Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 4 (23.1.1882)
- Date
- 1882-01-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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weniger also eine Mcnschrnseele ausgeschlossen sei. nois ~nkti -r. — Dieses Bewußtsein von der Bedeutsamkeit jedes Einzelnen der jüdischen Gesammtheit, hat Gott uns in der Stunde geweckt, in welcher er uns die Freiheit schenkte, indem er in den neuerstandenen Häusern die einzelnen Seelen zählen ließ n rs: rozzz die sich an jedem Tisch um das Opfer der Freiheit schaarten. In dem edelsten Sohne dieses Lölkes, in Moses brauchte dieses Bewußtsein nicht erst geweckt zu werden. Die ersten, die Geschichte des jüdischen Volkes einleitenden Worte enthalten ja die namentliche Aufzählung nicht etwa der gegenwärtig lebenden Glieder, sondern sogar die der bereits in die Ewigkeit eingegangenen Ahnen dieses Volkes. eü.ttd jwstp '2 zy rsr.BP Mu n',nv ,onsn jn-n1? ,Dnn»D3 cdjodi mn ,DmDr3 N’S'Cn ZtZHM ,Dmcsoi “'■2DC2 DN’iTOtC' D’320^ : vN-ip’ C'in CN2S "2CCD „Sie werden gezählt und wieder gezählt, im Leben und im Tode gezählt, nicht nur um ihre Zahl, sondern auch um ihre Namen, und die darin niedergelegte Bedeutung jedes Einzelnen festzuhalten. Darin oocumentirt sich die fürsorgende, jedem Einzelnen nahe Gottesliebe, welche die Gezählten himmelhoch bis zu den Sternen am Firmament erhebt, deren Zahl und Bedeutung ebenfalls nur ihr Schöpfer kennt." Ja, sie gleichen den Sternen! Sie erschienen Pharao und seinen Gesinnungsgenossen aus demselben Grunde so klein, aus welchem den sterblichen Augen auch die Sterne so winzig erscheinen, weil sie nämlich — so hoch über ihnen stehen. Man muß aus der Höhe eines Moses stehen, um ihre ganze Größe würdigen zu können, wie sie sich in der entschiedenen Forderung ausspricht, die für den Dienst Gottes auch nicht aus eine einzige der Millionen- Seelen Verzicht leistet. „Mit unseren Jungen und mit unseren Alten werden wir gehen!" Auf die Jugend rechnet Moses in erster Reihe, und setzt sie daher dem Alter hier voran, während Pharao gerade den Männern das ausschließliche Privilegium für den Gottesdienst einräumen möchte — n:yi nnzan nj — und in dem Verlangen der Theilnahme auch der Kinder das Schlimme wittert, das Moses und Ahron im Schilde führen. „So möge Gott mit Euch sein, erwiderte daher Pharao, wie ich Euch und Eure Kinder ziehen lasse, seht Ihr führt Schlimmes im Sinne. So nicht! Geht doch Ihr Männer und dienet Gott, denn das ist es ja, was ihr anstrebt — und er trieb sie von Pharaos Antlitz fort." Von den Männern hatte Moscheh nichts zu hoffen und Pharao nichts zu fürchten. Die Männer, deren Mannesmuth ein mehr als zweihundertjähriger Druck sonder Gleichen derart vernichtet, daß sie ihre Kinder in den Fluthen des Nil widerstandlos ersäufen ließen, die Männer, die nicht einmal mehr ein Ohr für die Ankündigung der Freiheit hatten wegen der Kürze des Geistes und der harten Arbeit, die Männer, welche die ägyptische Sclaverei mir ihren Fleischtöpfen der Freiheit mit ihrer Entsagung noch vorzogen, als ihnen das Sclavenjoch längst vom Nacken genommen war, diese Männer, für die von Gott zu gewährende Freiheit zu gewinnen, war wohl das Ziel der Wendung Mosis, 'aber erst das letzte. Auf die Jugend war Moscheh's Blick in erster Reihe gerichtet, sie hofft er zuerst und am leichtesten so für die von Gott zu gewährende Freiheit zu gewinnen, daß auch die Alten von dem Freiheitssinne der Jugend ergriffen, dem Gottesrufe in zweiter Linie wenigstens folgen werden. Wie tief muß unser „Lehrer" Moscheh die Bedeutsamkeit jedes Einzelnen innerhalb der jüdischen Gesammtheit durchdrungen haben, wenn er selbst zu den Kindern hinabsteigt, um auf sie die Macht zu gründen, von welcher Davids Harfe singt, daß sie jedem Feind und Widersacher die Vernichtung bringe! Wo haben in der Weltgeschichte, Menschenfeindschaf: und gottleugnender Tyrannentrotz zum zweiten Male solche Dimensionen und solche Erfolge einem ganzen Volke gegenüber erreicht, als zur Zeit unserer Väter in Egypten?! Und trotzdem, während rin ganzes, mächtiges Staatswesen mit roher Gewalt und rasfinirtem Haß, die freie Manneskraft des israelitischen Volkes lähmte, die Geister verdüsterte, die Gemüther abstumpfte und so fast die letzte Spur des göttlichen Funkens verlöschte, den der Vater der Menschheit in jede Menschenbrust gesenkt; jedes neugeborene Kind brachte dennoch die ungetrübte Gottebenbildlichkeit mit in das Dasein und mit neuer, frischer Kraft trat die Jugend ein in das Leben des zu Boden geworfenen Volkes. Die Macht der Väter war gebrochen, aber die Macht der Kinder spottete der Gewalt der Tyrannen. Solange es nicht geling:, jede neu aufblühende Jugend in das alte Joch zu zwingen, so lange die Möglichkeit vorhanden ist, daß es irgend einem Einfluß gar gelänge, in den Geistern und Gemüthern der Jugend die Ideale nur zu beleben, die aus der Väterbrust längst geschwunden waren, solange konnte die Pharaonische Politik ihres Erfolges nicht sicher sein. Deshalb läßt Pharao alle neugeborene Knaben tobten, aber die Mädchen ließ er leben! Der König eines Staates, wie es Egypten war, dessen Bewohner sich streng in bestimmten Kasten gliederten, muß die Bedeutung der Jugenderziehung in hohem Grade erkannt und anerkannt haben. War doch das Kind, das in der Königs-, Priester-,