Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 50 (14.12.1881)
- Date
- 1881-12-14
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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1246 Aber nicht allein mit Schätzen aus der agadischen Literatur beschenkt uns Herr Horwitz, er hat uns aus den italienischen Bibliotheken auch eine reiche Ausbeute halachischer Werke mitgebracht. Auch diese sollen nach und nach neben den Monatsheften erscheinen. Vor uns liegt der erste Theil der „Schriften der Geonim", die in fortlaufender Reihe unter dem Titel bv imm w ma^nn noj ma," Frankfurt a. M. 1881, Slobotzky. herausgegeben werden. Der vorliegende erste Theil enthält: 1) no^n 'vrii.i' 3i“i noiyp, — 2) v'O' bv nrans -htd p1?» nnoem dp'd, — 3) dtkh mattem niPNü', — 4) D'üipP, — 5) 'Dn'nro Vnyo im\b n)bnttr , — 6) nioann Paa D’^opD im y'in"» rvsnnp pjy. Die wichtigsten Partien sind die Nrn. 1, 2, 3 u. 5. Sämmtliche Schriften sind de Rossi'schen Codices entnommen. Wenn es noch eines Beweises bedürfte, daß die ropnj nppn nicht von R Jehudai Gaon herrühren, wie Viele angenommen haben, so liefert vorliegende Sammlung der nonp 'Pn oder auch, wie sie sonst genannt werden, npioa, die unstreitig von dem Genannten verfaßt worden find, und bereu Authenticität vom Herausgeber durch viele Belegstellen erhärtet wird, den vollgiltigen Beweis. Unter aio dv 'n heißt cs: P">’ pp Pios»u pmi P13NP "llDN yp“pP pomo p* n*vB TO P3 p3 n"~) Pc' O'O' \}tc?ai D’ii pi mtv’ic? ’ira myn ny ruDi nra ptdn; hieraus geht deutlich hervor, daß an den übrigen ü"’ außer n"-> das von außen Hergebrachte schon am Abend nach dem ersten Feiertage zum Genuß erlaubt sei '"rv-i"aa; dies widerspricht aber geradezu der Ansicht des V'n, welcher das t£?"V'a"a pniDN 2->yb) bis auf den Abend nach dem zweiten Festtage ausdehnt, eine Ansicht, deren Richtigkeit Raschi bestreitet. Bergl. Beza f. 24 b., L-chlgw. any^i. In ~oiyn '?n ist mir ausgefallen, daß das Maß der 43'/s ns^a, wonach nPn -nyte» berechnet Wird, und Raschi dahin erklärt, daß der Raum, den diese Quantität Eier einnimmt, gemessen nach der Wassermenge, die jene aus einem gefüllten Gefäß verdrängt, dem Maße des n"v entspreche, hier mit bpttrn bezeichnet ist: noiyn pptc?o p d'sph pptcroa; sollte der Gaon wirklich der Ansicht sein, daß das Gewicht und nicht das Raumverhältniß in Betracht komme? Auffallend ist ferner, daß es vom Omer heißt, daß der Pnn pa das aus demselben gebackene Brot verzehre. Bemerkenswerth erscheint uns noch folgende Stelle für die Culturgeschichte. Bezugnehmend auf Sabbath f. 149 a. heißt es: nrenoa paronp -hdjo ^ax ->nio prnaa nypp km dki nanm San Pna Ptc? nn-D noar ber. Dieser Nachsatz wird von den früherenDecisoren nicht auf diese Weise erwähnt; v"ao"i und »"eo bemerken dafür nana bitr rw« Pa«; erst nwD tjd hat rraor bv paw. Nun datirt man gewöhnlich die Existenz der Glasspiegel erst aus dem 16. Jahrhundert, da in älteren Schriften solcher nicht Erwähnung gethan werde und vindicirt dem Alterthum nur den Gebrauch der Metall - und Obsidianspiegel. Hier hätten wir nun aus einer Schrift des 11. Jahrh. das Zeugniß, daß es schon früh Glasspiegel gegeben, die man aber wohl nur in den Euphratländern, der Heimath R. Jehudai's, gekannt hat. Es mag hier mit diesen Spiegeln wie mit so manchen Erzeugnissen des Orients gegangen sein, die nur in einem beschränkten Kreise sich erhielten und mit der Zeit ganz verloren gegangen sind, bis sie später anderswo wieder von Neuem „erfunden" wurden. Zu Nr. 2 bemerken wir, daß der Schluß einer der vielfach verfaßten Assaroth anzugehören scheint; man beachte die Worte: mt&y wbm nwo mw 6»« *an jaoiy an-ps TD ->n Py Paptc? mtcniBo rmao .cpnyatc? mppua nnino nno« pp» inoi Zu Nr. 3 sei Folgendes bemerkt: Der Widerspruch R, Natronai's gegen '-hj pd (Nr. 14) erwähnt wörtlich Nosch zu Joma VIII, 8 28. — Nr. 16 ist theilweise enthalten in o\]wjn 6rn, ed. Lyck Nr. 3, aber dort nicht wie hier als Response R. Natronai's, sondern als die des R. Hai. Manhig jedoch und Seder d'Rab Amram schreiben sie wie hier R. Natronai zu. — Resp. R. Hai's Nr. 19 findet sich in genanntem otkx-i 'cc?n Nr. 78. Für das zweite Heft der „Geonim-Schriften" stellt uns der Herausgeber eine schöne Collection interessanter Responsen in Aussicht, und sei auch dieses für die Kenntniß unsrer Literatur so wichtige Unternehmen den: Wohlwollen des Publikums bestens empfohlen. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Hannover, 6. Nov. Am Sonnabend, den 5. d. M., hat sich der Vorstand der Simon und Karl Coppel'schen Stiftung constituirt und ist dieselbe damit ins Leben getreten. Die von Herrn Rentier S. Coppel in hochherziger Weise errichtete Stiftung steht unter der Oberaufsicht des hiesigen Landes- Directoriums und ist mit einem Vermögen von 90.000 Mk. dotirt. Dasselbe ist in einer pupillarisch sicheren Hypothek belegt und bringt jährlich 4 Vs Prc. Zinsen auf. Diese Zinsen werden in folgender Weise verwendet: An Stipendien werden jährlich entrichtet an Studirende auf einer deutschen Universität 1000 M., und zwar 500 M. an solche jüdischer Consession,