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Der Israelit · 1881-12-14 · Heft 50 (14.12.1881) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 50 (14.12.1881)
Date
1881-12-14
Page
– (sequence 20)
Language
German
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1256 Punkt widerlegte Herr Dr. Adler gründlich und; einfach dadurch, daß er auf die Worte der Prophe-! ten Jesaias' und Zephania und auf die Erklärungen! von Maimonides re. hinwies, welche die Messias-! Herrschaft genügend kennzeichnen. Der Ewige Selbst! wird die Erdeuregentschaft führen, dadurch, daß Ihn alle Völker anerkennen und Seinen heiligen Namen anrnfen werden. Kein Volk wird gegen das andere mehr Krieg führen mtb alle Erdbewohner werden die Wahrheiten, für welche wir geblutet und gelitten hatten, als solche anerkennen, aller Nacenhaß wird schwinden, denn die Menschen werden sich gegenseitig als Brüder betrachten und nur eine Sprache sprechen, nämlich die Sprache der Wahrheit und Menschenliebe! Dieser Zeit harren wir entgegen wie wir an dem heiligsten Festtage, gerade an jenem Tage, au welchem dieser judenseindlichc Artikel erschien, inbrünstig beteten und so beten wir täglich am Schlüsse eines jeden Gottesdienstes. Ich wende mich, sagte Dr. Adler unter Anderem, an die große Gesammtheit meiner englischen Landesbrüder und Schwestern, deren Herzen gemeinsam mit dem meinigen schlagen werden, wenn ich hier die geistreiche Antwort unserer erhabenen Königin, welche diese bei nachstehender Veranlassung einen afrikanischen Prinzen wissen ließ, wiedergebe. Der Prinz sandte der Königin durch seinen Gesandten kostbare Geschenke und drückte das Verlangen aus, daß ihm die Königin das Geheimnis; von Englands Größe und Glorie offenbaren möge. — Die Königin ließ ihn nicht die Anzahl der Schiffe unserer Flotte wissen, auch sandte sie ihm keine Beschreibung des commercicllen Wohlstandes, sonder sie ließ ihni durch den Gesandten eine Eopic der Bibel mit folgender Antwort übergeben: „Sagen Sie dem Prinzen, daß dies das Geheimnis; von Englands Größe ist"^ Bedarf es wohl eines Beweises, das; drei Biertheile der Bibel das vom Professor Smith angegriffene alte Testament bildet, welches nach den Worten des Professor Leathes ebenso wie nach der allgemeinen christlich theologischen Ansicht den.Kern des Reuen bildet? Der Hebräer ist es, der seine heiligen Schriften niedergeschrieben, anfbewahrt und geschätzt hat, wie ein christlicher Theologe schreibt: „Sie haben die Gesammtmcnschheit belehret und durchdrungen, ihr heiliges Buch ist das Buch der Humanität 2C. Aber nicht nur vom Standpunkte religiöser Anschauung ans, sonderrl auch durch vielseitige historische Belege und auf Thatsachen begründete Beweise schlägt Herr Dr. Adler seinen Gegner nach jeder Richtung hin und läßt auch nicht das Geringste unerwidert. Feuilleton. Line Weise nach Spanien u. Marokko. Da ich zum Vergnügen und zur Unterhaltung reise, aber nicht um gründliche Studien zu machen, so ist meine Kenntniß der Sitten nnd Gebräuche eines Volkes oder einer Volksklasse nur oberflächlich, da meine Blicke rasch umherschweifen und ich flüchtige Notizen so hiuwerfe. wie sie aus den ersten Eindrücken entstehen, welche die Scenen und Sitten auf mich machen. Eine Beschreibung der marokkanischen Inden, so wie sie einen! zufälligen Touristen erschienen, mag einigen Ihrer Leser nicht uninteressant Vorkommen und eine Skizze der historischen Denkmale und Denkwürdigkeiten in Andalusien und Eastilien. mit welchen die Freuden und Leiden der spanischen Juden verknüpft waren, mag vielleicht bei ihren Nachkommen in England Interesse erwecken, welche mit der Geschichte der Sephardim vor ihrer Austreibung von der Halbinsel bekannt sind. Ich reiste von London nach Gibraltar per Dampfboot und verweilte r,"*i und 2"' in dieser Stadt, wo ich gastfreundliche Aufnahme fand, da das Edict vom I. 1402 es mir unmöglich machte, in irgend einem anderen Theile Spaniens eine Synagoge zu besuchen. Der nnauslöschlichc Haß, der: die „Neys Eatolicos" gegen die Juden und Mauren an den Tag legten, scheint von ihrem ersten bourbonischen Nachfolger geerbt worden zu sein. Der 10. Artikel des Unechter Vertrages, wodurch Gibraltar ans die großbritannische Krone übergehr, schreibt vor, daß „Ihre britannische Majestät" (Königin Anna) auf Ersuchen des „Katholischen Königs" (Phitipd V.) ihre Einwilligung dazu gibt und damit einverstanden ist, unter keinen; Vorwände (er mag nun heißen wie er wolle) weder Inden noch Mauren Erlaubnis; zu erthcilen in der Stadt Gibraltar zu weilen oder zu wohnen." Wunderbar sind die Veränderungen, welche das unaufhörlich rollende Rad der Zeit am Geschick der Natimnn hcrvorgerufen hat. Seit mehr denn 150 Jahren haben sich Juden in Gibraltar niedergelassen, der Handel des, Platzes ist in ihreri Händen nnd die besten und schönsten Häuser gehören ihnen als Eigenthümern; sie haben ihren Gottesdienst in vier Synagogen; ihre Freischnle nnd ihre wohlthätigen Anstalten befinden sich in einem blühenden Zustande und im Schatten des Felsens, welcher der spanischen Grenze gegenüber liegt, befindet sich der jüdische Begräbnißplatz. Die obenerwähnte Vorsichtsmaßregel im Utrechter Vertrag ist unter britischer Flagge zur Nullität geworden. Religiöse, commercielle Freiheit, Glück und Wohlstand blühen in Gibraltar. Unter der

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