Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 50 (14.12.1881)
- Date
- 1881-12-14
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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XXII. Jahrgang. Erste Anlage zu Nr. 50 des Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Bericht. Von 8. n*-n\ „Hebräische Grabschristen in I t a l i c n." I. 200 Inschriften. 16. u. 17. Jahrh. Herausgegeben und mit Noten versehen von I)r. A. Berliner. Frankfurt a. M. 1881. (Kauffnmnn.) 109 S. kl. 8«. Die vorliegenden Epitaphien sind zumeist von Leon da Modena gedichtet, der ja, wie bekannt, das ^-clegenheitsdichten' auch als eine der vielen von ihm gepflegten Erwerbszweige betrieb. Daß wahre Poesie an vielen dieser Inschriften keinen Antheil, daß das handwerksmäßige Dichten auf Spielereien geführt hat, die mehr kindisch als kindlich sind, wie es die geradezu ungeheuerlichen Inschriften Nr. 54 lt. 55 beweisen — darüber dürfen wir uns nicht wundern; es muß uns vielmehr in Erstaunen setzen, daß wir w vielen hübschen Beispielen einer gesunden und bisweilen erhabenen Poesie begegnen. Aber darin liegt nicht der Werth dieser Sammlung; der besteht vielnchr in dem historischen Material, das sie uns bietet. 8 rrade Venedig war ein Sammelplatz jüdischer Koryphäen, die Vaterstadt vieler Familien, die einen beeutenden Namen trugen. Für deren Genealogie ist iese Sammlung von hervorragender Wichtigkeit. Vir erinnern nur beispielsweise an die Familien chzzatto, Mocato, Saraval, Sforno u. dergl. m., ne wir in dieser Sammlung vertreten finden. Voriegendes Buch, das durch die von dem Herausgeber Herrn Dr. Berliner beigefügten Noten in seinem Verthe bedeutend erhöht wird, wird dem Historiker!ine willkommene Gabe sein. l'UNn npy rva. „Bibliotheca Haggadica.“ Monatsschrift für die Veröffentlichung und Bearbeitung älterer haggad. Schriften. Herausgegeben von Chaim M. Horowitz. Frankfurt a. M. 1881. (Slobotzkp.) Wir haben es hier mit einem neuen Unternehmen zu thun, das wir der Gunst aller jüdischen mraturfreunde empfehlen möchten. Es war uns sreits schon einmal Gelegenheit geboten, eine Midraschsammlung des Herausgebers, des Herrn Eh. Horowitz, diesen Blättern zu besprechen, und wir können die empfehlenden Worte, mit denen wir jenes Werk dem Publikum anzeigten, nur hier wiederholen. Herr Horowitz hat eine immense Zahl von Handschriften durchstndirt, refp. copirt und bietet uns hier die Früchte seines Fleißes und seiner kritischen Forschungen. Die verschiedenen Midraschim, die uns hier vorgeführt werden, stehen in einem gewissen Zusammenhänge, indem sie alle zu einem Werke Beziehung haben, das der Vers, als Hauptziel seiner Forschungen betrachtet. Es ist dies das Werk '-n »p-.s dessen Herausgabe der Berf. vorbereitet und das nicht allein durch den Commentar, sondern ganbejondcrs durch eine höchst gelehrte und interessante Vorrede ein höchst werthvoller Beitrag zur jüdischen Literatur sein wird. Ans vielen Handschriften hat der Verf. Material für das großartige Werk zusammengetragen , nach allen Seiten I)tit ist die jüdische Literatur erforscht, um Beziehungen zu den '-n ’p-.r zu entdecken und klarzulegen und es ist dem Berf. gelungen, alle diese Beziehungen anfznfinden und die Quellen zu entdecken, aus denen die geschöpft, wie auch zu zeigen, wie fruchtbar diese auf spätere Literaturerzengnisse gewirkt haben. Was nun bei diesen Vorstudien der Berf. Neues entdeckt hat, das in seinem ganzen Umfange nicht in das größere Werk zu bringen war, wird uns hier in dieser Monatsschrift geboten. — Das vorliegende erste Heft dieser Monatsschrift enthält sieben verschiedene Recensionen über die Lebensgeschichte Rabbi Eliesers, einen Midrasch aus nsirr 'ja bm |pj *-n max, es ist dies der j"V'W, der von Raschi zu Aboth angeführt wird, ferner nach einem Mscr. ’nzn rowo max, bxj/DBn 'i rrux, OwPv '' »no, rr»D rrux. Es ist hier also ein reiches und interessantes Material geboten, in welches der „Herausgeber" durch lichtvoll geschriebene und höchst gelehrte Einleitungen uns sicher einführt. Wir sind auch schon in den Stand gesetzt, mittheilen zu können, daß das zweite Heft unter andern einen aus zwei Handschr. hergestellten xvu enthalten wird, der unsere höchst mangelhaft edirten Ausgaben in willkommener Weise ergänzt und berichtigt. Das schöne Unternehmen des ebenso hoch gelehrten wie bescheidenen Herausgebers verdient um so mehr eine wohlwollende Unterstützung, als sie dazu dienen wird, demselben die Herausgabe seines höchst wichtigen Werkes, des oben erwähnten zu ermöglichen und die jüdische Literatur mit einem Schatze zu bereichern.