Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 7 (15.2.1882)
- Date
- 1882-02-15
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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163 das Höchste ist, dann war stieser Mann der Wissenschaft ein rechter — Thor! Wir möchten es bezweifeln, daß, wenn diese neue Lehre jemals in die große Masse Eingang finden würde, es viele solcher weisen Thoren geben würde, wie es bis heute, ohne diese Lehre, sehr viele gegeben hat. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M., 4. Febr. In Ihrer Eorrespondenz aus New-Qrleans, Nr. 4 Ihres geschätzten Blattes begleiten Sie die Notiz, daß jeden Mittwoch und Samstag (?) Schiffe nach Sivily- Island abgehen, mit vollem Recht mit Fragezeichen — Ihre vom 18. Dezember datirte Eorrespondenz beginnt nun mit den Worten: „Gestern Abend reisten re. re. — Da nun der 18. Dez. ein Sonntag war, so ist sogar die Frage überflüssig, ob etwas stattgefunden, es ist vielmehr evident, daß die Abfahrt der Dampfer Samstag Abend nach t£’"c stattfinden. — Dieses Factum bestätigte auch der Decemberbericht der Alliance israelite Pag. 155; dasselbe berichtet auch die Illumination des Emigrantenhotkls am 16. Dec. Doch von einem Umzug mit Laternen ist keine Rede. Auch diese Angabe möchte aus einer Ungenauigkeit Ihres Herrn Correspondenten beruhen; möchte doch derselbe, wie alle Ihre Correspondenten darüber, wenn ihnen diese Zeilen zu Gesicht kommen, bedenken, welche Verantwortlichkeit aus ihnen ruht, wenn sie durch solche angenommene Angaben dem Rettungswerk unserer bedrängten russischen Brüder die Sympathien und die Mitwirkung auch nur einiger gesetzestreuen dhw entziehen. Gestatten Sie mir, hochverehrter Herr Redakteur, schließlich, angesichts der Unmöglichkeit alle Emigranten nach Nordamerika zu lenken, angesichts der Bedenken, welche die klimatischen Verhältnisse von New-Orleans erregen müssen, einige andere zur Aufnahme eines Theils, wenn auch kleinen Theils der verscheuchten Heerde Israels geeignete Länder: Australien (New-South Wales, Victoria, Queensland, N. Seeland, alle mit blühenden mVnp) und Südafrika (Capland, Natal) wenigstens anzudeuten. — Hoffend, daß in Folge der warmen begeisterten Worte unseres verehrten Herrn Rabbiner Hirsch auch unsere zahlreiche n^np ihrer Stellung eingedenk, den Brüdern in London, Frankreich, Amerika, Hamburg 2c. würdig an die Seite treten wird und Ihre nächste Nummer Erfreuliches darüber zu berichten haben, zeichnet in gewohnter Verehrung: L. H., Mitglied der Fftr. Neligionsgesellschaft. E n g l a n d. London, 2. Febr. Die gestern im Mansion- House abgehaltene Versammlung zu Gunsten der verfolgten russischen Juden war so zahlreich besucht, daß die egyplische Halle nicht alle Theilnehmer zu fassen vermochte. Der Lordmayor hatte den Vorsitz übernommen und unter den Anwesenden bemerkte man den Kardinal Manning, den Bischof von London, Lord Shaftesbury, Sir Nathaniel de Rothschild, Mr. Alfred de Rothschild, den Canonikus Farrar, die Baronin Burdett-Coults und andere Personen von Auszeichnung. Auch hatte sich eine große Anzahl von Parlamentsmitgliedern beider Parteien eingefunden. Die Verhandlungen begannen mit einer kurzen Ansprache des Vorsitzenden, worin er hervorhob, daß er den Gebrauch der egyptischen Halle zur Abhaltung einer Versammlung zu Gunsten der Inden nur deßhalb gestattet, weil die an ihn gerichtete Requisition von den einflußreichsten Persönlichkeiten, ohne Unterschied des Glaubens und der politischen Richtung unterzeichnet gewesen. Alsdann verlas er eine Menge mit dem Zwecke der Versammlung übereinstimmende Zuschriften hervorragender Persönlichkeiten, die am Erscheinen verhindert waren. Der Erzbischof von Canterbury schrieb, er habe, da ihm der Arzt das Ansgehen verboten, den Canonikus Farrar beauftragt, seinem Entsetzen über die Schändung des christlichen 'Namens durch diese schmachvollen Verfolgungen der Juden in Rußland Ausdruck zu geben. In einem Schreiben des Herzogs von Westminister heißt es u A.: „Ich fürchte, es kann kein Zweifel darüber obwalten, daß ein großes und fürchterliches Unrecht gegen die wehrlosen Juden in Rußland begangen worden; aber wir bedürfen weiterer Auskunft, zu deren Erlangung jede Anstrengung gemacht werden sollte, und wozu, wie ich glaube, die russische Regierung Leichtigkeiten zu gewähren Willens ist." Auch von anderen hervorragenden Persönlichkeiten waren Zustimmungs-Schreiben eingelaufen. Lord Shaftesbury, welcher die erste der werter unten ihrem Wortlaute nach mitgetheilten Resolutionen beantragte, verknüpfte damit eine Ansprache, in welcher er in Abrede stellte, daß die Bewegung zu Gunsten der russischen Inden dem Russenhasse entsprungen und nur den Zweck hätte, den Frieden des Gladstone'schen Kabinets zu stören. Der Bischof von London unterstützte den Antrag mit dem Bemerken, daß die englische Staatskirche nicht umhin könne, sich dem Ausdrucke entrüsteter Betrübniß über die grausame Behandlung der russischen Juden anzuschließen. Kardinal Manning beantragte die zweite Resolution und begleitete dieselbe mit einer Rede, in welcher er gegen die antisemitische Bewegung auf dem Festlande scharf