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Der Israelit · 1882-03-29 · Heft 13-14 (29.3.1882) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 13-14 (29.3.1882)
Date
1882-03-29
Page
– (sequence 6)
Language
German
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314 der Emigranten nach Amerika muß man ihnen genau die Schwierigkeiten der Niederlassung in einem neuen Lande auseinandersetzen. Wenn sie die obengenannten Bedingungen annehmen, werden sie expedirt, und das amerikanische Comittz wird die von den europäischen Connttzs getroffene Auswahl aufrecht erhalten. 12. Indem die Gesellschaft diese allgemeinen Vorschläge macht, hält sie ausdrücklich die vorgängige Bedingung aufrecht, daß Amerika nur einen gewissen Tbeil der Emigranten aufnehmen soll. Andere Gegenden, wie Australien, Bosnien, Spanien, Algerien und Syrien könnten für eine große Anzahl russischer Emigranten als Zufluchtsorte dienen. Sie sind demnach accredirt und bevollmächtigt, um diese Gesellschaft bei denjenigen Meetings und Conferenzen zu vertreten, welche in Europa behufs Erleichterung einer prompten und glücklichen Ausführung der Emigration russischer Juden werden gehalten werden. Die werden aufgefordert, den europäischen Israeliten die vorstehenden allgemeinen Bemerkungen zu unterbreiten und dem Executivcomitö diejenigen Abänderungen, die ihnen nützlich erscheinen, zu melden. Sie werden ferner aufgefordert, zu protestircn gegen die Sendung von Personen nach Amerika, welche die vorstehenden Bedingungen nicht erfüllen werden. Der Erfolg des Werkes hängt von der strengen Beobachtung des gegenwärtigen Planes ab; dieser Erfolg ist ernstlich gefährdet worden dadurch, daß die europäischen ComitHs den ihnen vom New-Porker Comittz ertheilten Rath, die Emigration zu beschränken, unberücksichtigt gelassen haben Sie werden mit dem Appel an die vereinigten Anstrengungen der Israeliten der ganzen Welt den Comitös von London, Paris, Wien re. die Größe der aus dem Spiel stehenden Interessen begreiflich machen, denn die gute oder schlechte Lage unserer Glaubensgenossen in allen Ländern wird von der Lösung dieses Problems mit betroffen werden. Eine sofortige Action ist unerläßlich, denn die Vorbereitungen für die Auswahl der Emigranten, welche im Frühling ankommen werden, müssen während des Winters getroffen werden, sonst würde die Saison verloren sein. Die europäischen Comit^s werden gebeten, Vertreter in Amerika zu ernennen, um bei dem Hilfswerke der Gesellschaft cooperiren zu können. Sie werden die Ansicht und den Rath der europäischen Comitß's entgcgennehmen über die Maßregeln, die zu ergreifen, damit der Fond, der zur Unterbringung der Emigranten dienen soll, ein permanentes Capital werde, bestimmt, für die Bedürfnisse der successiven Emigrantensendungen zu sorgen. Es ist sicher außer allem Zweifel, daß mit weise angepaßten Reglements das Terrain an Werth steigen und der Fond aus diesem gesteigerten Werthe Nutzen ziehen wird, während gleichzeitig die den Eolonisten gemachten Vorschüsse werden zurückbezahlt werden. Von Ihrem Eifer für diese Sache überzeugt, und mit Zuversicht dem günstigen Berichte schon entgegensetzend, sind wir Ihre ganz ergebenen I. Stanwood Menken, Präsident. Jos. Reckendorfer, Schatzmeister. M. A. Kurscheed, Secretär-Gerant. Fred. Nathan. E. L. Boas, Secretär. R u s; l a u d. Petersburg, 23. März. Nach einer Mittheilung des „Herold" wurde gestern den Apothekenbesitzern jüdischer Konfession in Petersburg ein Erlaß des Ministers des Innern verlesen, wonach nicht länger geduldet werden könne, daß sie Apotheken besitzen und daß sie verpflichtet seien, ihre Apotheken an Nichtjuden während Jahresfrist zu verkaufen. Die Verfügung trifft vierzehn jüdische Apothekeninhaber, die alle den gelehrten Grad des Provisors besitzen. Der Erlaß, stützt sich auf einen Gesetzesparagraphen, wonach den jüdischen Provisoren erlaubt ist, hier zu wohnen, aber nicht gestattet ist, Handel in ihrem Spezialfache zu treiben. Außerdem wurde den jüdischen Provisoren, welche bis dahin Hierselbst Apotheken verwaltet haben, die Mittheilung gemacht, daß auf Verfügung des Ministers des Innern die Verwaltung der betreffenden Apotheken mit dem heutigen Tage autzuhören habe. P a l ä st i n a. Hebro» im März. In der heiligen Stadt Hebron, in der Nähe der Höhle Machapelah, wo noch vor 60 Jahren so wenige Juden wohnten, daß man selbst am Vcrsöhnungstage die zum öffentlichen Gottesdienst notwendige Zehnzahl nicht zusammenzubringen vermochte, befindet sich jetzt eine aus 800 Personen bestehende jüdische Gemeinde. Dieselben sind größtenteils unbemittelt und mancherlei Krankheiten unterworfen. Das Bedürfniß nach einem Arzt und einem Krankenhause ist um so größer, da der nächste Ort, an welchem ein Arzt consultirt werden kann, die heilige Stadt Jerusalem, 8 Stunden entfernt ist. Die hiesige israelitische Gemeinde hat daher einen Abgesandten, Rabbi Jona Mendelsohn, nach London geschickt, um für diesen Zweck thätig zu sein. Herr Samuel M o n t a g u in London hat es bereitwillig übernommen, für einen in Hebron anzustellenden Arzt auf zwei Jahre den Gehalt zu bezahlen. Auch sonst hat dieses. Project in England großen Anklang gefunden und steht zu hoffen, daß es bald seiner Realisirung entgegengeht.

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