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Der Israelit · 1881-11-30 · Heft 48 (30.11.1881) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 48 (30.11.1881)
Date
1881-11-30
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1199 ten befinden sich Heshbon, Elealah, Madeba, Baal- Meon, Nebo und Pi'sgah, die heißen Quellen von Eallierhoe, Nabboth Amman und das Jordanthal. Liemltenant Conder berichtet u. A.,^er habe den Ort, wo Baal Peor verehrt wurde, die Stätte von Bamoth Baal gesunden und die Methode entdeckt, durch welche die im Arat el Emir benutzten enorm großen Steine von den Steinbrüchen herabgebracht lwurden. Ferner hat er ein hassanisches Gebäude nn Ainman entdeckt, welches in interessanter Weise die Architektur des Kubbet-es-Sakhra in Jerusalem zu illustriren schont. Was Inschriften betrisst, so hat die Expedition außer zwei grichlschen und Bruchstücken von anderen keine von Belang gefunden. Ein römischer Meilenstein mit einer lateinischen Inschrift wurde gefunden. Auch wurde eine beträchtliche Anzahl arabischer Traditionen gesammelt. Tie Expedition ist für den Winter nach Jerusalem zurückgekehrt und dort damit beschäftigt, ihre Beobachtungen zu Papier zu bringen. Feuilleton. Die Kruder?) i. In dem kleinen, lieblich gelegenen Badeorte M. stand eilt junger Mann am Fenster seines bescheidenen Zimmerchens und schaute auf die bewegte Landstraße nieder. Es war die Höhe der Saison, und M. war in die Mode gekommen. In den jüngstverfloffeuen Jahren wäre» prachtvolle Gafthöfe erbaut worden, zu welchen die Gäste aus der Nähe und Ferne strömten. M. lag nicht an der Eisenbahn; aber die Station war nur eine Stunde entfernt, und die Hütelwirthe schickten für jeden ankommeuden Zug ihre Equipagen dorthin. Da fuhren sie nun eben vorbei, meistens dichtbesetzt und mit Kisten und Koffern bepackt. Nathan Herzberg, so hieß der obenerwähnte junge Mann, betrachtete mit besonderer Aufmerksamkeit die Equipage des „Kaiserhof", des ersten Hotels von M. Ein Schwarzer saß aus dem Bocke neben dem Kutscher. Im offenen Wagen saß ein alter, großer, dicker Herr, aus einer Thonpfeise rauchend; neben ihm befand sich ein jlmges, liebliches Mädchen von etwa 18 Jahreil. Der eleganten Equipage folgte ein Omnibus, schwer mit Gepücksftücken aller Art beladen. Die Insassen desselben hatten alle ein fremdartiges Anssehen und beide Wagen hielten vor dein „Kaiserhos". Der Wirth stürzte herbei und öffnete unter vielen Bücklingen den Kutschlenschlag. Das junge Mädchen sprang schnell heraus; aber der alte Herr war nicht im Stande, ihr so rasch zu folgen. Biele Hände waren beschäftigt, ihm zu helfen: der Wirth, der Schwarze vom Bocke und die Insassen des Omnibus, die fämmtlich zur Dienerschaft des Mannes mit der Thonpfeise gehörten. „Das scheint mir," sagte 'Nathan, der die Scene mit großem Interesse betrachtete, vor sich hin, „ein indischer Nabob zu sein. Welch' colossale Reichthümer muß dieser Mann besitzen, da er mit so zahlreicher Dienerschaft reift! Das junge Mädchen ist offenbar seine Tochter, und die Frauenzimmer in der Gesellschaft gehören sicher zil ihrer Bedienung. Drei Diener und drei Dienerinnen für zwei Personen! Wie ungleich silid doch die Schätze dieser Erde oertheitt! Wenn ich besäße, was diesen Leilteil die einzige Badekur kostet, so Hütte alle Noth ein Ende. Wie wollte ich da meinen alten Eltern den Abend ibres Lebens vergnüglich gestalten, meine beiden Schwestern mit angemessener Mitgift versorgen und verheirathen, und ich selbst, ich würde auf die Universität gehen lind ftndiren." Der dicke Herr war mit seinem Gefolge in den „Kaiserhos" eingetreten. „Mynheer," sagte er zu dem Wirthe, „ich wünsche die sechs schönsten Zimmer des Hanfes in der ersten Etage für uiich und meine Tochter, und noch vier bis fünf Zimmer für die Dienerschaft. Außerdem wäre es nur lieb, wenn Sie mir eine Küche oder ein Zimmer, in das man einen transportablen Herd stellen könnte, überlassen wollten; denn, wissen Sie, Mynheer, ich und meine Tochter und zwei von meiner Dienerschaft, wir essen nicht bei Ihnen; für uns kocht die Jnngsrow Rantje dort. Die andern vier können bei Ihnen essen. Auf's Geld könunts mir nicht all; aber in meineil Gewohnheitell möchte ich nicht gestört sein. Wenn Ihnen das recht ist, so bleiben wir vier Wochen bei Ihnen. Wenn nicht, so miethe ich mir ein Privat- Logis." „„Ganz wie es der gnädige Herr befehlen,"" sagte der Wirth. „„Es soll Alles ans das Beste besorgt werden. Für die gnädige Herrschaft sind die Zimmer bereits in Ordnung, und ich ersuche Sie, mir dahin zu folgen."" Der Wirth eilte voran, und seine Gäste stiegen hinter ihm die prachtvolle, mit kostbaren Teppichen belegte Marmortreppe hinaus. Die ihm angewieseilell Zimmer gefieleil dein Fremden, der sich „Abraham de Jonge, Gutsbesitzer aus Sumatra, nebst Tochter und Dienerschaft," in das Fremdenbuch einzeichnete. Als dies gescheheil war, befahl er, Selterswasser, Himbeersaft und den Lehrer der jüdischen Gemeinde hcrbeizuschaffen. Nathan Herzberg war nicht wenig erstaunt, als ein Diener aus dem Gasthose erschien und il)n zu der fremden Herrschaft entbot. *] Nachdruck verbrtm.

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