Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 16 (19.4.1882)
- Date
- 1882-04-19
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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377 über mit unseren Bedenken nicht zurückgehalten und ist uns das Folgende darauf erwiedert worden: Der Mißerfolg der früheren Colonisationsversuchen sei nur Folge der dabei begangenen Fehler, es würden sich in Palästina oder Smyrna Männer finden, die gewillt und im Stande wären, die Ausführung der Colonisation zu leiten, dieselbe würde in Rußland mehr Förderer finden als das amerikanische Projekt, es sei in Rußland verboten, Comitös zur Unterstützung der Auswanderung zu bilden, es könne daher in Rußland das erstere Projekt nicht selbstständig in die Hand genommen werden, es müsse das von einem deutschen Comittz geschehen, aus Männern bestehend, deren Namen in Rußland einen guten Klang haben, ihnen würden die Gelder aus Rußland in reichem Maße zufließen, deren geeignete und zweckgemäße Verwendung dann den Vertrauensmännern in Palästina allenfalls unter Controle des deutschen oder englischen Consuls überlassen werden könne; es empfehle sich dies um so mehr, als Amerika nicht alle Auswanderer aufnehmen, eine Ableitung daher nur förderlich sein könne. Wir haben darauf zu erwiedern, daß wir uns nicht entschließen können, einem Projekte Vorschub zu leisten, das niöglicherweise die armen Unglücklichen der Roth und dem Elende preisgibt; uns fehlt das Zutrauen, daß die Vertrauensmänner der schwierigen Aufgabe der Einrichtung einer Colonisation auch gewachsen sind. Zu uns sind aus Palästina nur Hilfesuchende, aus Amerika nur Reiche gekommen. Sollte die Colonisation in Amerika wider Erwarten nicht gelingen, so haben die Amerikaner die Mittel den Unglücklichen in anderer Weise zu helfen, den meistens armen Bewohnern von Palästina fehlen aber diese Mittel, wenn die Colonisation fehlschlägt und darum wollen wir mit dieser Sache nichts zu thun haben. Wir wollen indessen den Anhängern dieses Projektes einen Rath geben. Möge sich immerhin in Palästina ein Comit6 für die Colonisation bilden und einen Aufruf erlassen, es braucht darin nicht ausdrücklich gesagt zu werden, daß es sich um die russischen Flüchtlinge handelt; die Anhänger dieses Projektes in Rußland haben dann die Gelegenheit ihr Geld anzubringen, die Auswanderer, die Beruf und Neigung fühlen dorthin zu gehen, werden ihnen von keiner Seite abwendig gemacht werden. Es wird anch dem Comitä nicht schwer fallen, ein deutsches Bankinstitut zu gewinnen, das Einzahlungen für Rechnung dieses ComitLs in Empfang nimmt und an seinen Bestimmungsort befördert, ist doch damit keinerlei Garantie für die richtige Verwendung der Gelder verbunden; wir aber vermögen Gelder für diesen Zweck nicht in Empfang zu nehmen, da wir nicht einmal eine moralische Garantie übernehmen möchten. AeLtungSnachrichte» und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 18. April. Herr Moritz Hosner, ">sio, in Ragendorf b. Preßburg hat uns die von ihm verfertigten Jahrzeittabellen zur Beurtheilung vorgelegt. Dieselben zeichnen sich durch Schönheit, Eleganz und Nützlichkeit aus, und sind daher sehr zu empfehlen. Berlin, 15. April. Bezüglich der Rectoratswahl der Universität Greifswalde ist endlich unter dem 5. d. eine Entscheidung von dem Cultusminister getroffen und gestern der Universität übermittelt worden. Demnach ist der isr. Professor der Rechte, Behrend, als Rector der Universität bestätigt worden. Es hat also die Regierung ganz korrekt an der Hand der unzweideutigen Bestimmungen der preußischen und deutschen Reichsverfassung ihre Anordnungen getroffen. Das Rectoratsjahr für Greifswalde beginnt am 15. Mai. Aus Nassau. Der alte „Dickstein" in Heringen hat seinen letzten Geburtstag nicht lange überlebt; am 7. April ist er, 107 Jahre alt, sanft verschieden und wurde am 9. unter Begleitung der gelammten Einwohnerschaft und unter Glockengeläute zur ewigen Ruhe bestattet. Der Kriegerverein ehrte den Dahingeschiedenen mit 3 Salven. Rabbiner Hochstätter aus Ems hob in seiner Grabrede hervor, daß Dickstein in dem russischen Feldzug gegen Napoleon I. an der Beresina als Kosackenoffizier ruhmvoll gekämpft. Er besaß schon über 30 Jahre das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Heringen. Biebrich, 10. April. Unserem weithin bekannten Mit- und Ehrenbürger, dem Gelehrten Dr. S. Baer, hat der deutsche Kaiser wiederholt eine Ehrengabe von 1200 M. überweisen lassen. Hamburg, im Nissan, vbw hd* pns. „Der Gerechte ist eine ewige Veste." Die trpns in Israel sind das unzerstörbare Band, welches die über die ganze Welt zerstreuten Glaubensgenossen durch Jahrtausende zusammengehalten hat. Wenn daher Einer aus dieser Glaubenshelden-Verbindung stirbt, so sollen alle Angehörigen dieser Verbindung um ihn trauern, mnnn ■on vöy ux-r nn# man yao ~nx. Auch unsre Gemeinde hat wieder den Verlust eines wahrhaften pau zu beklagen. Wahrlich! es ist der Edelsten Einer, der von uns geschieden! Herr L. Levy, hier allgemein a»? genannt, der Vater des als