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Der Israelit · 1882-02-22 · Heft 8 (22.2.1882) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 8 (22.2.1882)
Date
1882-02-22
Page
– (sequence 11)
Language
German
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187 o hergestellte Seife empfohlen rvird. Wie weit die religiöse Gewissenhaftigkeit des Fabrikators reicht, erhellt daraus, daß auf sein Fabrikat nicht eine einzige rabbinische Autorität einen ~>2on geben will, was wohl damit zusammenhängt, daß dessen Religiösität hauptsächlich in Bezug auf p"tp n-vow Vieles zu wünschen übrig läßt. Es ist daher sowohl bei dieser, wie bei vielen anderen Maaren, die den Namen führen, die strengste Vorsicht geboten. A m i t t i. E u g l a n d. London, 4. Febr. Für den Fond zur Unterstützung der Juden in Rußland sind bis gestern 26,000 Pfd. Sterling gezeichnet worden, davon je 1000 Pfd. St. von Lord Rosebery, David Sassoon u. Co., Stern Brothers und Lady Goldsmid. — Gestern hat im Rathhause von Manchester eine Versammlung stattgefunden, in welcher der Entrüstung der Bevölkerung über die Judenverfolgungen in Rußland Ausdruck gegeben wurde. Unter den Anwesenden befanden sich der Bischof von Manchester und mehrere Parlamentsmitglieder. Nach einer die antisemitische Bewegung in Rußland und Deutschland scharf geißelnden Rede des Bischofs der Diöcese nahm die Versammlung Beschlüsse an, welche fast gleichlautend mit den Resolutionen sind, die das im Londoner Mansion-House am Mittwoch stattgefundene Meeting gefaßt hatte. Rußland. * Petersburg. Am 28. Januar hat Graf Jgnatiew wieder einmal eine jüdische Deputation empfangen und sie mit dem üblichen Bescheid abgespeist. Es ist zu verwundern, daß sich noch immer Israeliten finden, die sich von Jgnatiew Trost und Hilfe holen zu können glauben. Die Maßregeln gegen die Juden werden immer schroffer. In Moskau ist vom Oberpolizeimeister den jüdischen Schülerinnen, welche die höheren Frauencourse hören, neuerdings der Aufenthalt untersagt worden und die Regierung hat das gebilligt. Petersburg, 11. Febr. Der „Regierungsbote" und das „Journal de St. Petersbourg" veröffentlichen folgendes Communiqutz. Das Gerücht, daß eine englische Intervention zu Gunsten der russischen Juden sich vorbereitet, ist so wenig mit den guten Beziehungen Englands zu Rußland verträglich, daß das eigentlich kein Dementi verdient. Da aber diese Gerüchte einen neuen Beleg für die Spannung der Beziehungen zwischen den Israeliten und der Masse der Bevölkerung herbeiführen können, geben wir eine Darlegung des wahren Standes der Dinge Die jüdische Frage gehört zu den innern Angelegen heiten, in welche kein Staat jemals eine Einmischung noch die Rathschläge Fremder zulassen wird, in welcher Form dieselben auch auftreten »mögen. Die Verletzung internationaler Gebräuche wäre diesmal um so weniger zuzulassen, als jede Intervention Mißvergnügen und Erbitterung der Massen erzeugen würde und der Lage der Juden, welche als russische Unterthanen den Schutz der Regierung genießen, schaden würde. Die gegen die Unordnungen ergriffenen Maßregeln sind keineswegs schwache. Im Süden sind 3675 Personen verhaftet, wovon 2359 bestraft sind. In Warschau sind 3151 Personen verhaftet, 2302 sollen gerichtlich verfolgt werden. Die Regierung sucht Mittel, um die Möglichkeit einer Erneuerung derartiger Unordnungen definitiv zu beseitigen. Die Frage ist Gegenstand der Erörterungen eines besondern Comittzs. Wenn aber die Resultate gute sein sollen, darf vor Allem die Frage nicht durch auswärtige Einflüsse und solche Gerüchte vergiftet werden. Feirillelv«. <456 Munch. Kulturhistorisches Zeitbild aus dem e r st e n D r i t t e l des 18. Jahrhunderts. Von S. Ko hu. (Verfasser von „Gabriel".) (Fortsetzung.) 5. Kapitel. Es ist Samstag Nachmittag und wir befinden uns in der Wohnung des RebSabelsUlschitz. Die Familie sitzt nach dem Mittagsmahle noch um den Tisch. Das nominelle Haupt der Familie — Reb Sabel — das fattische war die Frau — sitzt in einem Lehnstuhl, der sich durch eine lange Reihe von Jahren in der Familie erhalten hat, und in fast wunderbarer-Weise den vielen Feuersbrünsten, denen das Prager Ghetto im Laufe der Zeiten ausgesetzt gewesen, entgangen war. Sabel Ulschitz war ein Mann von kaum fünfzig Jahren, der in seiner Jugend schön gewesen sein mochte, aber jetzt kränklich und sehr verwittert aussah. Sein schwarzes Kraushaar war von einem Käppchen bedeckt, das I) Eigentlich heißt der Alaine Sanbit aber die Ghettobewohner waren zu bequem, das schwere Wort richtig auszusprechen und sie verderbten es in Sabel, weshalb wir es auch '0 schreiben wollen.

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