Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 3 (18.1.1882)
- Date
- 1882-01-18
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Auf dem Heimweg begegnete sie zwei Mannspersonen aus Hilden, deren einer, einem Weber, welcher in Haan Beschäftigung angenommen hatte, sie zum Opfer fiel. Der Kerl umfaßte sie und schleppte sie vom Wege ab, wo später die Leiche gefunden wurde. Der Aermsten war der Kopf, muthmaßlich mit einem Veile zerschmettert, sodaß die Gehirnmasse am Boden lag. Das Geld, welches die Frau bei sich führte, fand sich bei dechLeiche noch vor. Man geht wohl nicht irre, wenn man annimmt, daß die Sommer erst geschändet, dann ermordet worden ist. Der Tbäter ist bekannt, indes; hat inan bisher, soviel wir wissen, feiner noch nicht habhaft werden können. Sein Begleiter war sein eigner Bruder, ein angeblich etwas geistesschwacher Mensch, welcher der Behörde über das Verbrechen Mittheilung gemacht bat. Tie im Gang befindliche Untersuchung wird von Düsseldorf aus geleitet. Wir hoffen baldigst genauere Angaben über den Thatbestand machen zu können. Stuttgart Seine Majestät der König haben abermals allergnädigst geruht, den Verein zur Unterstützung der Wittwen und Waisen armer israelitischer Lehrer und Vorsänger mit deni reichen Geschenk von 50 M., ebenso Ihre Majestät die Königin, denselben wie alljährlich mit der schönen Gabe von 45 M. zu erfreuen. Für diese Allerhöchste Gunst fühlt sich der Vereinsvorstand gedrungen, in tiefster Ehrfurcht auch öffentlich zu danken und Gottes reichsten Segen auf das erhabene Königshans zu erflehen. Ter im laufenden Monate veröffentlichte Bericht pro Nov. 1880 — 1881 dieses Vereins zur Unterstützung der Hinterbliebenen und Angehörigen des Lehrer- und Vorsängerstands gibt das Bild einer ersprießlichen Fortentwickelung^ Die Einnahmen dieses Jahres betragen 0863' M. 52 Pf., und die Ausgaben 9722 M. 28 Pf. Das Gesammtvermögen per 1. Aug. 1881 betrug 21030 M. 9 Pf., und hat gegen das Vorjahr um 1594 M. 61 Pf. zugenommen. Der Verein zählt 52 Lehrer des Landes als ordentliche und noch 3 außerordentliche Mitglieder, welche jährlich ä 2 M. beitragen. Die Haupteinnahme erfließt aus Spenden der Gemeinden beim Aufrufen zur Thora und regelmäßigen Beiträgen vieler israelitischen Gemeindepstegen. Dieser Posten machte heuer 1498 M. 53 Pf., aus. Die Kapitalzinsen erhoben sich auf 893 M. 25 Pf. Auch der Gemeindebund übersandte 20 M. als Beitrag für die Vereinszwecke. Für Unterstützungen an 9 Lehrerwittwen und Waisen und an den (christlichen) allgemeinen Lehrerverein sind 970 M. aufgewendet worden. Von den israelitischen Gemeinden des Landes sind es erst 27, welche dem Verein in erwähnter Weise ihre Gunst zuwenden und darunter ragen mehrere sehr rühmlich hervor. Als Stifter kommen vor der verstorbene Lehrer Salomon Haar burger in Stutgart b'3 mit 171 M. 43 Pf. und der Bankier H. Gutmann in Augsburg mit 300 M. Unter den Spendern' Stuttgarts kommt auch der Amtsrichter Dr. Loewenstein in Weinsberg erwähnenswerth erstmals vor. Rheinberg, 9. Jan. Aul verflossenen v^nz 'n starb hier in unserer Gemeinde, einer der größten Wohlthäter hiesiger Gegend, Herr Georg Gerson, im Alter von 48 Jahren, und hinterließ seine sehr betrübte Frau mit 7 minderjährigen Kindern. Daß der Verstorbene sogar über seine Kräfte hinaus ein großer inD3 ins war, find wir erst nach seinen! Tode gewahr worden. In Ihrer Spendenliste haben Sie lunzählige Gaben desselben verzeichnet. Dieser Tage bekam ich ein isd zu Gesicht, genannt „\yzvn p-w" heransgegeben von zz“ir\ ttnpn »-yps □-nüpDN nton "vy Als ich dieses dnrchsah, mußte ich wirklich staunen, welche großartige jährliche Beiträgen Herr Gerson nach der onpn tj? hat fließen lassen. Moritz Spiro. Biesheim (Elsaß). Es ist eine höchst traurige Pflicht, welcher ich mich heute zu entledigen habe, indem ich Ihnen von einem schmerzlichen, tieferschütternden Todesfälle berichten muß, der nicht nur eine hochachtbare Familie tief niederaebeugt, sondern der auch jeden wahren Jehndi mit innigem Schmerz erfüllen muß. Herr Prof. Dr. Heinrich Bloch, Director des Rabbinerfeminars zu Colmar, ist nach nur zweitägigem Krankenlager, am 11. Teweth, nach dem heiligen und unerforschlichen Nathschlusse des Allerhöchsten n"2 im Alter von 44 Jahren, aus feinem segensreichen Wirkungskreise in ein besseres Leben abbernfen worden. Der Verblichene ist den Lesern Ihres geschätzten Blattes schon längst durch sein ausgezeichnetes Wirken als Lehrer und Erzieher bekannt; schon oft wurde er in verschiedenen öffentlichen Blättern geschildert als ein Mann, in welchem der bescheidenste, edelste Charakter verbunden war mit einer glänzenden Begabung, ein Mann, der sich durch hervorragende Gelehrsamkeit in allen Doctrinen und ganz besonders in der jüdischen Literatur auszeichnete. Was ihn uns aber ganz besonders unvergeßlich macht, ist seine warme Liebe, seine glühende Begeisterung für unsere heilige Lehre. An 'ihr hing er mit Herz und Leben, ihr gehörte jede Regung seines Geistes, jeder Pulsschlag seines Herzens. Um für die Verbreitung von pn"m in größerem Maße wirken zu kännen, entschloß er sich vor Jahresfrist seine damalige Stellung, in welcher er sich einer außerordentlichen Werthschätzung erfreute, zu verlassen und die Direktion der besagten