Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 4 (23.1.1882)
- Date
- 1882-01-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XXm. Jahrgang. Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Jndenthnm. Heransgegcben von I*,-. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 23. Januar 3642 (1882). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirr ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Desterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. -Inhalt. Leitender Artikel: Mit unseren Jungen und mit unseren Alten wollen wir gehen. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Berlin. Cöln. Kassel. Pasewalk. Hegenheim. — Oest.-Ung. Monarchie: Aus Krakau. — Belgien: Brüssel. — England; Lmal London. — Rußland: Petersburg. Warschau. — Feuilleton: Parthenope. Inhalt der ersten Beilage: Leitende Artikel: Entwicklungs-Theorie und Schöpfungs-Lehre. — Literarischer Bericht. — Zeitungsnachrichten und Eorrespondenze«: Deutschland: Ans Frankfurt a. M. — Oesterr. - Ungar. Monarchie: Homonna. — Rußland. — Feuilleton: Löb Munitz. Inhalt der zweiten Beilage: Leitender Artikel: Die Judenverfolgungen in Rußland. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Oest.-Ung. Monarchie: Wien. Budapest. Päpa. Rum. — Feuilleton: NochmqlS. ein Wort.über die Lage des Gartens Eden. . unseren Mngen und mit unseren - Ulten wollen wir gehen. (Zu Paraschath *o) E* „Mit unseren Jungen und unseren Alten „werden wir gehen, mit unseren Söhnen und mit „unseren Töchtern, mit unseren Schaasen und un-? „seren Rindern werden wir gehen, denn ein Gottes- „fest haben wir." Das ist die Antwort auf die übermüthige Frage der ägyptischen Majestät: „Wer, wer sind denn die, welche gehen sollen?" Das ist noch heute und für alle Zeit die Antwort auf die Frage, wer denn Hand! und Fuß zu rühren, wer zu gehen und womit Jeder! einznstehen habe, sobald es sich um Erstrebung und l Erreichung der großen Ziele handelt, die der jüdi- 1 scheu Gesammtheit gesteckt sind. Der pharaonischen Politik war es gelungen, die eingewanderte Jakobsfamilie zu einer großen, stumpfen Helotenmasse zu degradiren. Die souveräne Veri achtung, mit welcher der Pharaonische Uebermuth aus das geknechtete Volk herabblickte, findet in der; Wiederholung der Fragepartikel D'Drnn 10 „Wer, ' wer sind denn die, welche gehen sollen?" ihren grellen Ansdruck. Hatte es doch die Jahrhunderte lang, an den Ebräern verübte Barbarei erreicht, daß die Unglücklichen von der ihnen verkündeten Freiheit nicht einmal das bloße Bewußtsein, ja nicht einmal den Muth der Verzweiflung hatten und daher zu ihrer Befreiung geradezu getrieben werden mußten. Ging so der großen, gesammten Masse jede höhere Regung ab, so mußten die einzelnen Glieder der empfindungslosen Menge, vollständig bedeutungslos in den Augen ihres Tyrannen erscheinen, die unmöglich des Gedankens fähig sein konnten, auch nur für wenige Tage das Sclavenjoch abzuschütteln, um Gott ein Fest zu feiern. „Geht Ihr immerhin", höhnt daher der Zwingherr die beiden Wortführer seiner unglücklichen Sclaven, „geht hin und dienet Gott, euerem Gott, wer, wer soll denn gehen?" Dieser verächtlichen Geringschätzung gegenüber betonte die Entgegnung gerade die Bedeutsamkeit, mit welcher nicht nur alle ohne Unterschied des Alters und Geschlechts zum Dienste Gottes berufen sind, sondern wie diesem Dienste sogar jedes Stück der jüdischen Heerden derart geweiht sei, daß von seiner Weihe nicht einmal ein einziger Thierhuf, viel-