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Der Israelit · 1882-02-08 · Heft 6 (8.2.1882) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 6 (8.2.1882)
Date
1882-02-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
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131 % entgegen und wir sehen in allen Menschen unsere Brüder, die Geschöpfe des einzigen Gottes. Moscheh und Jithro (Zu Paraschath nn\) E. Der überwältigende Eindruck, den die wunderbare Befreiung Israels aus Egypten und das jähe Ende seiner Tyrannen in außerisraelitischen Kreisen zurückgelassen hatte, wird in der Geschichte Israels wiederholt betont. Daß die Völker, welche die Kunde vernahmen, vor dem Siegeslauf eines Volkes zitterten, das bei aller äußeren Schwäche und Wehrlosigkeit so ungeahnte Erfolge errungen hatte, besingt schon das Lied der von Knechtschaft und Tod Befreiten an dem Gestade des soeben durchschrittenen Meeres. Nur wenige hatten aber eine Ahnung davon, wie sie nur diesem Volke näher zu treten brauchten, um die Furcht in Hochachtung, die Scheu in Verehrung umzuwandeln. Einer dieser Wenigen war Jithro. Priester in Midjan, hatte er schon seit einer langen Reihe von Jahren dein flüchtigen Sohne des in tiefster Sclaverei schmachtenden Volksstammes seine Tochter und seine Heerden anvertraut. Von dieser Heerde rief den Moscheh der Gottesruf hinweg zur Befreiung seines Volkes. Die Befreiung war vollbracht und unter der Führung feines Befreiers waren die Erlösten eben im Begriff durch die Wüste zum Gottesberg zu wandern und dort das Gesetz des Gottes entgegen zu nehmen, der ihnen die Freiheit geschenkt. „Da hörte Jithro, der Priester von Midjan, Moscheh's Schwiegervater, alles was Gott an Moscheh und Israel seinem Volk gethan, daß Gott es aus M^rajim geführt habe. Wie nun Jithro das Gehörte auffaßte und wie diese Jithro'sche Auffassung sich von derjenigen seines Schwiegersohnes unterscheidet, ist so ungemein charakteristisch, daß es sich verlohnt auf die feinen Nüancen zu achten, welche diese Verschiedenheit zum Ausdruck bringen. Der Schwiegervater hört in erster Reihe nicht was Gott an Israel, sondern was er an Moscheh gethan. Der einst flüchtende Schaafhirt war Führer eines großen Volkes geworden, wird die neue Würde nicht nachtheilig auf die unter ganz anderen Verhältnissen geknüpften, verwandtschaftlichen Beziehungen eingewirkt haben? Jithro führt dem königlichen Schwiegersohn Weib und Kinder wieder zu, von denen er sich in Folge seiner Sendung hatte trennen müssen. Die Namen der Kinder und die daran sich knüpfende Bedeutung wird nachdrücklich hervorgehoben. Der bloße Name seiner Kinder mußte den inzwischen zu Ehren und Würden gelangten Vater, die Erinnerung an die Zeit wecken, in welcher er noch ein Fremdling in fremdem Lande, durch die gastliche Aufnahme im Jithro'schen Hause von Pharaos Schwert mit Gottes Hilfe gerettet wurde. So sucht der Schwiegervater den Schwiegersohn in der Wüste auf, aber sofort das erste Zusammentreffen bekundet die unveränderliche Bescheidenheit Moschehs. Er geht seinem Schwiegervater entgegen, wirst sich vor ihm zu Boden, küßt ihn und Beide treten, nachdem sie sich gegenseitig begrüßt, in das Zelt. Nun hört Jithro aus Moscheh's eigenem Munde, was Gott an Pharao und Egypten gethan. Die Person des Erzählers tritt dabei in Gegensatz zu Jithro's Auffassung vollständig in den Hintergrund, was Gott gethan, hat er nur rni« b-j Israels wegen gethan, auch waren es nicht ausschließlich erfreuliche Erlebnisse, sondern neonn » die ganze Mühseligkeit der Wüstenwanderung, wie die Erlösten Hunger und Durst und sogar dem tückischen Schwerte Amaleks ausgesetzt waren. Jithro ringt die Erzählung seines Schwiegersohnes eine Huldigung Gottes ab, die in den Worten ,n in: gipfelt. Er hatte von den das Befreiungswerk begleitenden Mühseligkeiten nur gehört, für Moscheh und Israel, die sie erlebt und noch zu gewärtigen hatten, war die Zeit für eine solche Huldigung noch nicht gekommen *). Den ganzen ersten Tag des Wiedersehens widmete Moscheh seinem Schwiegervater, am folgenden Tag nahm erst Moscheh seine dem Volke gewidmete Thätigkeit wieder auf. An Moscheh's Lippen hangend umsteht das Volk seinen Führer, der auch zugleich sein Lehrer und Richter ist, von Morgens bis Abends. Moscheh's Schwiegervater sieht, was sein Schwiegersohn alles für das Volk thut. Der midjanitische Priester, von dem die Ueberlieferung berichtet, daß er früher in Egypten dem Pharaonischen Throne als Berather nahe gestanden, war wohl an das gewöhnt, was ein Volk seinen Herrschern leistet, daß aber ein König in des Wortes edelster Bedeutung der erste Diener seines Volkes ist und die einzig dastehende Art, wie ein Moses diese seine Pflicht begreift und sie ohne Mithilfe von früh bis spät übt, das glaubte der Schwiegervater rügen zu sollen. Moscheh erwidert, das Volk suche durch seine Belehrung Gott kennen zu lernen; da nun kein Sterblicher in der Nähe Gottes in dem hohen Grade gewürdigt wurde, als eben Moscheh, so lag in dem Gegenstand der Belehrung auch zugleich das Motiv dafür, daß diese Belehrung von Moscheh und nur von Moscheh ausging. Wie seine Thätigkeit sich auf 1) Die durch diese Trübungen noch nicht vollständig empfundene Freude der Erlösung seitens Moscheh's und Israels spricht N. Papus dahin aus: qvj ,'n -jnD nrP ■jnu ne« 'c£i wn wj no«t disd .(Dip1?’) 'n “p~G "lew nn» nnst? "iy V. i I

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