Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 49 (7.12.1881)
- Date
- 1881-12-07
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1215 -mn mPy py Toy tp\x pa«*«. „Es ringt Jemand mit ihm bis der Morgen heraufzieht", vermag ihn jedoch nicht zu überwältigen und „er greift an Jakobs Hüftballen", daß der Muskel reißt. Jakob bleibt aufrecht, aber er verliert den festen Fuß auf dem Boden und schreitet seitdem „hinkend" durchs Leben. Am lichten Morgen will Jakobs Gegner das Ringen aufgeben. Jakob aber spricht: „ich lasse Dich nicht, Du habest mich denn zuvor gesegnet", und Jener erwiedert: „Dein Name soll nicht ferner Jakob gesprochen werden, sondern Israel; denn Du bist bei Gott und Menschen der Ueberragende geblieben, da Du vermocht hast." Ich werde Dich nicht fürderhin noch den „Fersenhalter" — ppy — nennen, Dich nicht mehr als den von mir zu Unterdrückenden, zu Tretenden achten, sondern als den „Ueberragenden" — Psnty — „da Du es vemocht hast" Dich während des langen nächtlichen Kampfes gegen meine Gewalt zu halten, Du, der Schwache, gegen mich Starken. Darin erkenne ich die Ueberlegenheit der Gottesmacht — pn — welche in Dir mächtig ist, welche Dich stützt und Dir die Kraft des Widerstands verleiht. Ihr beuge ich mich und zolle Dir den Tribut der Anerkennung, daß Du ein Segen auch für mich bist. c-ppn p\py) cuwyd -pny n"apnur no b2 :nn DPiya D’pipsn ’T by n»yi Was Gott in der Zukunft gestalten wird, das hat er schon früher durch seine Gerechten vollziehen lassen. '2 cnt> mpttf .pdp cduu1? id’d ],pnpoi m:\xn :jnPsm nriun Die Erlebnisse der Ahnen sind ein Vorbild für deren Nachkommen hinsichtlich deren Exile, Erlösung und Rettung. ■•cn up yps*-* vnx pry oy udso y-’« pipn bi irtpy un Dy Was unser Stammvater mit seinem Bruder Esau erlebt, das erfahren wir ständig bei Esau's Nachkommen. Wir begreifen deshalb, daß dieser nächtliche Kampf in seiner vollen Bedeutsamkeit durch das r.tcun pu-Gesetz für alle Zeit dem Bewußtsein der „ Söhne Israel" eingeprägt werden soll, und daß das Wort unserer Weisen diesen mit Jakob ringenden Gegner als uvy bv nr, als den „Genius Esau's" bezeichnet. Esau, der Repräsentant der Macht, der „auf sein Schwert seine Existenz gründet", rvnn pinn py der m» btn, welcher in der Festigung und Warnung des Besitzes seine Aufgabe erblickt, steht dem Bruder Jakob gegenüber, welcher in der Pflege des Geistigen, in der Verbreitung des göttlichen Gesetzes, in der Verkündigung Gottes den echten und einzigen Beruf eines Abrahamenkels erkennt und ohne Erbe, nur als Träger des Abrahamsegens „den Weg Gottes zu hüten, Milde und Recht zu üben", in die Fremde gezogen war. Ob Esau, — ob die Macht der Menschen, die Vergötterung der Gewalt, die Huldigung des Besitzes, oder ob Jakob — das Geistige, Sittliche, Göttliche die Oberhand gewinnen soll — das ist der Inhalt der Geschichte bis auf diesen Tag. Esau haßt Jakob, weil er in ihm den Gegner seines Princips erblickt, weil er es ahnt, daß die geistige, sittliche Größe des Menschen die seinkge überragt, weil er es weiß, daß er nnr so lange zu herrschen vermag, wie die Menschen vor der Macht und dem Besitze sich beugen, nur so lange, wie sie sich gebrauchen lassen zum Piedestal seines Ruhmes, seines Glanzes. Und darum will er Jakob nicht die gleiche Berechtigung einräumen, darum weist er ihn zurück von dem Erbe des Vaters, darum will er ihn zu Boden werfen und unterdrücken. Im Laufe der Zeiten nimmt Esau verschiedene Gestatten an — immer aber ist es Esau, der Mann des Schwertes, der Gewalt, der mit Jakob ringt. 22P.XI icy ipa.xrD nvo pdx p yan.-p dp naja pdn uanj pa pntdk' 'p '01 nun cj? pamtp nnatpö 3pp map «ns« 12 Pxtdcj' ap 'dt 6 nou pmi 'dt tp nopj oan p’oPna pöx Npiy ph tapp hd T6tm \xo loy Tpaxna \xn;japi 'dt «ax nmnxD lbynff po)d potn W’'p-i -p\xpap ’yao .(NS J’^n) 'DT PD2.P NDD Py D.P’PrD patt Esau's Genius erschien Jakob in jener Nacht in der Gestalt eines Freundes, der den Freund. zu umarmen eilt, meint Rabbi Josuah; wie ein Heide, sagt Rabbi Samuel b. Nachmani; wie ein Gelehrter, spricht ein Anderer. Er überfiel ihn hinterrücks, sagen wieder Andere. Immer aber, unter jeglicher Gestalt, rang er mit Jakob, um ihn zu Boden zu werfen, und der während des Ringkampfes auswirbelnde Staub drang bis an die Stufen des göttlichen Thrones. Auch Jakobs Nachkommen ziehen friedlich ihres Wegs und suchen gleich dem Bruder den ihnen gebührenden Antheil in des Vaters Haus, um zur stillen Selbstständigkeit zu gelangen. Die Brudermenschheit ist ihnen der freundliche Genosse, in dessen Arme sie zu eilen glauben. Mit der ganzen Innigkeit des überströmenden brüderlichen Gefühls geben sie sich in dieser Umarmung. Sie empfinden die Herzenswallung des Bruders in gleicher Stärke. Was des Bruders Seele bewegt, findet in der ihrigen den lebhaften Widerhall. Des Bruders Freude ist auch ihre Freude; sie theilen seine Angst und Sorge un) streben für das gemeinsame Wohl. Da packt sie des Bruders Linke, während die Rechte ihn noch