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Der Israelit · 1882-04-12 · Heft 15 (12.4.1882) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 15 (12.4.1882)
Date
1882-04-12
Page
– (sequence 12)
Language
German
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356 und ihm Namens der Studienanstalt einen Kranz auf das Grab zu legen, was auch in Begleitung einer kurzen Ansprache von einem der Mitschüler geschah. Die Heimath des Verstorbenen ist von hier 27 Stunden entfernt und die Schüler mußten unterwegs übernachten. Berlin. Fünfzig russische* Familien befinden sich augenblicklich wieder, durch die „A. Jsr. Un." befördert, aus dem Wege von Brody nach Amerika. Sir Lawrence Olifant begibt sich von hier über Wien, wo er vorher noch einmal mit Herrn Ellinger und Herrn Mocatta zusammentrifft, nach Brody, um dort im Auftrag des Mansion-Comittz's die Auswahl der zunächst zu befördernden russischen Juden zu treffen. Dieser edle Mann, der sich so ganz in den Dienst eines verfolgten Theiles der Juden stellt, ist Christ; ein Umstand, der vielleicht einem Theil Ihrer gesch. Leser nicht bekannt ist. — Das Central-Hilss-Comittz für die russischen Juden, von dessen im Entstehen begriffene Bildung ich Ihnen vorige Woche Mittheilung machte, soll sich über ganz Europa und zum Theil Amerika verbreiten, cs soll sich ferner aus Delegirten der in größeren Gemeinden stationirten Einzel-Comitö's zusammensetzen. England. London, 25. März. Die Delegaten der jüdischen Armenverwaltung der Hauptstadt, welche ausgewählt wurden, um mit den Delegaten des Mansion-House-UnterstützungscomiM in Bezug auf die in London ankommenden ruffisch-jüdischen Flüchtlinge zu cooperiren, haben gegenwärtig mit diesen Fällen alle Hände voll. Die Ankunft russischer Juden in den deutschen Schutzorten ist im beständigen Zunehmen und der nächste Bestimmungsort für dieselben London. Der Zustand vieler derselben in mangelhafter Bekleidung und ohne Geldmittel ist der Art, daß es unmöglich ist, dieselben sofort nach Amerika zu fördern und alle 14 Tage ist ein Bekleidungsvorrath für 300 der ärmeren derselben erforderlich. Dem Mansion-House-Comittz sind freiwillige Anerbietungen in dieser Beziehung zugegangen; dieselben sind aber nicht hinreichend genug, um die Nothdurft aller zu befriedigen. Viele der Flüchtlinge sind Handwerker, welche Unterstützung an Geld und Kleider bedürfen. Die Armenverwaltung sandte bereits eine große Anzahl und sendet noch immer mehr nach den Ver. Staaten, einige nach Kanada und andere nach dem Kap der guten Hoffnung durch die Vermittelung des Mansion-House-Comittz's. Alle diese Expatriirten segeln mit großem Enthusiasmus und Ausdrücken herzlicher Dankbarkeit für die ihnen, während sie in England, zu Theil gewordene menschenfreundliche Behandlung, nach ihren neuen Heimathsländern ab. Der Unterstütznngsfond für die russischen Juden beläuft sich nunmehr aus über Lstr. 64,000, von welcher Summe bereits Lstr. 26,780 für Auswanderungs- und andere Zwecke verausgabt worden sind. Feuilleton. Löb Wunitz. Kulturhistorisches Zeitbild aus dem e r st e n D r i t t e l des 18. Jahrhunderts. Von S. Kohn. (Verfasser von „Gabriel".) (Fortsetzung.) Opotschna erbleichte beilren Worten seines Sohnes und mit einem völlig mißlungenen Lächeln sprach er: „Du hast da in einem Athem viele Umckhtigkeiten zusammengeschwätzt .... Du sprichst über mein Geschäft, ohne dieses zu kennen .... Wem bin ich außer Dir noch etwas schuldig?" „Wenn Du so neugierig bist, das wissen zu wollen," entgegnete Zodok spöttisch, „so kann ich es Dir sagen. Du schuldest dem Spezerei - Szocher David 'Wodnian gewöhnlich zwischen dreißig- bis fünfzigtausend Gulden." Opotschna wurde feuerroth, er wandte sich ab, um seine Verlegenheit zu verbergen und sprach: „Reb David Wodnian ist ein braver Mensch und kein armer Mann; — aber was er weniger als 50,000 Gulden im Vermögen hat, will ich in dem Jahre auslegen! *) Dev Mensch wird vielleicht ein Vermögen von zwei-, dreitausend Gulden besitzen; wenn Du mir's nicht glaubst, kannst Du, wenn Du willst, in der ganzen Kehilla fragen; — wie sollte der im Stande sein, mir so viel Geld zu borgen?" „Ich glaube ja nicht, daß Dir Wodnian sein eigenes Vermögen borgt, er ist nur der Vermittler; freilich, der Kapitalist muß großes Betrauen in ihn setzen, denn er bedingt sich nur den fünften Theil des Gewinnes, den Du mit dem Gelde in Deinem Geschäfte verdienst, und begnügt sich damit, daß Du seiner Mittels- und Vertrauensperson einen Einblick in Deine Geschäftsbabrung gestattest .... Wer der eigentliche Darleiher ist, das weiß ich allerdings nicht und vermag es auch nicht zu errathen. Du selbst weißt es ja nicht!" „Ich sehe, Du bist über meine Verhältnisse gut I) bei Seite legen, erübrigen.

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