Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 48 (30.11.1881)
- Date
- 1881-11-30
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Alliance israelite universelle. ’ Die sieben Waisen von Mossul. (Aus dem Monatsbericht pro J-muar 1881.) „Mossnl, 20. November 1880. Herr Präsident! Die Vertheilungsliste, die ich mit meinein Schreiben von heute Ihnen zuzuschicken die Ehre hatte, weist unter den Quittungen Hl, Nr. 2 u. 3, 2 von mir ohne Ihren Auftrag verausgabte Summen nach. Die Motive, die mich zu dieser Ausgabe bestimmt haben, waren so wichtig, das; es mir unmöglich schien, zu zaudern, ohne mich in den Augen des Comitos und in meinen eigenen zu compromiitiren. Es handelte sich um 7 von Auswärts gekommene Waisenkinder, die in der letzten Hungersnoth ihre Eltern verloren hatten. Vater- und mutterlos, von aller Welt verlassen und, wenn keiner sich ihrer annahm, dem Hungertode preisgegeben, waren diese armen kleinen Wesen zusammengerafft und nach Mossul gebracht worden. Der Rabbiner und die Notabeln der hiesigen Gemeinde theilten mir die Verlegenheit mit, in welche sie diese neue Gruppe von Armen einer ganz besonderen Kategorie versetzte; einerseits war es ihnen materiell unmöglich, diese Kinder, die fast ganz nackt waren, in ihrer Noth auf gut Glück und unter Gefahren aller Art umherirren zu lassen, andererseits aber war die Gemeinde zu arm, um sich einer Aufgabe zu unterziehen, die ihrer Natur nach sich mehrere Jahre hinziehen mußte, bis diese Kinder sich selbst ihr Brod verdienen konnten. Der Fall war dringend, und als ländliche Kinder hatten diese Waisen ein Recht auf Theilnahme an der Unterstützung, welche für die zur Provinz Mossul gehörigen Ortschaften bestimmt war. Ich verlangte, diese Kinder zu sehen, man brachte sie zu mir; man mußte Quartier- Kleidung. Betten und Nahrung schaffen. Da die Repartition der Unterstützungsgelder damals noch nicht gemach war, so glaubte ich zur Befriedigung der augenblicklichen Bedürfnisse über einen geringen Theil derselben disponiren zu können. Es wurde ein Zimmer gemiethet in einem Nachbarhause des Rabbiner Haim b. Eliahn, der die Beaufsichtigung und Pflege der Kinder übernahm. Ein armes Mädchen wurde ihnen zur Bedienung gegeben, das dafür freie Kost erhielt; ich ließ ihnen Kleidungsstücke und 7 Betten kaufen, von denen jedes aus 1 Matratze, 1 Decke ) In Ucbereinstimmung mit dem Central-Comite.