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Der Israelit · 1881-11-30 · Heft 48 (30.11.1881) · page 31

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 48 (30.11.1881)
Date
1881-11-30
Page
– (sequence 31)
Language
German
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7 tmb 1 Kissen bestand; alles zusammen (in grobem Zcng) kostete nur 700 Piaster (c. 150 Fr.); außerdem gab ich n H. Jacub Massa zur Verpflegung dieser Kinder auf 1 Jahr (vom 1. Sept. 1880 ab) eine Summe von 1200 Piaster. So habe ich die vollständige Unterhaltung von Waisenkindern auf 1 Jahr mit 405 Fr., welche ich von der Gesammtsume der Hilfsgelder entnahm, sichern können, eine ziemlich mäßige Summe im Vergleich zu dem durch diese Ausgabe erzielten Resultat; aber ich mußte mich auf das Unerläßlichste beschränken, da ich keinen Auftrag hatte, einen Theil Ihrer Almosen anders zu verwenden, als Sie bestimmt hatten. Als die Kinder untergebracht waren, machte ich ihnen mit dein Rabbiner und H. Jac. Mussa einen Besuch, den ich von Zeit zu Zeit und so oft als möglich zu wiederholen gedenke. Nichts Interessanteres, Herr Präsident, als dieses kleine Werk. Indem ich Sie für eine aus meiner eigenen Initiative hervorgegangene Maßregel um Verzeihung bitte, erlaube ich mir zugleich, das Comitö dringend um sein Wohlwollen anzugehen für diese jungen Kinder, deren detaillirte Namensliste ich Ihnen hier überreiche. So lange ich in Mossul bleiben werde, verpflichte ich mich, mich selbst der Oberleitung dieses Werkes zu unterziehen; ich werde dies um so lieber und eifriger thun, als die Sache mich im höchsten Grade interessirt. Aber Alles, was ich zu thun geneigt bin, wird nichts sein neben dem wirklich verdienstlichen Theil, der dem Central-Comito Vorbehalten ist und der in Bewilligung der zu ihrer Unterstützung nöthigen Mittel besteht. Diese Ausgabe wird nicht groß sein: 600 Fr. p. a. werden genügen, und zwar auf eine Zeitdauer von nur 6—7 Jahren, da, wie Sie aus der genannten Liste ersehen tverden, das Alter der Kinder 8 Jahre bei 3, 7 bet 2, 6 bei 1 und 4 Jahre bei dem jüngsten ist; sobald die 6 ersten das Alter von 12 bis 15 Jahren erreicht haben, wird man sie leicht unterbringen können, und was die Schammi betrifft, die erst vier Jahre alt ist. so wird sic erst in 10 bis 11 Jahren nicht weit von dem Alter sein, in welchem sich die Mädchen hier zu Lande verheirathen und welches oft schon zu 12 Jahren ist. Wir hatten hier in letzter Zeit eine andere, die hiesige israelitische Gemeinde interessirende Beschäftigung. Während der letzten Hungersnoth haben viele Eltern aller Glaubensbekenntnisse vor Hunger ihre Kinder an die ersten Besten verkauft; der Preis, der durch die Schrecknisse der Roth bedingt war, beschränkte sich oft auf die kleinsten Summen, ja manchmal auf einige Handvoll Getreide, oder betrug auch Nichts, da die Aruren sich nur ihrer Kleider zu entledigen suchten. Die Notabeln der israelitischen Gemeinde von Mossul sprachen mit mir vor einigen Monaten über eine Wittwe aus Atrusch, die, um dem Hungertode zu entgehen, mit ihrer 8- oder 9jährigen Tochter Muselmännin geworden war und sich sogar mit einem reichen Mohamedaner ihres Ortes verheirathet hatte. Als jedoch die Noth vorüber war, stellte diese Frau ihre Lage dem Rabbiner und den Notabeln vor, welche, nachdem sie vergebens in dieser Sache Schritte bei den Behörden gethan hatten, sich an mich wandten. Die Tochtea befand sich bereits in dem Hause des Mufti, welcher behauptete, daß sie zum Islam übergetreten sei und sie daher nicht herausgeben wollte. Ich nahm mich der Sache an und nach 1 oder 2 Unterredungen, die ich mit dem Gouverneur hatte, wurde Mutter und Tochter ihrem früheren Eultus zurückgegeben gegen Zurückerstattnng der Alimente er Tochter, welche Fr. 79.50 betrugen. — Wir haben noch 2 oder 3 Kinder, denen dasselbe Schicksal zu Theil

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