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Der Israelit · 1882-03-15 · Heft 11 (15.3.1882) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 11 (15.3.1882)
Date
1882-03-15
Page
– (sequence 11)
Language
German
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267 Summe wurde unter 4787 Familien, welche aus 24,160 Personen bestanden, vrrtheilt. Das Comittz besitzt genaue Daten über von 1681 jüdischen Familien während der Hetze erlittenen Verluste, welche eine Verlustziffer von 869,044 Rubel (oder durchschnittlich 517 Rubel per Familie) angegeben haben. Wenn man in Betracht zieht, daß in dieser Ziffer das tzanze HuusgnWr ux Betroffenen, welches m den meisten Fällen mit Stumpf und Stiel vernichtet worden ist, alle ihre Vorräthe, Werkzeuge, Handelsobjecte und dergleichen mehr mit inbegriffen sind, so wird man dieselbe kaum übertrieben finden. Nimmt man bei Berechnung des Schadens der 4817 jüdischen Familien, welche bei dem Comite um Unterstützung eingekommen sind, zur Basis die Ziffer von 517 Rubel per Familie an, so stellt sich ein Gesammtverluft von 2,474,879 Rubel heraus. Amerika. Baltimore, 16. Febr. Im Jahre 1875 wurde im hiesigen tp-non irn von dem Präsidenten, Herrn Roswald, vorgeschlagen und einstimmig angenommen. daß Jemand, der öffentlich racp ist, nicht Mitglied der Gesellschaft werden kann. Als es sich heute um eine solche Person handelte, nahm ein Mann, der sich rühmt an der Spitze der hiesigen Orthodoxen zu stehen, das Wort und verschrie die obenerwähnte Bestimmung als der jetzigen Zeit und dem jüdischen Sinne unangemessen und nach verschiedenen Reden Pro und Contra siegte auch der Frevel. Zu erwähnen ist, daß Herr M. Cohen, der Präsident, die .-inpn mm meifter^aft und mit großem Eifer oms vertheidigte. Feuilleton. Löö Wunitz. Kulturhistorisches Zeitbild aus dem erstenDrittel des 18. Jahrhunderts. Bon S. Kohn. (Verfasser von „Gabriel".) (Fortsetzung.) 6. Kapitel. Nach dem Mincha ^)-Gebete. wurde am Sabbate eine dritte Pflichtmahlzeit abgehaltcn, die sich im Winter bei reichen Lenteil bis lauge nach dem Sabbatausgange zu erstrecken pflegte, und es galt als 1) Nachmittags. ein gutes Werk, wenn man melawha hamalko zu deutsch wörtlich die Königin — den Sabbat — begleitete, oder aus dem methaphorischen ins allgemein Verständliche übertragen, nicht mit unheiliger Ungeduld den Ausgang des Ruhetages erwartete, sondern weihevoll von ihm scheidend, ihn nach Möglichkeit verlängerte. Aus diesem Grunde wurde zu jener Zeit in Prag an Winter-Sabbaiausgängen das Maariw H-Gebet nicht nur in allen großen und kleinen Synagogen, bei allen Mitgliedern der Ober- und Unter-Rabbinerkollegiums, allen Schiursagern^) und sonstigen hervorragenden LomdirnH; sondern auch bei vielen reichen Privatleuten, welche der dritten Sabbatmahlzeit eine so große Ausdehnung ertheilten, daß sie die, für das öffentliche Gebet bestimmte Frist versäumten, mit der nöthigen Zehnzahl von Männern verrichtet. Reb Kalmen Opotschna wurde zu den Reichsten in der „Gaß" gezählt und er selbst unterließ auch nichts, was dazu beitragen konnte, den Ruf seiner Wohlhabenheit, seine Stellung in der Gemeinde zu erhöhen, seine Vornehmheit zu manifestiren. An demselben Sabbate, an welchem Sabel Ulschitz vor Mincha ein längeres Gespräch mit seiner Tochter über Zodok Apotschna geführt, hatte sich bei dessen Vater, Reb Kalmen, die Szude Schlischiß in ungewöhnlicher Weise ausgedehnt. Der polnische Chasan, den er — wie er tags zuvor in der Fleischbank coram populo mitgetheilt — mit seinen Meschorerim auf Schabbos eingeladen, hatte bei der dritten Mahlzeit, zu welcher der eitle, großthuende Apotschna viele Verwandte und Bekannte geladen hatte, seine schönsten Gesangskünste producirt; so daß sich die Anwesenden an den herrlichen Nigunim^) nicht satt hören, und sich vor köstlichem Gaumen- und Ohrenschmaus gar nicht von dem lieblichen Sabbat trennen konnten. Ja, als spät am Abende, etwa eine Stunde, nachdem die Nacht schon angebrochen, Maariw gebetet werden sollte, baten einige der Unersättlichen, den fremden Gesangs-Virtuosen, er möge auch dieses kunstreich vortragen und der gefeierte Künstler gab bereitwillig diesem Wunsche nach und trug „wihi noam"H und einzelne Stücke von „wejiten lecho"7) vor, so daß sich die Gäste erst spät am Abende verabschiedeten. Reb Kalmen befand sich, nachdem die Meschorß'm — er hatte deren mehrere — die Reste der Mahlzeit abgeräumt, das Speiseservice gewaschen auf seinen Platz gestellt, die kostbaren, seidenen Tisch- 2) Abend. 3« Gelehrten, welche vor Tatmudjüngern Vorträge hielten. 4) Talmudgelehrten. 5) Melodien. und 7) Gebetstücke auS Bibelversen zusammengesetzt, die am «Tabbataurgange citirt werden.

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