. In Frankfurt am Main wurden 232,000 Mark gesammelt; von diesen wnrden bereits im vorigen Sommer 70,000 Mark an das Hilfscomitß in Petersburg gesandt; neuerdings wurden dem Comittz in London 50001. 8t. (100,000 Mark) zur Verfügung gestellt; 20,000 Mark sind für die Zwecke des Berliner ComMs bestimmt, so daß dem Frankfurter Comitä unr noch der geringste Theil der von ihm gesammelten Gelder übrig bleibt. Ebenso ist in den andern von Herrn Bril bezeichneten Städten über die Sammelgelder bereits verfügt worden. (In München und Stuttgart ist bisher, soweit unsere Nachrichten reichen, kaum etwas Nennenswertlies geschehen). Wenn nun die Unglücklichen der Aufforderung des Herrn Bril folgten und in großen Schaaren den genannten Städten zuströmten — was sollte da aus ihnen werden? Es wäre das ein größeres Unglück für sie als dasjenige, welches sie in der Heimath betroffen. Die Behörden würden sie erbarmungslos ausweisen und die Bedauernswerthen würden in Noth und Elend verkommen, ohne daß es im Reiche der Möglichkeit läge, daß ihnen geholfen werden könnte. Wir müssen daher laut unsere Stimme erheben und auf das Ernsteste warnen, auf daß die unbedachten und unbegründeten Vorschläge des Herrn Bril als das erkannt werden, was sie sind. Die in Rußland verbreiteten hebräischen Zeitschriften, namentlich „Hamagid" und „Hameliz," bitten wir inständigst, dieser unserer Warnung die größte Verbreitung zu geben. Fürth in Bayern, 24. April. Die Sammlungen für unsre unglücklichen Glaubensgenossen in Rußland haben bier und in dem benachbarten Nürnberg ein sehr erfreuliches Resultat gehabt; es sind bis jetzt 60,000 Mark eingegangen. Möge dieses gute Beispiel überall Nachahmung erfahren! Eppingen (Baden), 22. März. Wenn es Pflicht ist, dem pnst einen, seines thatenreichen Lebens würdigen Nachruf zu widmen, so veranlaßt den Einsender Dieses das am Freitag tin i"v eingetretene Ableben eines echten Jehudi, eines wackeren Biedermannes, des Kaufmann Mayer Strauß n"y, in letzter Zeit in Mannheim wohnhaft, durch eine kurze Lebenszeichnung desselben, dieser aus der Tiefe des Herzens kommende Pflicht Ausdruck zu verleihen. '2 -r«D ’j-i -ünn in Gissigheim, in Baden, geboren, wurde, da er ein geistig begabter Knabe war, von seinen frommen Eltern nach Merchingen zum dortigen Rabbiner zum „Lernen" geschickt. Nachdem er einige Jahre hier verbracht, ging er mit dem -on ausgerüstet in die damals bestandene kleine m'i?' in Mannheim, wo er mit dem besten Erfolge den talmudischen Studien mehrere Jahre mit regem Eifer oblag. Obschon Kaufmann, widmete er während der ganzen Zeit seines Lebens die freie Zeit, zu welcher namentlich die Abendstunden und o"', ro» gehörten, zum Thora-Lernen, hielt während eines Menschenalters religiöse Sabbat-Vorträge und gründete mit dem Einsender dieses in Gissigheim einen cn« "ri- Verein, bei dem sich fast alle ova »bya activ betheiligten. Ueberhaupt, er übte Gutes, wo er nur konnte. prwnvO toi inatn py ban. Elias Eichstetter, Lehrer. Berlin, 19. April. Eine heutige, durch Privat-Einladungen berufene, von etwa 250 angesehenen Personen besuchte Versammlung zur Unterstützung der Auswanderung russischer Juden nahm den Antrag an, ihre warme Sympathie mit den auf den Beistand der jüdischen Flüchtlinge aus Rußland gerichteten Bestrebungen auszusprechen und das Comitä zu ersuchen, seine Thätigkeit fortzusetzen. Besonders sollen erneute Sammlungen veranstaltet werden und wurden sofort ca. 70,000 Mk. gezeichnet. Neumark (Westpreußen), im Adar. Wie alljährlich so auch den 7. Adar d. I. traten die Mitglieder der hiesigen twnp man unter Vorsitz des Unterzeichneten nach vorangegangenem rvjyn und