Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 13-14 (29.3.1882)
- Date
- 1882-03-29
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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320 auch unseren hartbedrängten Brüdern eine nj/w’i bringen.?on Von den anderen Projekten betreffs Sammlungen ist es momentan noch still, man hofft jedoch, daß durch das gemeinsame Vorgehen der Nürnberger mit den hiesigen Gemeindevorständen ein erfreuliches Gesammtresultat erzielt werden kann; denn rasche und große Hilfe erfordern diese Zustände. Berlin, 20. März. Sonntag fand eine Sitzung des chresigen Eomitös zur Unterstützung der russischen Juden statt, dem als Delegirte Herr Ellinger aus New-Aork, Herr Mocatta und Herr Lawrence Olifant (letzterer bekannt durch seine Bestrebungen für die Colonisirung Palästinas) aus London, ferner Herr Dr. May und Herr Luria aus Hamburg beiwohnten. Man beschloß die Bildung Zeines Centralcomittzs zum Zweck einheitlicher Ausführung der in Nr. 10 des „Israelit" unter der Ueberschrift: „Gründung von Ackerbau-Colonien für unsere russischen Glaubensgenossen" gegebenen Auseinandersetzungen. Berlin, 20. März. Der Dampfer „Erin", der die 77 durch den Herrn Rabbiner Dr. Hildesheimer beförderten russischen Juden trug, ist glücklich in New-Uork eingetroffen. Seit voriger Woche weilt Herr Ellinger aus New-Aork hier. Auch Herr Mocatta aus London, der wie bekannt L. 10,000 für die russischen Juden spendete, befindet sich im Aufträge des Londoner Comites hier. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Capitän Baron v. Oesterreicher ist zum Vice-Admiral (gleich dem Rang eines Generals) ernannt worden. Frankreich. Paris, 10. März. Der Präsident der evangelischen Allianz hat an das Centralcomits der israelitischen Allianz folgendes Schreiben gerichtet: „Paris, 1. März 1882. Im Namen des französischen Zweiges der evangelischen Allianz, einer vor mehr als 30 Jahren gegründeten Genossenschaft, in welcher die verschiedenen protestantischen Bekenntnisse unseres Vaterlandes vertreten sind, fühlen wir uns gedrungen, uns heute an Sie zu wenden. Nach einer vorübergehenden Auflösung unseres Comittzs aufs Neue vereinigt, haben wir das Bedürfniß, Ihnen auszusprechen, mit wie tiefem Schmerze und Entrüstung wir in gewissen Theilen Europa's und namentlich in Rußland einen Geist der Gereiztheit und Gewalttätigkeit gegen die jüdische Race wiedererwachen sehen, der an die düstersten Zeiten der Geschichte erinnert: bald drängt man zu Plünderung und Mord, bald will man die Gesetzgebung in dem Sinne inspiriren, daß die Israeliten von dem gemeinen Rechte ausgeschlossen werden sollen. Es ist für uns eine Herzens- und Gewissenspflicht, hiergegen unsere Stimme zu erheben uud unsere ganze Sympathie für Ihre unglücklichen Glaubensgenossen auszusprechen. Den Abkömmlingen der Hugenotten ist es nur allzuleicht, mit den Verfolgten zu fühlen. Auch ist es die Sache der Christen, gegen Handlungen und Tendenzen zu protestiren, welche einer Eivilisation, die sich mit Stolz die christliche nennt und sich dem Geiste wie den Lehren des Gründers des Christenthums untreu zeigt, unwürdig sind. Genehmigen Sie u. s. w. Monod, Präsident. Paris. Eine neue Religionsschule für Kinder beiderlei Geschlechts wird von Herrn Dr. Sternheim dahier eröffnet. In einer in der Wohnung des Gründers der Schule veranstalteten, zahlreich besuchten Versammlung setzte Herr H. Prag, der an dieser Schule Mitwirken wird, die Nothwendigkeit und das Bedürfniß einer solchen Anstalt auseinander. In ähnlichem Sinne sprach sich Herr Dr. Klein aus. Wir wünschen dem Unternehmen den besten Erfolg. England. London, 17. März. Soeben wurde eines unserer ältesten und angesehensten Gemeindemitglieder, der streng religiöse, talmudisch gelehrte, reiche Bankier, Herr Louis Cohn, feierlichst zur Erde bestattet. Er erreichte das 83. Lebensjahr und war langjähriger Vorstand der Gemeinde, für welche er unsäglich viel Gutes wirkte. Der Sohn des edlen Dahingegangenen, Herr Lionel Cohn, sowie der Schwiegersohn desselben, der Bankier Herr Samuel Montagu bilden die Spitzen unserer Gemeinde und sind in jeder Hinsicht die würdigen Nachfolger ihres nun im py P ruhenden Familienhauptes. Der Dahingeschiedene war ein naher Verwandter der v. Rothschild'schen Familie und Mitgründer vieler hiesiger Wohlthätigkeitsanstalten. rr'3"3'p"n Rußland. Wtoskau, 11. März. Dem „Petersburger Herold" schreibt man von hier: Seit einigen Tagen bilden das Tagesgespräch die Polizei und die Juden. Schon vor mehreren Tagen brachte das judenfeindliche Blatt „Mokowskij Listok" eine gehässige Notiz über die Ausweisung von 300 Juden und schloß diesen Bericht