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Der Israelit · 1882-01-18 · Heft 3 (18.1.1882) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 3 (18.1.1882)
Date
1882-01-18
Page
– (sequence 2)
Language
German
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50 Gottesname bezeichnet, weil er das All umfaßt, zugleich die Eigenschaft des Erbarmens, der Milde, der Liebe D’omn rvro Wir Menschen sind nur Einzelwesen; was wir sind, was wir lernen, was wir erfahren, was wir begreifen, ist eitel Stückwerk. Darin unterscheidet sich der größte und weiseste Mensch nicht von dem geringsten und unbedeutendsten. Der Weise lernt, erfährt, erkennt mehr als der gewöhnliche Mensch; aber auch ihm ist cs nicht gegeben, das All mit seinem Geiste zu umfassen. Daraus folgt, daß nothgedrungen uns die göttliche Weltlenkung oft räthselhaft erscheinen muß.;on 131 *)id erst wenn eine Sache zu Ende ist, so kann sie als Ganzes begriffen werden. In der kurzen Zeit aber, die uns auf Erden zu weilen vergönnt ist, fötmeii wir nicht immer die weitgehenden Pläne des Ewiglebenden erfassen, überschauen. Daher erscheint uns so Vieles als hart und unbegreiflich, als unverdiente Strafe, als schreckliches Geschick, als unmotivirter Zufall, was, wenn wir die Pläne Gottes ergründen könnten, sich uns als vollkommen weise und angemessen darstellen würde. Aber, könnte Jemand fragen, es wäre für Gott doch ein Leichtes, uns diese Plane durchschauen und Seine Weisheit ergründen zu lassen? Hierauf haben wir zu entgegnen, daß auch das Dunkel in der göttlichen Weltlenkung und die Fülle der Näthsel, welche dieselbe bietet, lediglich zum Heile der Menschheit gereicht. Wir haben es schon oft ausgesprochen, daß ein Hauptgrundsatz unserer heiligen Religion die Freiheit des menschlichen Willens ist. Erst durch diese sind Gottesfurcht, Tugend und alle guten Eigenschaften des menschlichen Herzens und Geistes denkbar und möglich. Auf der Freiheit des Willens beruht die Möglichkeit einer Belohnung und Bestrafung; ohne sie wäre eine Vergeltung inl jenseitigen Leben undenkbar. Um die Freiheit des Willens uns 511 erhalten belohnt oder bestraft Gott nicht sofort, sondern oft erst nach langer, langer Zeit, sehr häufig erst in der zukünftigen Welch Denn, wenn der guten Tbat der Lohn, und der bösen That die Strafe sofort folgen würden, so wäre damit die Freiheit des Willens aufgehoben. Ebenso wäre es um die Freiheit des Willens geschehen, wenn die Pläne (Lottes durchsichtig und aller Welt sofort erkennbar wären. Unsere Aufgabe ist es daher, uns im Vertrauen zu Gottes Weltlenkung und zu Seiner weisen Fürsorge so zu stärken, daß wir Alles darauf zurücksühren und selbst das uns räthselhaft Erscheinende ohne Murren und Widerrede hinnehmen, vielinehr Ihm dafür danken und Seinen heiligen Namen darob preisen. Diese hohe Stufe des Gottvertrauens hatten die erhabenen Väter unseres Volkes,! Abraham, Jizchak und Jakob erreicht. Dem Abraham hatte Gott verheißen jni -p *opi pnyp p, i „Denn durch Jizchack soll Dir Nachkommenschaft gej nannt werden"; trotzdem sprach Gott naE"Z * i irpyn, „bringe mir Deinen Sohn Jude -! zum Ganzopfer", und Abraham widersprach cht und fragte nicht, sondern war bereit, den der Verheißung widersprechenden Befehl ouszuführcn. Dem Jizchak hatte Gott das ganze Land verheißen, pxn mynstn b3 nx?nx iimbi *P w, denn D i r und Deinen Nachkommen werde ich geben alle diese Länder" und trotzdem mußte er sich von Abimelech fortschicken lassen und mußte es dulden, daß die Philister die Brunnen verstopften, die sein Vater, die er gegraben. Auch dem Jakob hatte Gott das ganze Land verheißen, und als Jakob aus der Fremde zurückkehrte, mußte er in eben diesem Lande ein Stückchen Feld um hundert Keßita sich erkaufen. Was hätte näher gelegen, als daß die Väter sich darob beschwerten? Sie thaten es nicht. Sie vertrauten, trotz aller Näthsel, der Weisheit und Güte des allbarmherzigen Gottes. Das ist der Sinn der Worte, die Gott zu Moscheh gesprochen. Gleichwie die Nacht am dunkelsten wird, che sie zu Ende geht, so nahm die Unterdrückung die härteste Form an, che das Morgenroth der Erlösung anbrach. Auch unsre Zeit ist an Näthseln reich, und schwer sind zu begreifen so manche Vorgänge, die vor unseren Angen sich abspieleu. Festigen wir uns im Vertrauen zürn allweiscn Lenker des Weltalls, dessen Güte und Gnade stets alles zu unserem Besten lenkt. rnnya nxi rx dw>-> 131 ^0 .mxn td m o ,-r.t2r „Erst durch das Ende einer Sache wird das Ganze begriffen; deßhalb fürchte Gott und beobachte Seine Gebote; denn das ist der Inbegriff der ganzen menschlichen Bestimmung."! Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen.! D e u t s ch l a n d.! Mülheim am Rhein, 8. Januar. Am j Montag ist die 28 Jahr alte Wittwe des Viehhändlers; Sommer aus Richrath, Mutter zweier Kinder, auf dein I Wege von Haan nach Hilden ermordet und vorgestern j als Leiche nahe bei Hilden aufgefunden worden. Soj weit wir bis jetzt in Erfahrung bringen konnten,! machte sich die Unglückliche am Montag auf den Weg nach Haan, um von einem Kunden ihres erst vor kur-; zem gestorbenen Mannes einen Geldbetrag zu erheben.

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