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Der Israelit · 1882-03-01 · Heft 9 (1.3.1882) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 9 (1.3.1882)
Date
1882-03-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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204 Pose». Unsere Gemeinde hat wiederum eins ihrer vorzüglichsten Mitglieder verloren. Es ist dies der Kaufmann S. D. Jafftz, der in voriger Woche nach längerem Leiden verschieden ist. Seit nahe an 40 Jahren gehörte er der hiesigen Gemeinde an und sein Holzgeschäft, das sich bis tief nach Polen und Rußland erstreckte, war eins der ansehnlichsten an hiesigem Platze. Sowohl als Mensch, wie als Kaufmann erfreute er sich der größten Beliebtheit und Achtung seiner Mitbürger, von denen auch sein Leichenbegängnis hinlänglich Zeugniß ablegte und deren er in der That vollkommen würdig war. Er zeichnete sich nämlich durch seltene Herzensgüte, durch Bescheidenheit und zuvorkommende Freundlichkeit, sowie durch unerschütterliche Rechtschaffenheit aus; sein Familienleben war ein wahrhaft ideales und echt jüdisches, denn er gehörte zu den leider immer seltener werdenden Männer, die in ihrer hervorragenden socialen Stellung dennoch der Religion nicht den Rücken kehren. Auch sein Wohlthun war unbegrenzt, obwohl er es verschmähte, dasselbe in ostensibler Weise bekannt zu machen. Es konnte dennoch nicht verschwiegen bleiben, daß er den seinen Waldungen in Polen angrenzenden jüdischen Gemeinden öfters namhafte Unterstützungen an Geld und Holz gewährte, und daß er erst im vorigen Jahre einer dortigen armen Gemeinde mm -^bd und »np ^3 spendete. Er wurde in diesen Bestrebungen unterstützt durch seine Gattin, einer r*n»i dipn in ausgedehntestem Sinne des Wortes. Möge - dieser edlen Frau und der tiefbetrübten Familie seinen lindern- Trost gewähren. Frankreich. Pari-. (Monatsbericht (Dezember) der „All. Jll. Univ." Schluß.) (Die Israeliten von Rumänien.) Die rumänische „Jndependence vom 14/26. Nov. veröffentlicht folgenden Artikel: „Der Timpul erhebt sich mit Macht gegen die neuen Monöver der Alliance israölite, welche von Neuem versuche, uns in den Augen Europas anzuschwärzen. Also wenn die Juden in vollen Strömen unsere Existenz zu bedrohen kommen, wenn Bukarest ein zweitesJassy zu werden droht und wenn die einzige gegen sie ergriffene Maßregel in dem von H. Rosctti erlassenen unglücklichen Reglement besteht, so intervenirt die Alliance israölite laut und fest bei H. Gambetta, um uns zu zwingen, es zurückzuziehen. Die Alliance wagt nicht Rußland anzuklagen, das die Juden systematisch austreibt. Wehe den russischen Juden, wenn die Alliance wagen sollte, zu Gunsten derselben zu interveniren; das wäre das Signal zu einer noch energischeren Behandlung, als diejenige ist, unter der sie jetzt leiden; aber hier, wo Niemand weder sie noch ihre Reichthümer anrührt, wo es sich nur handelt um Bekämpfung ihrer schädlichen Invasion mit vollkommen humanen Mitteln, wie sie mit dem öffentlichen Rechte gemäß sind, hier wagt die Alliance zu interveniren und von Neuem zu schmähen. Aber sie hüte sich, daß sie uns nicht zum Aeußersten bringe; auch die größte Geduld hat ihre Grenzen. Wir wissen wohl daß drei Tage genügen würden, um die Judenfrage auf eine so definitive Weise zu ordnen, daß die Alliance keinen mehr haben soll, für beit sie zu interveniren hätte. Wir können unser Volk, das scheinbar so mild und lenksam ist, aber es gibt eine Grenze für seine Milde, die zu überschreiten gefährlich ist." Es ist außerordentlich bedauerlich, daß dte rumänischen Zeitungen Nachrichten aufnehmen, die nicht im Geringsten begründet sind, tutb sie zum Thema neuer Angriffe gegen die Juden ergreifen. Die Alliance israßlite hat nirgends, bei wem es auch sei, auch nur den geringsten Schritt gethan, der Rumänien irgendwie angehen könnte. (Die Israeliten von Maroeeo.) Die spanische Regierung hat eine Maßregel ergriffen, über die wir uns außerordentlich freuen Sie hat ihre Protection zu Marocco denjenigen, welche dieselbe vor den Madrider Conferenzen genossen hatten und derselben augenblicklich beraubt waren, wieder ertheilt. In Folge dieses Beschlusses sind diejenigen Israeliten, welche früher von Spanien protegirt waren, auf den Listen der spanischen Eonsulate rtzintcgrirt worden. (Affaire Fornaraki.) Man crimtert sich, daß man am 18. März 1881 in Alexandrien am Meeresufer den Leichnam eines griechischen Knaben, Evangeli Fornaraki, fand. Ohne Schatten von Vorwand wurde die Familie Baruch der Ermordung des Knaben angeklagt, und unter der griechischen Bevölkerung von Alexandrien gab es eine lebhafte Aufregung. Eine aus Delegirten der Eonsularagenten aller Mächte bestehende Commission wurde von der egyptischen Regierung zur Untersuchung der Sache eingesetzt; der Commissionsbericht, den die Alliance veröffentlicht hat, proelamirte die Widersinnigkeit der Anklage; dennoch ist die Familie Baruch, da sie griechisch ist, an das Gericht von Corfu abgeliefert worden. Wir sind glücklich, mitzutheilen, daß das Gericht von Corfu durch Erkenntniß vom 4. Jan. 1882 die Familie Baruch für unschuldig erklärt und ihre Freilassung angeordnet hat. (Denkmal für Abb6 Grßgoire.) In Luneville hat sich unter Vorsitz des Deputitren H. Camille Viox ein ComitH gebildet behufs Errichtung eines Dertkmals für das einstige Mitglied der constituirenden Versammlung, Abbä Grtzgoire, der zur Erwirkung der bürgerlichen und staatlichen Rechte der Israeliten von Frankreich das Meiste beigetragen hat. Das C. Comittz hat an H. Viox folgendes Schreiben gerichtet:

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