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Der Israelit · 1882-04-19 · Heft 16 (19.4.1882) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 16 (19.4.1882)
Date
1882-04-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
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378 nn’ und Arzt rühmlichst bekannten vr. B. Levy, war ein Mann, dessen hohe Tugenden und wahrhaft echte Frömmigkeit eine gewandtere Feder als die meinige beschreiben müßte. Seit circa 50 Jahren Buchhalter und Verwalter bei der Firma H. B Oppenheimer, widmete er seine übrige Zeit nur der min, den nw2 und 2'2-u D'ryo und dabei bethätigte er das nab jus-j auf eine Weise, wie es nur einem solch' edlen Charakter möglich war. Seine Wohlthätigkeit war unbegrenzt und die Art und W<üse seines Gebens so recht unsrer heiligen mn gemäß; kein Bedürftiger ging betrübt von ihm. Im war er stets von den Ersten und daran konnte ihn selbst ein seit vielen Jahren gehabtes schweres Fußleiden, das ihm das Gehen außerordentlich erschwerte, nicht abhalten. Die Thüre des min “nau,n das er gewöhnlich besuchte, war zu nnci mn» stets von Bedürftigen besetzt, die seiner harrten. Auf das Eifrigste war er stets bestrebt, alle pnp-o auszuüben. Selbst in den letzten Jahren, in denen schwere Krankheit ihn an's Haus und im letzten Jahre auch an's Bett fesselte, beschäftigte er sich ununterbrochen mit min und rvs2 und Schreiber dieser Zeilen, der ihn während seiner Krankheit öfters besuchte, fand ihn stets, selbst bei den größten Schmerzen, mit dem in der Hand. Mit Liebe und Gottergebung ertrug er seine großen Schmerzen und betrauerte und beweinte nur, daß er nicht mehr seinem Schöpfer nach Wunsch dienen könne. Seine fromme Gattin war ihm eine unermüdliche und liebevolle Pflegerin bis an sein Ende. Am mm 's na» schied dieser von Alt und Jung hochgeachtete und geliebte, seltene Mann, eine wahre Zierde unsrer Gemeinde, im 78. Lebensjahre aus dieser Welt, allgemein betrauert, und die große Teilnahme an seinem am Sonntag stattgefundenen Leichenbegängnisse war ein beredtes Zeugniß von der hohen Achtung für den Unvergeßlichen, und Jeder, der ihn kannte, wird gewiß bei Erwähnung seines theuren Namens die Worte nrniH pny -o? hinzufügen. R. G. Altona. In Nr. 12 des „Israelit" berichten Sie aus Altona, daß der Verfertiger der Seder- Schüssel, welche Herrn Oberrabbiner Dr. Löb überreicht wurde, Herr Gold- und Silberarbeiter Sieman ist; dem ist nicht so. Dieselbe ist vielmehr von Herrn Gold- und Silberarbeiter I. B. Simon in Hamburg verfertigt. Greifswald. Herr B ehrend, Professor der Jurisprudenz (Glaubensgenosse), ist zum Rector der Universität erwählt worden. Das Ministerium hat bereits die Bestätigung ertheilt. Bulgarien. Atustschrrik, 3. April. Diejenige Partei, die in Rußland die Judenverfolgungen in Scene gesetzt hat, ist nun bemüht ihre Thätigkeit auch nach Bulgarien zu verpflanzen. Der Anfang ist schon gemacht. Dieser Tage gelangte in Sistow die Rohlinq'sche Broschüre „DerTalmu jude" in bulgarischer Sprache zur Ausgabe. Auf dem Titelblatte ist Braila als Drnckort angegeben; es sollen am ersten Tage schon tausend Exemplare verkauft worden sein. Diese Schrift des deutschen Professors ist ganz geeignet, Haß und Verachtung gegen eine Religions- Genossenschaft zu verbreiten. Obgleich die Rohling'- sche Broschüre vielfach widerlegt und deren Unrichtigkeiten gründlich nachgewiesen wurde (Fraenkel: Erwiderung auf Professor Rohling's Schrift „Der Talmudjude," Nobel I., Kritisches Richtschwert für Rohling's „Talmudjude" 1881 u. A. m.), stiftet sie doch viel Unheil, da deren Leser nicht zugleich die Gegenschriften, zumal diese nur in deutscher Sprache erschienen sind, lesen. Thatsächlich diente die Rohling'sche Broschüre den deutschen Antisemiten als Arsenal, aus welchem sie ihre Waffen gegen das Judenthum holten. Speculative Buchhändler thun dann das Ihrige, derartige Tractätlein zu verlegen und für deren weiteste Verbreitung Sorge zu tragen. Solche Schriften finden eher Käufer, als die besten Werke der elastischen Literatur. Die Bulgaren sind eine friedfertige Nation, und haben die hierländischen Juden sich keineswegs über Unterdrückung zn beklagen. Da aber schlechte Beispiele gute Sitten verderben, so ist immerhin zu besorgen, daß die Giftsaat in die Halme schießen und Unheil stiften könnte. Die Juden Bulgariens erwarten von der Regierung, welche ihnen Gleichberechtigung verheißen, daß sie die Versuche, den confessionellen Frieden im Lande zu stören, im Keime ersticken werde. F e u i l I e t v n. Mrthenope. XVI. Belisar belagerte Ravenna. Die Stadt war sehr stark befestigt und schien fast uneinnehmbar. Die Belagerten hatten große Vorräthe aufgehäuft, welche auf Jahre hinaus sie vor Mangel schützen konnten. König Wittigis ließ es nicht an Heldenmuth fehlen. Eines Tages machte er in aller Frühe einen heftigen Ausfall auf das Lager der Griechen, vertrieb die Vorposten, verbrannte die Belagerungswerkzeuge, drang in das^ Lager vor und verbreitete ringsum Schrecken. An diesem Tage entfaltete Be-

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