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Der Israelit · 1882-03-15 · Heft 11 (15.3.1882) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 11 (15.3.1882)
Date
1882-03-15
Page
– (sequence 10)
Language
German
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266 Vorwort dienen soll. Um den Leser zu orientiren, über die Art und Weise, wie der Vers, seine sich selbst gestellte Aufgabe auffaßt, über die Hilfsmittel — literarische —, die ihm zu Gebote standen, über die Werke, die er benutzt hat. Man sollte meinen, so etwas verstehe sich von selbst; denn nur auf diese Weise ist es möglich, die Angaben des Vers, zu controliren und sich ein Urthnl über den Werth derselben zu bilden. Der Werth des. Werkes würde durch solche Geringfügigkeiten nicht wenig gewinnen, und die praktische Nützlichkeit desselben besonders erhöhen. Da bis jetzt erst zwei Theile erschienen sind, und voraussichtlich noch weitere drei erscheinen werden, so wird der Vers, sich die Gelegenheit gewiß nicht entgehen lassen, das Versäumte nachzuholen. Er würde dadurch seinem Werke, das seiner Nützlichkeit und seines billigen Preises wegen gewiß weite Verbreitung finden wird, einen nur noch größeren Abnehmerkreis verschaffen. H. Annuaire de la Sociöte des 6tudes juives. Premiere annfee. Paris 1881. (Durlacher). In Paris hat sich eine Gesellschaft zur Förderung der jüdischen Wissenschaft gebildet, die mit vorliegendem Jahrbuch eine Frucht ihrer Thäiigkeit dem Publikum vorlegt. Das Buch enthält eine Monographie über Joseph Salvador, eine alte Kleiderordnung der Metzer Gemeinde, dieselbe, aus welcher kürzlich in diesen Blättern ein Auszug gegeben war, die Geschichte eines an Hirtzel Levy in Colmar 1754 verübten Justizmordes actenmäßig dargestellt, Statuten der alten Gemeinde Avignon zur Zeit der päpstlichen Herrschaft. Die Aufsätze enthalten manches Interessante und wird es hoffentlich der Gesellschaft gelingen, noch manches wissenswerthe Material zu Tage zu fördern, das über die Geschichte der Juden, insbesondere der Frankreichs, Licht zu verbreiten im Stande sein wird. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. E n g l a n d. London, 23. Febr. Der gelehrte und berühmte Director des Jewish-College, Herr Dr. Friedländer, wird demnächst eine englische Uebersetzung und Erklärung des philosophischen Werkes von Maimonides DO'in n-r.c herausgeben. London, 24. Februar. Der außerordentliche Gottesdienst für unsere russischen Glaubensbrüder wurde am verflossenen Sabbat in allen Synagogen des Reiches, auch in den portugiesischen, abgehalten, und die Spenden in London belaufen sich auf über 3000 L.-St. In der großen Westend - Synagoge (Bayswater) hielt der Rev. Dr. Hermann Adler eine wahrhaft herzergreifende Rede, worin er auch u. A. einen Aufruf an die Damen ergehen ließ, bemerkend, daß er eine Gabe mit der folgenden kurzen Zuschrift erhielt: „Ersparniß einer jüdischen Dame durch Verminderung ihrer Ausgaben für Kleider." Es wurden von den Mitgliedern der La^s^ater Synagogue 1300 L.-St. gespendet. In der großen Synagoge der City (Dukesplace) predigte Rev. Hermann Gollancz im Aufträge des Chief-Rabbi. Der Prediger, welcher bekanntlich großes Rednertalent besitzt, wirkte auf das Herz der Zuhörer in solchem Maße, daß trotzdem Viele schon direct ihre Gaben an den Mansion- House fond einge andt hatten, dennoch 500 L.-St. gespendet wurden. Die Theilnahme für die Leiden unserer bedrückten russischen Brüder ist hier zu Lande eine so allgemeine und nationale geworden, daß sogar die Schulkinder der Free-School eine Sammlung veranstalteten , deren Ergebniß die Summe von 18 Pfund, 15 Schillinge und 2 Pence war Die Damenwelt wird im „Jewish Chronicle" von der Gräfin d'Avigdor öffentlich aufgefordert, Kleidungsstücke für die emigrirenden Männer, Frauen und Kinder anzufertigen, zu welchem hochlöblichen Unternehmen sie sich an die Spitze stellen wird. — Die Original-Idee für diesen Akt der Wohlthätigkeit verdanken wir der Frau Simmons zu Manchester. Rußland. Kiew. Das Kiewer Central-Hilfskomitö für die Opfer der Judenkrawalle in Rußland publicirt einen Ausweis, der über die Schadensziffer, die Höhe der eingelaufenen Geldsummen und die Art der Verwendung derselben einige nicht uninterressante Daten enthält. Der Ausweis umfaßt die Wirksamkeit des ComitAs vom Tage seiner Gründung, den 29. April bis 1. October 1881 alten Styls. Es waren vom Auslande 135,000 Rubel, aus Rußland 83,482 Rubel, in Summe 218,482 Rubel für die Opfer der Krawalle eingelaufen. Bis zum 1. October liefen im Ganzen (Kiew sammt Umgegend ungerechnet) Untcrstützungsgesuche aus 16 Städten und 53 Marktflecken und Dörfern ein. Diese Ziffern umfassen indessen nicht alle von Excessen heimgesuchten Ortschaften, da sich viele derselben nicht nach Kiew, sondern nach Odessa, wo sich gleichfalls ein Unterstützuugs-Comitä constituirt hatte, um Hilfe wendeten. Bis zum 1. October beliefen sich die Spenden des Comite's auf 153,974 Rubel. Diese

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