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Der Israelit · 1882-03-15 · Heft 11 (15.3.1882) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 11 (15.3.1882)
Date
1882-03-15
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXIIL Jahrgang. Erste öeilage zu tlr. 11 des Israelit. -•iiifi^nami myiaw , ■■!^^ tnn.«^w^saBaBMKMaMKqMHWKanMaiMaKxmnPMM Leitender Artikel. Literarischer Wericht. p"2> niv JI'HDJHD ,0106? m£D by "iTV’t'U ptPEn „Einreißen fiat seine Zeit und Aufbauen seine Zeit," sagt der weise König. Sieht ein Zeitalter seine Aufgabe darin, das Alte niederzureißcn, liebgewordene Einrichtungen zu zerstören: so kommt wieder eine andere Zeit, die aus den Trümmern der zerstörten Bauwerke der Vergangenheit ein neues Gebäude aufführt; der jede Einrichtung je älter desto heiliger erscheint; die ganz von der Vergangenheit abhängig ist und die sich, in geistiger Beziehung, nur von den Resten und Bruchstücken des Alterthums nährt. _ Der Zeit des Hervorbringms, des schöpferischen Schaffens, folgt eine Zeit des Sammelns und Ordncns, in der die aufgespeicherten Vorräthe, die gewonnenen Schätze sortirt werden, und jedes Einzelne den ihnl gebührenden Platz angewiesen bekömmt. Dieser naturgemäße Vorgang zeigt sich sowohl im praktischen als auch im geistigen Leben des Einzelnen, wie auch ganzer Völker. Das Zeitalter des sebständigen Schaffens hat nicht Muße genug, sich um die gehörige und notwendige Sichtung des Materials zu kümmern, wogegen sie einem minder schaffensfähigen Zeitalter als Nothwendigkeit erscheint, um das gebotene Material auch mit Leichtigkeit benützen zu können. Die Energie des selbständigen Schaffens, soweit es diesen Namen verdient, scheint bei den Kräften, die in der jüdischen Literatur tfiätig sind, uackzulaffen; umsomehr wird die schriftstellerische Thätigkeit auf das zweite Gebiet gedrängt. Und wahrlich, nicht zum Schaden der Literatur in negativer und positiver Hinsicht! Hier liegen die Schätze in ungeheurer Menge aufgeschichtet, hier haben berufene Hände noch genug Material zur Arbeit des Ordnens und Sichtens. Einen; solchen Triebe verdankt auch das vorliegende Werk, dessen erster Theil bereits im vorigen Jahre iu diesen Blättern besprochen^wurde, seinen Ursprung. Dieser Theil ist, wie sein Vorgänger auf sve-sra sc, nach Wochenabschnitten geordnet und erstreckt sich auf ganz rvctp ‘d. Wie bereits mitgetheilt wurde, hat sich der Verfasser zur Aufgabe gemacht, alle Midraschim, die sich in den nicht nach Wochenabschnitten geordneten Midraschsammluugen befinden, unbekannte oder sonst zerstreute Bruchstücke zu sammeln, und sie nach Wochenabschnitten zusammenzustellen. Wie weit oder wie eng er sich den Umfang seiner Aufgabe gesteckt hat, sagt uns der Vers, nicht, und es läßt sich dies auch nicht ans dem Werke selbst ersehen; denn wir vermissen jede Conseguenz in der Beibringung von Stellen. Es läßt sich also genauer als eine Sammlung seltenererMidraschim nach den Wochenabschnitten bezeichnen, zu denen der Verfasser häufig sinnige agadische Erklärungen aus den verschiedensten Werken und aus seinen eigene» Erklärungsversuchen beibringt. Wer um ein „gutes Wörtchen" verlegen ist, kann hier eine reiche Auswahl finden. Wir möchten diese Anzeige nicht schließen, ohne an den Verfasser einen Wunsch zu vidjten, dessen Erfüllung seinem Werke empfehlend und seinen Lesern nützlich sein wird. Der Vers, beschäftigt sich schon seit Jahren mit Midraschim und hat viele Werke darüber verfaßt, so daß seine Kenntnis; dieses Zweiges der jüdischen Literatur keine gewöhnliche sein muß. Es wäre daher billig zu verlangeu, daß der Verf. nicht so häufig secundüre Quellen anführe, sondern uns sage, wo denn das betreffende Werk diesen oder jenen Midrasch geschöpft hat. Nicht Alles, was den Namen Midrasch führt, kann als Midrasch im gewöhnlichen Sinne gelten. Denn sonst müßte auch der tcmo des R. Schmuel de Useda als solcher gelten. Abgesehen von den vielen Midraschim, die nur von Mund zu Mund gehen, und für die noch Niemand eine Quelle oder Belegstelle gefunden hat, findet man auch in alten Werken Aussprüche, die schon durch ihr Gepräge ihren späteren Ursprung verrathen. So z. B. der Midrasch, den der Vers, in Snpv 's Nr. 3 anführt und in dem folgende Stelle vorkömmt: p’pn 6*:*sr:2 pn? rv--^ D’fnpo •p’sari .'21' lä?:n: G’yS'T 2T2 Nrcn ndo „Nicht so wie die Karäer, die am Sabbat kein Licht in ihren Häusern brennen lassen, von ihnen heißt es: die Frevler vergehen in der Fiusterniß." Bekanntlich ist der Name cwip zur Zeit der eigentlichen Midraschlehrer noch nicht bekannt gewesen, da die Sekte dieses Namens erst etwas über tausend Jahre existirt. Zur Bekräftigung berufe ich mich auf eine Autorität, die auch dem Verfasser maßgebend sein wird. 's ^j/d 'j '’d tro ‘»y. Es wäre auch sehr zu wünschen, wenn der Verf. das Vorwort, welches er seinem Werke regelmäßig vorausschickt, benützen würde zu Zwecken, denen ein

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