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Der Israelit · 1882-01-04 · Heft 1 (4.1.1882) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
23 (1882)
Issue
Heft 1 (4.1.1882)
Date
1882-01-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
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2 tugendhaften Wandel und im menschenfreundlichen Wirken. Auch Israel hat gewaltige Kämpfer, große Heerfiihrer, unerschrockene Männer hervorgebracht, bw m'N'Ip iwor ni injo ivz? pv p p NivOV -)3 iy'D ins wa Dpy dV nvr na .yrDl ins u»« nun Simson, sagen unsre Weisen im Atidrasch, war in der Beziehung Gott ähnlich, daß er im Kampfe egen die Feinde keines Beistandes bedurfte, sondern aß er, er allein, ohne Hilfe und Unterstützung gegen die Heeresmacht derselben kämpfte und obsiegte. Aber nicht auf den Heldenmuth und die Kraft Simsons hoffte unser Vater Jakob, sondern einzig und allein auf die Hilfe des einzigen Gottes. Und so sind die Helden der physischen Kraft in der ganzen Geschichte Israels immer zurückgetreten gegen die Männer der großen geistigen und sittlichen Thaten, gegen die Helden der Gotteslehre und des Gottvertrauens. Wie unser Vater Jakob mit fester Zuversicht ans die Hilfe Gottes baute, so dürfen auch wir es, wenn wir in demselben Sinne und Geiste für die zukommende Zeit sorgen. Jakob erzog alle seine Kinder zu Dienern und Verehrern des einzigen Gottes. Leicht ist sthm das nicht geworden; was dem Abraham, was dem Jizchak nicht gelungen war, das führte Jakob unter den größten Mühen, Sorgen und Anstrengungen zu einem glücklichen Ende. Unter seinen Söhnen befand sich keiner, der dem Jischmael, keiner, der dem Esaw nachgeartet war; selbst der als Knabe dem elterlichen Hause entrissene Joseph durfte mit vollem Rechte, trotzdem er Zweiundzwanzig Jahre unter Götzendienern geweilt, die erhabenen Worte sprechen: «n» nnlto rw „ich fürchte Gott." Und wem hatte Joseph diese Treue im Glauben, diese Beharrlichkeit in der Tugend zu verdanken? Lediglich der Erziehung, die ihm sein Vater hatte zu Theil werden lassen. irae6o wvy? nnon »n Schon war er bereit, auf die Stimme der Verführerin zu hören, da erschien seinem geistigen Auge die ehrwürdige Gestalt seines greisen Vaters, bittend, mahnend, drohend, und Joseph entstoh der Verführerin. — So hatte Jakob sein Kind erzogen, daß in weiter Ferne der Gedanke an den Vater genügte, eS der Verführung Trotz bieten zu lasten, es auf dem Wege der Gottesfurcht und Tugend zu erhalten. Wenn wir unsre Kinder so erziehen, so braucht es uns um die Zukunft nicht zu bangen, so können wir muthig und vertrauensvoll der zukommenden Zeit entgegenschauen, indem wir mit unsrem Vater Jakob sprechen: P »n»?p inj/w», auf Deine Hilfe hoffe ich, o Gott. AeiluugSnachrichlen und Correfpondenzerr. Deutschland. Fttlda, 29. Dec. Der neue Bischof von Fulda, Dr. jur. Georg Kopp, hat zwei Hirtenbriefe erlaffen, einen in lateinischer Sprache an den Klerus, den anderen in deutscher Sprache an die Diözesanen. Der letzte ist heute zur Mittheilung gekommen und wird am kommenden Sonntag von der Kanzel verlesen worden. Der an die Diözesanen bezüglich ihres Verhaltens zu den Andersgläubigen gerichtete Passus lautet wie folgt: „Wir leben hier, mit solchen zusammen, die nicht unsers Glaubens, aber doch mit uns Kinder eines Landes, Glieder eines Volkes sind. Erbauet dieselben durch euren Lebenswandel: lasset sie stets und in allen Beziehungen eure Pflichtreue, eure Aufrichtigkeit und Redlichkeit sehen, damit sie um dessenwillen euch achten und euren Glauben ehren. Beweiset ihnen auch, wo ihr könnt, eure Nächstenliebe und zeigt dadurch, daß ihr treue und wahre Kinder jener Kirche seid, die so reich an Liebe ist.Sie (die Kirche) gebietet uns Liebe und Achtung gegen unsere Mitmenschen und diesem Gebote wollen wir getreulich Folge leisten. Es ist wahr, es fällt oft manches harte und verletzende Wort gegen uns und unfern Glauben; allein wir wollen es nicht zurückgeben, wir wollen von Herzen vergeben und uns bemühen so weit es an uns liegt, mit Allen in Liebe mtd Eintracht durch das Leben zu gehen. Mayerr, 27. Dec. Die hiesigen isr. Gemeindenritglieder hielten am Sonntag Abend eine Besprechung behufs Gründung einer Unterstützungskasse für durchreisende isr. arme Leute und Handwerksburschen. Diese Unterstützungskaffe hat den Zweck, das Hausbetteln zu verhüten. Sofort wurden 600 Mark als freiwillige Beiträge gezeichnet und ist zn erwarten, daß diese Summe sich noch um ein Erhebliches vermehrt. Die isr. Gemeinde hat dadurch ein schönes Beispiel gegeben, von dem man nur wünschen muß, daß dasselbe auch andererseits Nachahmung finden möchte. (Mayener Volksztg.) Oefterr. - Ungar. Monarchie. Wien. Mit dem gestrigen Abendzuge der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn langte hier die erste Gruppe russischer Kinder an, welche, in Folge der Judenverfolgungen in Rußland von ihren Eltern verlassen, anderweitig ein Asyl finden sollen. Die Knaben (28) werden nach Jaffa gebracht, um an der dort bestehenden, von der Pariser Alliance JsraÄite erhaltenen Anstalt je nach Anlage und Befähigung als Handwerker oder Ackerbauer herangebildet zu werden, und die Mädchen (5) finden ange-

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