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Der Israelit · 1882-01-11 · Heft 2 (11.1.1882) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 2 (11.1.1882)
Date
1882-01-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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29 förmlicher Haß gegen Andersgläubige eingeflößt wird? Endlich, warum sollen nur die Rabbiner, wie es der Czas fordert und nicht auch die katholischen Seelenhirten, die Pflicht haben, für die Eintracht und den Frieden unter den Menschen zu wirken? Die Geistlichen, die in Warschau in vollem Ornate den raubenden Banden mit ermahnenden Worten entgegentraten, haben in lobenswerther Weise ihres Amtes gewaltet. Aber leider zu spät. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M 8. Jan. In Ihrer geschätzten Zeitung Nr. 1 erzählt ein Bericht aus Manen, daß die dortige jüdische Gemeinde eine Unter st ützungscasse gegründet habe, welche dem Dürftigen die jüdischen Häuser verschließen soll, was jedoch dem göttlichen Thora-Geiste durchaus nicht entsprechen dürfte, cms lmsa *6 o. Unser Ahn n"j? DiTa», von dem es heißt: DDunnp dj wird uns von b") wosn als ältester, edelster w np-iH als Vorbild zur Nachahmung für alle Zeiten vorgeführt. Sein Haus hatte nach allen 4 Seiten Eingänge, damit die Hilfesuchenden, was nebenbei gesagt, — nicht Gleichgläubige waren, — nicht einmal einen kleinen Umweg machen müßten, um einzukehren und gastlich ausgenommen zu werden und statt der Thüraufschrift: „Mitglied des Armenvereins", sollte in keinem jüdischen Hause die schönen Worte der Mischna: rnns nw -)n’3 rm im Anschlüsse des 'd i"« 'i ,d „otoj n iw W, in leuchtender Frakturschrift fehlen, um würdige Nachkommen unsrer großen Ahnen, „a"jam zu bleiben. I. G. (Wer seinen Beitrag in eine Unterstützungskasse gibt und auf diese die ihn ansprechenden Armen hinweist, verfehlt durchaus nicht gegen das jüdische Religionsgesetz. — Red.) Colberg. Dem achten Jahresbericht über die Verwaltung des jüdischen Kurhospitals nwsn rva im Sool- und Seebade Eolberg im Jahre 1681 entnehmen wir: Die zufließenden Mittel haben sich fast auf der vorjährigen Höhe erhalten, das Grundvermögen ist, wenn auch nur um eine geringe Summe, gewachsen, und die Segnungen der Anstalt haben sogar den Umfang derjenigen des Vorjahres noch um ein Weniges überschritten. Die Einnahmen beliefen sich auf 5047 M. 31 Pf., die Ausgaben auf 3979 M. 41 Pf. Die Liste der laufenden Jahresbeiträge weist am Schlüsse des Jahres 271 Mitglieder auf mit Beiträgen in der Höhe von 2154 M. 50 Pf., so daß die Zahl der Mitglieder um 16, die der Jahresbeiträge um 114 Ni. gewachsen ist. Namhafte einmalige Beiträge sind der Anstalt zugegangen von dem Kurator der Anstalt, Herrn Julius Rothstein in Berlin, und von Herrn und Frau London, Rittergutsbesitzer auf Waldau bei Zempelburg, denen wir hiermit Namens der Anstalt unfern verbindlichsten Dank abstatten. Dem Grundvermögen wurden am Ende des Jahres aus dem Jahresüberschusse 800 Ni. zugcführt, um welchen Betrag sich demnach die noch immer vorhandenen Passiva der Anstalt vermindern. Vom 15. Juni bis 16. September ihrer Bestimmung übergeben, hat die Anstalt 46 unbemittelten, kranken Personen, und zwar 14 männlichen und 32 weiblichen, .darunter' 6 Kindern unter 14 Jahren, zum Zweck des Gebrauchs einer Sool- und Seebadekur an 1437 Verpflegüngstagen (gegen das Vorjahr -j- 19) Obdach, Verpflegung und ärztliche Behandlung ganz unentgeltlich geboten. Die Kurzeit für jede Person belief sich demnach durchschnittlich auf 31*/* Tage. An Soolbädern wurden in den Badeeinrichtungen der Anstalt 845 verabreicht und 130 derselben ein Zusatz von Schwefel gegeben. An Seebädern wurden in den städtischen Badeanstalten 457 genommen, wozu die städtischen Behörden hochherzig dem Vorstande der Anstalt Freikarten zur Verfügung gestellt. Das jüdische Kurhospital in Eolberg ist eine Wohlthätigkeits-Anstalt im eminentesten Sinne des Wortes, indem es seine Wohlthaten lediglich armen Kranken, und zwar unentgeltlich, spendet. Es ist ferner eine Heilanstalt nicht für Heimische, sondern ausschließlich für Fremde. Sämmtlich jüdische Gemeinden, alle unsere Glaubensgenossen im deutschen Vaterlande in Nah und Fern haben daher das lebhafteste Interesse an der dauernden Erhaltung und fortschreitend gedeihlichen Entwickelung unserer Kur- und Krankenverpflegungsanstalt. So lange dieselbe aber keine Kapitalien besitzt und keine anderen Einnahmequellen hat, als die ihr zusließenden milden Gaben und festen Jahresbeiträge, so lange ist und bleibt die freie Mildthätigkeit edler Menschenfreunde für sie eine Lebensfrage, — das einzige Kapital, von dem sie zehrt und lebt. Mit Gottes Hilfe wird der warme Quell edelherziger Mildthätigkeit, der der Anstalt bisher so reichlich zugeströmt, auch in Znkunft nicht versiegen. Aber er muß in noch mächtigeren! Strome fließen, wenn wir unsere Absicht, den Wirkungskreis der Anstalt zu erweitern und sie namentlich zur Heilstätte für scrophulöse Kinder und zur Ferienkolonie auszudehnen, verwirklichen sollen.

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