Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 50 (14.12.1881)
- Date
- 1881-12-14
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1247 500 M. ohne Rücksicht ans die Confession; an Schüler der technischen Hochschule zu Hannover 200 M.; an Künstler zur Ausbildung oder zu Reisen 500 M.; an Schüler der hiesigen Gewerbeschule als Prämien 100 M. Es erhalten jährlich: die hiesige Kinderheilanstalt 500 M.; der Volksbildungsverein 100 M.; die Unterstützungskasse für jüdische Lehrer,?eren Wittwen und Waisen in Hannover 500 M; die Bilduirgsanstalt für jüd. Lehrer Hierselbst 200 M; für die Armen der Stadt Hannover und Linden sind jährlich 500 M. ansgesetzt, wovon 250 M. an jüdische Arme zu vertheilen sind. Endlich sind 450 M zu wohlthätigen Zwecken der freien Disposition der Familie des Stifters rcservirt. Der Vorstand besteht aus einem Mitgliede des Landes - Directoriums als Vorsitzenden (z. Z. Herr Stadtdirector Nasch); dem jeweiligen Landrabbiner (z. Z. Herr Dr. Meyer); einem hiesigen Rechtsanwalt (z. Z. Herr Benfey); einem Mitgliede der Familie Coppel (z. Z. Herr Simon CoppeH. (Jüd. Pr.) Feuilleton. Die Brüder. in. Marianne fühlte sich sehr unglücklich: sie hatte ihrem Vater nicht zu widersprechen gewagt; sie war still davongegangen, hatte in ihrem Zimmer sich auf das Sopha geworfen und lange geweint. Unterdeß hatte Herr de Jonge den Lehrer zu sich rufen lassen. „Mynheer", sagte er zu ihm, „meine Tochter ist ganz ausnehmend mit Ihrem Unterrichte zufrieden. Schade, daß derselbe jetzt aufhören muß. Der Arzt verlangt von mir, daß ich von Morgens bis Abends im Freien sein und Ausflüge in die Umgegend machen soll. Meine Tochter muß mich natürlich begleiten, und da bleibt keine Zeit für den Unterricht. Hier, nehmen Sie diesen Hundertguldenschein mit meinem besten Dank für Ihre Bemühungen." „Herr de Jonge", stammelte Nathan, „es macht bei Weitem nicht so viel." „„Thut nichts! Aufs Geld kömmt es mir nicht an; aber in meinen Gewohnheiten lasse ich mich nicht gerne stören. Ich bin gewohnt, generös zu bezahlen; also nehmen Sie nur ohne Bedenken."" Gern hätte Nathan das Geld zurückgewiesen. Allein sein Vater war bereits angekommen; er bedurfte daher der dargebotenen Summe, um die Kosten der Badekur zu bestreiten. Er nahm das Geld und dankte verlegen. „Vergessen Sie nicht", sagte de Jonge, „daß ich morgen Jahrzeit habe. Sorgen Sie dafür, daß Minjau ili der Synagoge ist, daß ich alle Kaddeschim bekomme und daß ich zur Thora gerufen werde. Ich werde generös dafür bezahlen. Aufs Geld kömmt es mir nicht an, aber in meinen Gewohnheiten lasse ich mich nicht gerne stören." „„Seien Sie unbesorgt, Herr de Jonge"", antwortete Nathan, „ „ich habe bereits Alles vorbereitet. Heute Abend 7 Uhr, so wie morgen früh 6 Uhr, werden Sie Minjan in der Synagoge vorfinden."" Als Nathan in seine Wohnung zurückgekehrt war, sagte sein Vater zu ihm: „Könntest Du vielleicht veranlassen, daß heute Abend und morgen früh Minjan in der Synagoge ist? Ich habe Jahrzeit morgen." „„Minjan wird schon sein'", antwortete Nathan, „„aber ein Kaddisch wirst Du nicht bekommen können. Der reiche Holländer, von dem ich Dir geschrieben habe, hat morgen ebenfalls Jahrzeit und hat alle Kaddeschim für sich in Beschlag genommen."" „Habt Ihr einen Kohen hier?"' „„Nein."" „So werde ich doch wenigstens eine Alijoh haben können, da doch nicht auzunehmen ist, daß der reiche Holländer sich dreimal nacheinander aufrufen lassen will. Außerdem werde ich für mich einen Perek Mischnajaus lernen und Kaddisch darauf sagen. Daran wird mich doch der reiche Holländer nicht hindern." Unterdeß hatte Marianne sich aus ihrem Kummer emporgerafft und sich zu ihrem Vater begeben. „Mein Kind", rief dieser ihr entgegen, „ich habe den Lehrer bereits verabschiedet." „„Lieber Vater"", entgegnete die Angeredete, „„ich bin gekommen, um ein ernstes Wort mit Dir u reden. Du hast mich vorhin mit Deiner Erzähung so tief gerührt und so schmerzlich bewegt, daß ich nicht gewagt habe, Dir zu widersprechen. Nach reiflicher Üeberlegung jedoch, halte ich mich verpflichtet. Dir zu sagen, daß ich auf Deine Pläne nicht eingehen werde. Ebenso wie meine selige Mutter meinem Großvater erklärt hat, daß sie keinen Andern heirathen werde als Dich, so sage ich Dir jetzt mit aller Entschiedenheit, daß ich den unbekannten Vetter nicht nehmen kann. Willst Du Deinem Bruder Gutes erweisen, so schenke ihm meinetwegen Dein halbes Vermögen oder noch mehr. Daß Du mich aber gleichsam zur Sühne darbringen willst, kann ich nicht billigen."" „Liebes Kind," antwortete Herr de Jonge, „aufs Geld kömmt es mir nicht an, aber in meinen Gewohnheiten, in meinen Plänen wollte ich sagen, lasse ich mich nicht stören. Wenn ich meinem Bruder Geld schenke, so wird ihm dies gewiß sehr angenehm sein