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Der Israelit · 1881-12-14 · Heft 50 (14.12.1881) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 50 (14.12.1881)
Date
1881-12-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1239 „Deshalb ordneten die Weisen jene Zeit an, daß diese mit dem 25. Kislew anhebenden acht Tage als Tage der Freude und der Verherrlichung Gottes gefeiert werden sollen, daß man an ihnen allabendlich Lichter anzuzünden habe zu den Thören der Häuser hingewendet, um das Wunder zu bezeugen und offenkundig zu machen. Diese Tage werden Chanukah genannt." (Maimonides Hilchoth Megillah Wechanukah 3, 1-3.) Und noch heute, seitdem mehr als zwanzig Jahrhunderte vergangen sind, wird in den jüdischen Häusern und Hütten das Chanukalicht entzündet, „um jenes Wunder stets erneut sich vor die Seele zu führen und „es offenkundig zu machen." Die Seleuciden sind längst untergegangen — Israel besteht aber noch: der Glaube der stolzen Griechen ist längst aus den Gemüthern der Menschheit gewichen, dem Zeus und dem Mars wird keine Verehrung mehr gezollt, — das Judenthum aber ist noch lebendig und Gott, des Allmächtigen Name, wird gepriesen und angebetet „von Sonnenaufgang bis zum fernen Westen!" 'vw cvcn ->n« '2 ns:« o -,m« ntp« «mp ’D1 n-oiw njo« oieoP n'rybm crps von« nirtp« «cm« «t>) .tv:« Dnim ‘Crs« croo \r«op ^n« . dd: itvti'Qi ’TOn ns« * dsi’üj« ncp:i nns : vvnnt> ’jisnpna n:y „Teilt ivill ich danken! — Tu zürntest mir, aber Tn verziehest, LU neigtest Tein Shr, mein flehen zu vernehmen — Ta zerstob mein Feind wie Stoppeln im Wirbelwind — — Zch möchte begreifen, darum gedenke ich der vergangenen Lage. Ts traf mich — als der Sunde Roth mich zeichnete! Jener Zeiten Wunder will zu verkünden ich nimmer ermüden. Fch will reden von Antiochns' Bedrückung und Benolgung, B-ie er meine Fromme gemordet und meine Cdelen geschlachtet Ta meines eigenen Volkes Verblendete mich zu verleumden sich verbunden - Also tönt es von der Leier unseres nationalen Dichters, der wir am Sabbat des Ehanutahfeftes lauschen. Des alten „Paiton" Sang schildert, wie die entarteten Volksgenossen des Königs Zorn durch falsche Beschuldigungen gegen das Judenthum angefocht hatten, so daß er plötzlich über Judäa herfiel. ynnt> msnss ’n«sn onyo j?dm vom yvs Tr vernichtete meinen Leib, er traf meine Teste — Wäldern snck'te ich Schutz, — gleich dem (i'ethier hernmirrend- Der Feldherr Philippus hatte den ausdrücklichen Befehl, das Volk zur Untreue gegen den Gottesbund zu verleiten, den Götzendienst einzuführen. Nur durch den Genuß von Schweinefleisch, durch Verleugnung der Milah konnten die Einzelnen sich vom Tode retten. Das Elend und die Verfolgung wird uns in ergreifenden Zügen an die Seele geführt. Wie zwei edle Frauen an den Brüsten aufgehängt wurden, weil sie an ihren Söhnen die Milah vollzogen; wie Säuglinge mit ihren Müttern vom Thurme hinabgestürzt wurden; die Geschichte des frommen Greises Eleasar; das hcldenmüthige Martyrium der Mutter mit ihren sieben Söhnen; der Verbot der Benutzung des gebotenen Bades; die Zerstörung des Familienlebens; die Einführung des jus primae noctis für den Feldherrn; — mm’ ’smn nysiM 0’y:n« crm1 tenpn ps y’Dn so dauerte diese Greuel .... lange vierundvierzig Monde Ta gebot ihnen Aehudah, des Heiligthums Priester, Einhalt. Der Aufstand,—Judith's That, — - der Kampf, — der Sieg, — das Wunder! — und :^np ")nr ton) mmn ok'd „So führ' sie auch feist zur Freiheit, daß Alle Tir huldigen. Allheiliger T schließt der Dichter mit dem Blicke auf seine trübe Gegenwart. Wenn das betrübte Gemüth des Juden unserer Gegenwart, unseres Landes, nach Trost ringt, wenn die Geschichte unserer Tage nicht unverstanden und ungenützt für uns bleiben soll, — wo könnten wir besser Trost und Belehrung finden, als aus der Chanukageschichte, die gerade in diesem Augenblicke unfern Geist in Anspruch nimmt? Das Chanukalicht wirst seine Strahlen in unser bedrücktes Herz, und die Erinnerung an das alte „Wunder" wird in den jüdischen Häusern wiederum lebendig und von hier aus offenkundig der ganzen Welt. cnp 'Q' n-or«) n:o« sprechen wir mit unferm Dichter; laßt uns vergangener Tage gedenken, laßt sie uns begreifen; - die jüngst vergangenen zunächst! vsy o'w. Verblendete unseres eigenen Kreises, — wir hatten und haben solche, — den hehren Beruf Israels verkennend, wähnten in dem Erwachen des Rechtsgefühls unserer nichtjüdischen Brüder den lange erhofften Menschheitsfrühling des Glücks und Heils begrüßen zu dürfen. Sie vermeinten die eigenthümliche Aufgabe ihres Stamines erfüllt und glaubten durch die ihnen endlich gewährte Gleichstellung nrit den übrigen Staatsangehörigen die Verpflichtung übernoinmen zu haben, dem jüdischen Gesetze den Gehorsam aufzukündigen. Sie waren der Ansicht, daß das von den Vätern ererbte Heiligthum in die Zeit der Freiheit und Gleichheit nicht hineinpaffe; sie verließen das ruhmwürdige Banner der Thora und schaarten sich um den bullten Flitter eines selbst geschaffenen Paniers, und mit dem Rufe nt>« ^«nt£M -pp« dieses ist die Fahne des Judenthums, jauchzten sie einem Fantome ihrer Mache als dem „geläuterten Judenthume" ihre Huldigungen entgegen. Sie haschten nach dem Beifall unserer nichtjüdischen Brüder, sie buhlten um deren Gunst. Laut

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