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Der Israelit · 1882-03-08 · Heft 10 (8.3.1882) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 10 (8.3.1882)
Date
1882-03-08
Page
– (sequence 12)
Language
German
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stimmung mit den in diesen Resolutionen enthaltenen -Gefühlen, für die Israeliten einzunehmen." Der gelehrte Sir James Pieton sekondirte diesem Anträge in einer glänzenden Rede, in welcher er auf die großen Verdienste hinwies, die sich die Juden um die Hebung der Industrie, des nationalen Wohlstandes u. s. w. erworben, und nannte Namen, wie Meyerbeer, Mendelssohn, Rothschild, Spinoza u. s. w. Auch dieser Antrag wurde mit Acclamation angenommen. Aehnliche große Stadt-Meetings wurden auch in Manchester. Birmingham, Glasgow, Oxford, Cambridge u. s. w. gehalten, in welchen Bischöfe die Sprecher waren. In London sind bereits L.-St. 50.000 (1.000.000 Mark) für die Verunglückten beim Lord-Mayor eingegangen. Hier in Liverpool sind bis jetzt L.-St. 1700 gezeichnet worden. Ich werde, so Gott will, wieder berichten. Man sieht deutlich »O MZ» na 'n crü' n^> '2 Prediger Dr. W. Stern. Feuilleton. Löb -Munitz. Kulturhistorisches Zeitbild aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts. Von S. Kohn. (Verfasser von „Gabriel".) (Fortsetzung.) Ulschitz hatte den gewohnten Angriffen seines Weibes gegenüber nach und nach geistig die Haut des Rhinoceros angenommen; — aber Elkes letzter brutaler Angriff, der nicht nur sein bedrücktes Kind, sondern auch seine würdige Gattin, seine Gattin, die ihm dem unbedeutenden jungen Menschen aus wahrer inniger — fast inußte er sich's gestehen - thörichter Liebe, ihr Lebensglück geopfert, — hatte ihn zu etwas Energie erweckt, seine geringe Widerstandsfähigkeit gekräftigt und er rief: „Meine erste Frau war eine Jscho choschuwo 0 und — Ko echjeN) — es thut mir, sehr, sehr wehe, daß ich sie verloren! .... Misch Dich nicht in Sachen, die nicht Dich, die nur mich und Ester angehen!" — In einem Moment war der scheinbare Weinkrampf bei Elke verflogen und sie schrie wie eine wüthende Megäre, dabei wie wahnsinnig mit den Händen in der Luft herumfuchtelnd.!) würdige Frau. 2) so wahr möge ich leben— eine Verheurung. „Mich nichts angehen! Mich nichts angehen! wenn wir durch den dummen Eigensinn der albernen Gans da, um ein großes Vermögen, um unser und unseres Knaben Glück und Zukunft gebracht werden! .... Ich arme unglückliche Frau und Mutter! ein solches Rachmones is noch gar nit da gewesen, seit Gott boruch hu^) die Welt erschaffen hat! Ich bin e Fremde in meinem eigenen Hause! Bei Dir und Deiner gehorsamen Tochter bin ich verkauft und verrathen! Aber Du ... . Du .... Du läßt Dich von dem nixnutzigen Madel an der Ras' herumführen, Du bist ein Ochs! — aber ich, ich seh' schon ein, warum Ester den reichen, feinen, jungen Menschen, was jedes Mädel in der ganzen Kehilla -glücklich wär', wenn er um sie freien möcht — nit haben will .... sie hat schon e Liebschaft hinter Deinem Rücken mit Benjamin Deutschländer, ich weiß es ganz bestimmt, Donnerstag Nacht haben sie miteinander hier im dunklen Flur gesprochen, ich habe es mit nieinen eigenen Ohren gehört." Von Neuem überfluthete Purpurröthe Esters lieblichen Züge und sie sprach zu ihrer Stiefmutter gewendet: „Wenn Du gehorcht hast, wirst Du es auch wissen und kaum anders zu sagen wagen, als daß wir Beide, Benjamin und ich, nichts gesprochen haben, dessen wir uns zu schämen brauchten." Auf Ulschitz Stirne zeigten sich krause Falten, er wollte sich wieder etwas seiner Frau nähern und sprach streng zur Tochter: „Was habt Ihr miteinander gesprochen? — ich will's wissen!" „Benjamin kennt mich seit meiner frühesten Jugend", entgegnete Ester, tiefaufathmend, „Du weißt es ja, wir waren lange Zeit Nachbarn gewesen, — er hat mich liebgewonnen und Benjamin ist ein edler Mensch — und" fügte Ester, die Augen senkend, leiser hinzu, „wäre auch ein allgemein geachteter, junger Manu, wenn . . . ." sie brach jäh ab, „und ich brauche mich dessen nicht zu schämen; ich erwidere seine Liebe; und — da hat er mich, wie es einem ehrlichen, rechten Manne geziemt, gefragt, ob er bei' Dir um meine Hand anhalten dürfe. . . ." „Was hast Du ihm geantwortet?" füllte UÜschitz die Pause, die durch Ester's Zögern entstanden, aus. „Ich sagte ihm, daß er von jenem Menschen, von Löb Munitz den die ganze Gemeinde verachtet, lassen müsse!" „Da hast Du gut gesprochen, mein Kind!" rief Ulschitz. „Benjamin Deutschländer ist ein vortrefflicher Mensch, hat Vermögen, ein schönes Goldwaarengeschäft, mit dem er eine Familie prächtig 3) gelobt sei er.

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