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Der Israelit · 1882-03-29 · Heft 13-14 (29.3.1882) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 13-14 (29.3.1882)
Date
1882-03-29
Page
– (sequence 10)
Language
German
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exemplaren ein schon fertiges Referat zur Benutzung beizulegen, ist ersichtlich. Wenn der Verleger in seinem Circular also die p. p. Zeitung darauf aufmerksam macht, es „dürfte Ihnen durch Recension des beifolgenden Werkchens Gelegenheit zur Aufnahme eines Interesse erregenden Artikels in Ihrer Zeitung gegeben sein" und zugleich eine fertige Recension beilegt, so heißt das: Mache Dir weiter keine Mühe, drucke die Recension einfach ab, die Schrift brauchst Du gar nicht zu lesen, Du kannst ohne Dich anzustrengen und ohne Kosten einen Interesse erregenden Artikel in Deine Zeitung bringen. Es handelt sich also hier darum, Meinung in weiteren Kreisen für die Ansichten des Herrn Bauwerker zu machen, und eine Frage überall auf die Tagesordnung zu bringen, welche für's erste nur noch Kaiserslautern und Umgebung beherrscht. Wir bezweifeln sehr, daß gewichtige politische Blätter darauf hineinfallen, daß aber nicht überall, namentlich bei kleineren Lokalblättern , die oft um Stoff verlegen sind, umsonst angeklopft werden wird, dürften wir wohl als sicher annehmen. Herr Bauwerker behandelt nun die Schächtfrage nach drei Richtungen: 4) nach der technisch wissenschaftlichen, 2) nach der religiösen und 3) nach der sanitären; die Untersuchung des ersten Punktes hat ihm ergeben, daß das Schächten Thierquälerci, die des zweiten Punktes, daß es kein integrirendes Gebot der jüdischen Religion, die des dritten Punktes, daß es gesundheitschädlich sei. Folgen wir diesen Untersuchungen. Obgleich zwanzig hervorragende Capacitäten nichtjüdischer Confeffion gutachtlich bekundet haben, daß das Schächten nach jüdischem Ritus nichts von Thierquälerei an sich habe, indem es durchaus nicht quälcrischer sei, als alle übrigen Schlachtarten, ja obgleich viele unter diesen das Schächten jeder anderen Schlachtart vorziehen, bleibt Herr Bauwerker dabei, es sei Thierquälerei zu nennen. Um das Votum des Herrrn Bauwerker in seinem vollen Umfange zu würdigen, stellen wir die Aussprüche der Herren, welche dem Schächten den Vorzug vor den übrigen Schlachtarten einräumen, hier her. Herr Prof. Dr. Roloff in Halle: „In Berücksichtigung der Thatsache, daß das Schächten immer sehr gut ausgeführt wird und auch leicht auszuführen ist, während bei den übrigen Arten desSchlachtens in Folge ungeschickter Ausführung derselben das Verenden der Thiere häufig verzögert wird, könnte das Schächten sogar als die beste Methode zu schächten bet rächtet werden." Dann wird erörtert, daß das Fleisch des geschächteten Thieres in Folge der besseren Ausblutung weniger zur Fäulniß geneigt sei, worauf es dann heißt: „Aus den angeführten Gründe halte ich das Schächten der Thiere für ein ganz zweckmäßiges und humanes Verfahren." Herr A. Chauveau, Prof, in Lyon, beantwortet die Frage, ob das rituelle Schächten an sich mehr oder weniger grausam, als das bei den Christen übliche Schlachten sei? „Was diesen Punkt betrifft, so i st der Vorzug unbestritten auf Seite de s rituellen S ch l a ch t e n s." Herr Prof. Gerlach in Hannover stellt als die Hauptaufgabe die beim Schlachten vorzunehmen ist, hin, die Empfindung und das Bewußtsein auf möglichst milde, schnelle uns sichere Weise zu vernichten, und diese Aufgabe ist durch das Sch lachten nach jüdischen Vorschriften bis jetzt noch am v ollko mmensten gelö st." Da nun diese Schlachtexecution leicht und sicher ausgcführt werde und bei der Art der Fesselung des Thieres und der Fixirung des Kopfes, wie auch bei der Einrichtung des Messers ein Mißlingen nicht Vorkommen könne, so sei dies „ein sehr großer Vorzug vor allen anderen Schlachtmethodeii." Außerdem sei „das Schächten jedenfalls auch die am wenigsten qualvolle Todesart." Auf seine Beobachtungen gestützt, kommt Herr Prof. Gerlach nun zu folgendem Resultat: „d a ß s o m i t d a s S ch ä cht e n nach j ü d i s ch e n V o r f ch r i f t e n, das Schächten, wie ich es gesehen und oben beschrieben habe, keine Thierquälerei ist, sondern im Gegentheil zur humansten S ch l a ch t m e t h o d e gehört, die allgemein ein geführt zu werden verdien t." Sämmtliche Gutachten betonen, daß das Schächten nicht als Thierquälerei angesehen werden könne, weil ein Schnitt mit einem haarscharfen Messer in dem Momente des Schnittes keinen Schmerz hervorbringe, dieser trete erst ein, wenn der Schnitt zum Bewußtsein des Verwundeten gebracht werde, die rasche Blutentlerrung des Gehirns lasse aber das Bewußtsein so rasch erlöschen, daß der Schmerz nur einen Moment dauern könne, ein momentaner Schmerz aber keine Qual zu nennen sei, eine vollständig schmerzlose Tödtung gebe es eben nicht. Trotz aller dieser so übereinstimmenden Gutachten behauptet Herr Bauwerker, das Schächteu sei Thierquälerei, die Art und Weise seiner Beweisführung läßt aber die Vermuthung aufkommen, daß der Herr von Voreingenommenheit nicht frei ist. Wenn Herr Bauwerker (S. 17) den Schlag auf den Kopf dem Schächten „weitaus" vorzieht, „als er — richtig ausgeführt — die sofortige Betäubung, resp. Bewußtlosigkeit des Schlachtthieres

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