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Der Israelit · 1882-03-15 · Heft 11 (15.3.1882) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 11 (15.3.1882)
Date
1882-03-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
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259 und durch sorgfältige Beschreibung der einzelnen Partieen des heiligen Landes auszeichnen. Wir wollen das Kapitel über die Wasserversorgung von Jerusalem im Auszuge hier wiedergeben : „Wir haben bereits von einigen Cisternen geredet, können aber nicht umhin, die Aufmerksamkeit der Leser noch auf die besonders merkwürdige Wasserversorgung der Stadt Jerusalem zu lenken. Es ist bekannt, daß bei den vielen Belagerungen, welche die heilige Stadt zu erdulden hatte, die feindlichen Heere außerhalb der Mauern stets an Wassermangel litten, während die Belagerten reichlich mit Getränk versorgt waren. Die oben erwähnten in beu Felsen gehauenen Cisternen, welche den Wasservorrath des Harem esch-Scheris enthielten, sind nur ein kleiner Theil des Versorgungsnetzes, welches man über die ganze Stadi gebreitet hatte. Heutzutage ist der Wasservorrath Jerusalems nur noch unzulänglich und das für alles lebende unentbehrliche Naß ist durchschnittlich schlecht. Diesem Umstande muß es zugeschrieben werden, daß Jerusalem, einst die Wonne des ganzen Landes, heute eine der ungesundesten Städte der Welt ist. Man hatte sicher angenommen, daß der Himmel über Jerusalem seine Schleusen in reichlichem Maße öffnen und die Regenhöhe 1—2 Meter betrage. Dies ist aber nicht der Fall, vielmehr pflegt dieselbe im Jahre durchschnittlich 0,48 Meter nicht zu überschreiten und die Regenzeit beschränkt sich auf die Wintermonate vom November bis zum März. Während der übrigen Theile des Jahres fallen auch leichte Regenschauer nur höchst selten, und dann kann der Himmel wirklich, wie es in der Bibel steht gleich „glühendem Erz" und die Erde gleich „Eisen" werden. Alle drei bis vier Jahre fällt einmal Schnee, der nicht länger als 24 Stunden oder höchstens zwei Tage liegen bleibt; an Regen aber herrscht manchmal völliger Mangel. Schon die Anzahl der Cisternen und Reservoirs, welche in den Stein gehöhlt oder aufgebaut wurden, um das Regenwasser in ihnen aufzusammeln, sowie die Kunst, mit der man die Leitungen welche die Stadt speisen sollten, klug und gut anznlegen bestrebt war, beweisen, daß die klimatischen Verhältnisse von Palästina seit den Tagen der Jndenkönige keiner wesentlichen Veränderung unterworfen gewesen sind. Heutzutage bezieht die Stadt ihr Wasser aus Quellen, Brunnen, Cisternen, Teichen oder Reservoirs und durch Aquäducte, welche ferner gelegene Quellen mit der Stadt verbinden. .Im Juni 1880 wurde im südlichen Ausgang des Hauptkanals, nahe bei dem heutigen Siloateich, von einigen badenden Knaben eine Inschrift entdeckt. Einer derselben, ein Schüler des Herrn Baurath C. Schick von Jerusalem, machte diesem Mittheilung von der Sache. Eine nähere Untersuchung bestätigte den Fund, ließ aber zugleich erkennen, daß die polirte Fläche des Felsens, in welche man einst die Buchstaben eingehauen, nicht wenig Spalten und Löcher hatte, durch die mehrere Zeilen der Inschrift stark beschädigt waren. Da dieselbe meist ganz und gar unterhalb des damaligen Wasserspiegels sich befunden hatte, so waren außerdem die Vertiefungen der Buchstaben sehr stark durch den kalkartigen Absatz des Wassers und durch Schmutz angefüllt worden. Im Aufträge des deutschen Vereins zur Erforschung Palästinas haben sowohl Baurath C. Schick als auch der zweite Herausgeber dieses Werkes (Dr. H. Guthe) viele Mühe anfgewandt um ein deutliches Bild der Inschrift zu gewinntn. Letzterem gelang es im Jahre 1881, eine zuverlässige Kopie und gute Ghpsabgüsse derselben zu erhalten, besonders nachdem eine gründliche Reinigung der Inschrift mit Salzsäure vorgenommen war. Auf der anderen Hälfte der auf 0,70 Nieter im Quadrat geglätteten Fläche des Felsens findet sich in nicht ganz sechs Zeilen althebräischer Schrift ein Bericht über die Herstellung des Kanals. Die vierte und fünfte Zeile, welche gut erhalteil sind, lauten: „Es haben die Steinmetzen einander entgegengearbeitet, Meißel gegen Meißel und darauf floß das Wasser vom Ansgangsort (von der Quelle) bis zum Teich 1200 Ellen weit." Diesem Bericht entspricht der Thatbestand. Der Kanal ist zum Theil von der Marienguelle aus, zum Theil von Süden her in den Felsen gehauen worden, wie die Spuren der Arbeit an den Wänden desselben noch deutlich erkennen lassen. Die übrigen Zeilen sind mehr oder weniger stark beschädigt und gestatten leider eine lückenlose Lesung nicht. Die Inschrift ist nicht datirt jund scheint auch keinen bestimmten Eigennamen zu enthalten, nach dem man ihre Zeit bestimmen könnte. Eins ist aber wohl unzweifelhaft, die Inschrift hängt auf's Engste mit der Vollendung des Kanals zusammen. Nun hat die Meinung viel für sich, daß der Känig Hiskia denselben angelegt habe (Kön. II, 20, 20 Chron. 2. 32, 50). Dann hätten wir ein Denkmal aus dem Ende des achten Jahrhunderts vor der gewöhn!. Zeitrechnung vor uns. Wie dem nun auch sein mag, jedenfalls ist es eine ältere Inschrift von gleicher Ausdehnung in dem Lande der alten Hebräer bis jetzt noch nicht gefunden worden." Wir wollen aus der elften Lieferung Einiges über Jericho hier anführen: Der Name Jericho gehört drei verschiedenen Orten an, welche nicht einmal ihre Lage geschweige denn die Zeit gemeinsam haben. Das älteste Jericho ist die kanaanitischc Stadt, welche nach Josna

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