Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 23 (1882)
- Issue
- Heft 1 (4.1.1882)
- Date
- 1882-01-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 4. Januar S642 (1882). Diese Zeitung ersckemt wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirr ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Pctitzeile oder deren Raum. — Oesterreichssche Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: Auf Deine Hilfe hoffe ich, o Gott. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Fulda. Mayen. — Oesterr. - Ung. Monarchie: 2mal Wien. Budapest. Pesth. — Frankreich: 3mal Paris. England: London. Dublin. — Rußland: 2mal Warschau. — Amerika: Chicago. Baltimore. — Afrika. — Feuilleton: Parthenope. * Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Literarischer Bericht. Zeitungsnachrichten und Correspondenze«: Deutschland: Darmstadt. Offenbach. Hanau. Feuilleton: Löb Munitz. Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Eschwege. Kempen. Von der Rhön. — Oest.-Ung. Monarchie: Wien. — Rußland: Warschau. Odessa. — Leitender Artikel. Auf Peine Kiffe hoffe ich, o Hott (Zu Paraschath »nn). Mainz, den 28. December. Als unser Vater Jakob in seiner letzten Lebensftunde seine Söhne um sich versammelt hatte und ihnen seinen väterlichen Segen ertheilte, da gedachte er, als er seinen Sohn Dan segnete, des starken Helden Simson, der von diesem Sohn abstammen und die Welt durch seine gewaltigen Heldenthaten in Erstaunen setzen werde. Dies im prophetischen Geiste "erschauend, sprach er: 'n tv»’’ „Aus Deine Hilft hoffe ich, o Gott!" ~ Nicht aus menschliche Kraft, nicht auf die Heldenstärke Sirnsons setze ich! mein Vertrauen, sondern einzig und allein auf die Hilfe Gottes. Silnson war m Streit mit den Ullterdrückern seines Volkes, mit den Philistern, gerathen mld hatte ihnen eine große Niederlage beigebracht. Da zogen > sie hin, um ihn gefangen zu nehlnen, und da die j Philister über Israel herrschten, so veranlaßten sie,! daß dreitausend Männer von Juda den Simson gei fesselt ihnen zuführten. Dem gebundenen Helden; jubelten die Philister entgegen; da beseelte ihn der Geist des Ewigen, und es wurden die Stricke um seine Arme wie Flachsfäden, die im Feuer auflodern, und es schmolzen die Fesseln an seinen Händen. Und er ergriff einen am Wege liegenden Eselskinnbacken und erschlug damit tausend Philister. Und Simson rühmte sich seiner That und sprach: „Mit einem Eselskinnbacken h^be ich Haufen von Leichen aufgehäuft, mit einem Eselskinnbacken habe ich tausend Mann erschlagen." — Und es war, als er vollendet hatte zu reden, da übermannte ihn der Durst, und er, der große, gewaltige Held kam in Gefahr, dem Durste zu erliegen. Jetzt betete er zu Gott und erkannte es an, daß nur durch Gottes Hilfe der Sieg; ihn: zu Theil geworden. Da ließ ihm Gott eine Quelle sprudeln, die ihn erquickte; sie wird die Quelle des Beters genannt bis auf den heutigen Tag.! Dieser Hinweis unsres Vaters Jakob auf die - Hilfe Gottes, die allein das Maßgebende ist, die! Hilfe Gottes und nicht die Stärke der Menschen —; dieser Gedanke bildet den Grundzug der ganzen! Geschichte unsres Volkes. Andre Völker feiern große! Kriegshelden und Eroberer als die Begründer ihrer j Nationalität. Nicht so Israel; die Begründer un- * seres Volkes waren Helden im Gottvertrauen, im