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Der Israelit · 1882-02-15 · Heft 7 (15.2.1882) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 7 (15.2.1882)
Date
1882-02-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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157 sich, als diese mit der Bemerkung „einem Juden geben wir solche nicht" verweigert wurden, Sergeanten und Unteroffiziere in die Sache, welche damit endete, daß die Fähnriche vom Militär und Civil, welche im Cafe waren, unter lautem Bravo Einer nach dem Andern aus dem Lokal hinausgeworfen wurden. Solche Selbsthilfe scheint geboten, da der Weg der Beschwerde, wie frühere Thatsachen bewiesen haben, ohne jeden Erfolg bleiben dürfte. (Fs. Ztg. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Wien. Dem Jahres - Bericht der Wiener öffentlichen israel. Vereins - Volks - Schule „Talmud- Thora" (erste israel. Armenschule) für das Schuljahr 1881 entnehmen wir: Auch im verflossenen Jahre war unser Bestreben dahin gerichtet, die Schule auf gleicher pädagogischer Höhe mit anderen, aus öffentlichen Fonds dotirten Bildungsanstalten, zu erhalten. Wir haben in dieser Hinsicht keinerlei Opfer gescheut und müssen die Unterstützung, die uns von den P. T. Bereinsmitgliedern und Gönnern, in erster Linie vom löbl Gemeinderathe der L>tadt Wien, sowie von der löbl. israel. Cultusgemeinde zu Theil wurde, dankbarst anerkennen. Daß unser Institut sich als ein wahres Bedürfniß erwiesen, dafür zeugt die stets wachsende Frequenz der Schule. Möge der werkthätige Eifer unserer Gesinnungsgenossen uns in die Fage versetzen, unser gemeinnützliches Werk zu vollenden und die Schule auch für die Zukunft zu consolidireu. Die Einnahmen betrugen 6939 fl., die Ausgaben 5662 fl. England. London. Herr Leon Lewisohn hat ein Schreiben an Lord Granville gerichtet, worin er in Antwort auf den ihm vom Auswärtigen Amte zugegangenen Bescheid, daß er jedes Mal, wenn er Rußland zu besuchen wünsche, bei dem russischen Minister des Innern, um die Erlaubniß hierzu einkommen müsse, die Aufmerksamkeit des Ministers auf den Umstand lenkt, daß ein Kaufmann, der eine dringende Geschäftsreise vor hat, nicht einen Monat oder länger auf die Erlaubniß, ein fremdes Land betreten zu dürfen, warten könne. Abgesehen davon, könne er das vorgeschlagene Verfahren als britischer Unterthan konsequenter Weise nicht einschlagen. Ich, sagt Herr Lewisohn im Weiteren, beanspruche keine Gunst von der russischen Negierung, sondern ich beanspruche als britischer Unterthan den unbeschränkten Genuß jener Rechte, auf welche ich in Gemeinschaft mit den übrigen britischen Unterthanen, vermöge des zwischen Großbritannien und Rußland in Kraft befindlichen Vertrages, ein Anrecht habe und ich ersuche Ew. Herrlichkeit auf's Neue, den Genuß jener Rechte, die mir seit den letzten 18 Monaten vorenthalten werden, für mich zu erlangen. Ich hoffe, die Regierung wird sich nicht länger etwas gefallen lassen, was Ew. Herrlichkeit in Ihrem Schreiben an Herrn Wyndham vom 11. Juli 1881 richtig als eine Verletzung der gewährleisteten Vertragsrechte seitens der russischen Regierung charakterisirt hat. London, 9. Febr. Unterhaus. Gladstone antwortet dem Parlamentsmitglied Simon: Die Konsulatberichte über die Judenverfolgung in Rußland würden vorgelegt; die Sache müsse jeden gefühlvollen Menschen mit Pein und Abscheu erfüllen (Beifall), aber sei interne Sache einer andern Regierung und könne nicht Gegenstand officieller Correspondenz und Untersuchung sein; nur freundliche Vorstellungen seien gelegentlich möglich, andere Schritte würden nichts nützen, sondern eher schaden. Spanien. Ein neuer Reisender, welcher Toledo besucht hatte, berichtet darüber Folgendes: Die herrlichsten Baudenkmale in dieser Stadt befinden sich jetzt im Zustande des größten Verfalls. Die herrlichen Säle lösen sich zerbröckelnd ab und ein Seiler treibt da sein Gewerbe. Demselben Schicksale gehen die 32 achteckigen Säulen mit den reizenden Capitellen und den maurischen Hufeisenbogen der einstigen Synagoge und späteren Kirche Santa Maria la Blanca entgegen, deren herrliche, einst in Gold und Farben glänzenden Friese, von einem frommen Vandalen, vielleicht dem Namen zu Ehren mit einer weißen Kalktünche überzogen wurden, und ebenso das Innere von ElTränsito, ebenso einer katholisch gewordenen wunderschönen Synagoge mit einem prächtigen dunkeln Cedernholz- Plafond, wenn für ihre Conservirung nicht bald mehr geschieht, als bisher. Beide Synagogen geben noch Zeugniß von der großen Rolle, welche einst die Juden in Toledo und überhaupt in Spanien spielten. Aus allen Theilen der Welt strömten damals Lernbegierige zusammen, um bei den jüdischen Gelehrten Philosophie, Mathematik, Astronomie und besonders Arzneikunde zu studiren. In allen diesen Fächern gehörten die Juden zu den Ersten. Mit der Vertreibung der Mauren ging es auch mit der

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