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Der Israelit · 1882-02-01 · Heft 5 (1.2.1882) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 5 (1.2.1882)
Date
1882-02-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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118 chung unseres vorliegenden Religionsbuches, welche nicht ungünstiger ausfallen konnte, aus der aber klar hervorgeht, daß dem Herrn Ph. die Tendenz schon genügt hat, das Buch seinem vernichtenden Urtheil verfallen zu lassen. Denn es liegt auf der Hand, daß der Reeensent, wenn wir ihn nicht absichtlicher Fälschung und bewußter Unwahrheit zeihen sollen, von dem Werke nichts weiter als das Vorwort, die Einleitung und die erste Seite gelesen hat. Wir halten uns verpflichtet, dieses hervorzuheben, um zu zeigen, mit welcher Gewissenhaftigkeit gewisse Recensenten ihre Pflicht gegen Verfasser und Publikum erfüllen. Herr Ph. will es den auf dem Boden des Schulchan Aruch Stehenden nicht verdenken, „wenn er sich auf den Grund des Schulchan Aruch ein Lehrbuch der Religion zusammenstellen läßt, in welchem z. B. für das erste Gebot, der Anerkennung Gottes, nicht die Bücher Moses und die Propheten, sondern Rambam, und Hirsches Pent. angezogen werden." Wir wollen nicht behaupten, daß Ph. absichtlich eine Unwahrheit ins Treffen führt, aber leichtsinnig ist er mit seiner Behauptung gewesen, hätte Herr Ph. nur die Seite umgeschlagen, so hätte er die ausführlichen auf die Anerkennung Gottes be- Züolichen Verse unter Angabe ihrer Stelle gefunden, nämlich II. Mos. 20, 2. V. Mos. 6, 4. V. Mos. 4, 39. Jes. 45, 6. 7. Hier, Herr Ph., haben Sie Moses und die Propheten! — Daß aber Herr Ph. ein Buch von 288 S. „als Lehrbuch für Schulen, z. B. für unsere Elementarschulen, für eine schwer verdauliche Aufgabe" hält, scheint doch ein recht objektiver Grund zu sein! Nun ist aber das Buch gar nicht für Elementarschulen berechnet, dort soll es höchstens in der Hand des Lehrers als Unterrichtsbuch dienen; der Verf. selbst hat sich ausführlich darüber ausgesprochen. Es soll in oberen Claffen gebraucht und auch ein Familienbuch werden; ist es dafür auch zu dick? Halt! da fällt uns aber etwas ein. Im Jahre 75 erschien von einem gewissen Dr. Ludwig Philippson, früher Rabbiner in Magdeburg, jetzt in Bonn, ein Lehrbuch der rsr. Religion und das enthält 307 Seiten! Vielleicht ist der gegenwärtige Redacteur der „Allgemeinen Zeitung des Judenthums" und zugleich Reeensent des Stern'schen Religiousbuches so gut, an den Herrn Dr. Philippson, den Vers, des genannten Lehrbuches der isr. Religion, eine Vorftellnng ob eines so dickleibigen Schulbuches zu machen! — Hält der Reeensent dem „seichten Rationalismus" Stern's seinen „seichten Zelotismus" entgegen, so möge das Herr Stern mit ihm in's Reine bringen; wir wollten nur das Gebahren einer gewissen Sorte heutiger Recensenten zu Nutz und Frommen unserer Leser kennzeichnen Herr Chajim Horowitz, dessen Schriften wir kürzlich besprochen, hat von der „Alliance Isr." ein sehr anerkennendes Schreiben erhalten, das ihm die freudige Mittheilung macht, daß ihm zur Herausgabe seines n"Y'ie> 500 Frs. als Subvention bewilligt worden seien. Zeitungsnachrichten und Correfpoudenzen. Deutschland. Berlin. Die hiesige jüdische Hauptgemeinde, welche bisher nur zwei Synagogen als Eigenthum, und zwar die alte Synagoge in der Heydereutergasse und die neue Synagoge in der Oranienburgerstraße besaß, hat nunmehr die drrtte Synagoge, welche sie seit zehn Jahren vom Commissionsrath Lehmann in der Kaiserstraße in Packt hatte, käuflich erworben. Das kolossale Grundstück des Commissionsraths Lehmann, auf dessen Hofe die gedachte, sehr einfach gebaute Synagoge steht, ist für den Preis von 360,000 Mark, wie uns mitgetheilt wird, an die Hauptgemeinde übergegaugen. Wie wir vernehmen, dürfte auch hier bald der 'Bau einer größeren Synagoge vor sich gehen. (B. B.-C.) Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien, 23. Jan. Aus dem Ugocsacr Comitat wird über arge Judenverfolgungen gemeldet. Dieselben begannen damit, daß jüdische Bettler in Karaßlo zum Knien vor einem Kreuz gezwungen wurden. Da die Juden des Ortes sich hierüber abfällig äußerten, wurden ihre Häuser mit dem Rufe: „Es naht der Tag des Gerichtes" geplündert. Der Stuhlrichter hält es mit den Judenverfolgungen und berichtete dem Vizegespan, daß nichts vorgefallen. Dieser ließ auf Bitte der Juden eine Untersuchung einleiten und sechs Rllhestörer verhaften. Trotzdem erneuerten sich in den benachbarten Orten dieselben Scencn. Die dortige Bevölkerung ist griechisch-katholisch und soll durch fremde Emissäre aufgehetzt sein. Pesth, 22. Januar. „Függetlenstzg" berichtet über Judenhetzen im Ugocsaer Komitat. In der Gemeinde Unter-Kaaszlo des genannten Komitats wohnen fast ausschließlich Griechisch-Katholiken, die angeblich von kirchlicher Seite gegen die Juden gehetzt werden. Ende Dezember gingen zwei polnische jüdische Bettler durch das Dorf. Am Ende desselben angelangt, wurden sie von mehreren Einwohnern gezwungen, vor dem dort befindlichen Kreuze niederzuknien. Ein Jude aus dem Dorfe kam seinen

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