Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 48 (30.11.1881)
- Date
- 1881-11-30
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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1108 Eine Gastpredigt hielt am perflossenen der; Provinzial - Rabbiner D r. Eahn aus Fulda,! Schwiegersohn des Oberrabbiner Stern in Hamj bürg, in der großen Synagoge auf den Kohlhöfen; vor einer sehr zahlreichen Zuhörerschaft. Derselbe > hatte seinem Vortrage das Thema: Die Bedeutung j der Gotteshäuser zu Grunde gelegt und verbreitete sich sodann über das Leben des Erzvaters Abraham, dessen musterhaften Lebenswandel der Redner allen Glaubensgenossen eindringlich zur Nachahmung empfahl. Tie Predigt fand bei der zahlreichen Zuhörerschaft eine sehr günstige Aufnahme. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Wien. Zn der neuesten Auflage seiner Monographie über die Zigeunermusik (Les Bohemiens et leur musique) die setzt im Verlage oon Breitkopf und Härtel erscheint, glaubt der greise Komponist Franz Liszt den Judeneine längere Strafpredigt halten zu müssen, die offenbar aus neuester Zeit stammt, wie schon die Berufung auf das Vatikanische Konzil oon 1870 und eine Anspielung aus Goldmaek'S „Königin von Saba" darthut. Auch in der ersten Auflage der „Bohemien«“ spricht Liszt manches Bedenken gegen den Charakter _ der Juden ans, bleibt aber im Tadel maßvoll und spart auch das versöhnende Lob nicht. Ganz anders in der neuen Auflage 1881, wo der Judenhaß in Hellen Flammen auflodert, sogar in dem Vorschläge einer Vertreibung aller Juden aus Europa nach Palästina eine praktische Wendung nimmt. Eduard Hauslick, derben Liszt'schen Expektorationen in der „9t. Fr.^Pr." eine längere Betrachtung widmet, schreibt zum Schluß derselben: „Ob cs von dem Einflüsse Richard Wagner's, des großen Jndcnfeides, herrühre, oder von Liszt's geistlicher Umgebung in Nom, jedenfalls ist cs ein trostloses Schauspiel, einen geistreichen, bisher auch wohlwollenden und humanen Menschen wie Liszt zu solch' schmutzigem Abgrunde von Gehässigkeit hcrabsinken zu sehen, Arm in Arm mit Leuten wie Stöcker und Jstoczy. In der That macht diese neueste Phase des alten Herrn einen zu pathologischen Eindruck, als daß man sich so recht con amore über ihn lustig machen könnte. Ernsthaft kann man ihn noch weniger nehmen, obwohl er seine antisemitischere Reccpte vollkommen ernsthaft verkündigt. So mag sich denn Jeder danrit im stillen beliebig, amüsirerr oder ärgern." H Nauas, 10. Nov. Tie Kunde, die ich Ihnen heute inittheike, ist eine sehr traurige, da ich leider daS Ableben eines *K'w,3 8rui -\w, eines Mannes zu melden habe, dessen Name es gewiß verdient, in der jüdischen Welt betrauert zu werden. i"3tt n"30 pwcjy n"ia cdusd.i imn Din p"pi, unter dem Namen j/-indnp pnid*? '-) bekannt, ist nicht mehr unter den Lebenden. Er hat am lö. iwmo nach einer 7tägigen schweren Krankheit seine irdische Laufbahn beschlossen, um in das bessere Jenseits überzugehen. Rufen wir gemeinsam mit der Familie des Berftvrbeneti und mit der Gemeinde desselben ans: u-t^xi n-oy rte. Ja, klageil wir Alle ob des großen und unersetzlichen Verlustes. In ganz Israel, in allen jüdischen Kreisen, wo noch der jüdische Furrke nicht erloschen ist, wo noch das traditonelle Gotleswort geschätzt ttnd geachtet wird, muß das Hinscheiden eines solchen großen p'iL beweint werden. Namentlich aber hat das ungarische orthodoxe Jndenthum zu trauern. ES verlor in ihm einen der treuesten und eifrigsten Kämpfer inib waderjtäi Vertheidiger. Seit der Zeit, da der Kampf im ^choße der ungarischen Jndenheit entstanden, war der Verblichene rastlos thätig für die jüdische Sache. Roch jetzt, in seinen leisten Lebensjahren, fd)eute er trotz fernes vorgerückten Alters und' seiner Körperschwäche kein Opfer und feine Mühe, wo es galt für Gott und für seine mr niynpn einznstehen. In jeder wichtigen Angelegenheit war sein kluger Rath der maßgebendste nitö auch immer 'n dm Erfolg gekrönt. r- 3x r.M kann das ungarische orthodoxe Jndenthum ansrnfen, denn sein Führer ist ihm verloren gegangen. Das Thun und Wirken des Verstorbenen zu schildern, bin ich nicht im Stande, denn erstens fühle ich mich hiezu zu schwach, rurd zweitens müßte mir zil diesem Zwecke ein Buch zur Verfügung stehen und nicht der tilge Raum dieser hochgesch. Blätter. Der Verstorbene war dabei gekrönt mit einer seltene!: theuren Krone: mit nuy. Er war der bescheidenste Mann der Jetztzeit. Er wirkte im Verborgenen Tag und Nacht zum Wohle seiner Mitmenscheil. ^ein Loosungswort war: „Nie soll man für sich etwas thuu".' Die Liebe, die dem Heimgegangenen Jedermann zollte, die große Achtung, die er genoß, beweist der Umstand, daß von Nah und Fern, von überall, wohin die Hiobspost gelangte, trotz des ungünstigen Wetters, Hund-wte von Leuten, unter ihnen viele Rabbinen, hin eilten, um dem Berelvigten auf feinem letzten Geleite ihre tiefste Ehrfurcht und Pietät zu bezeugen. Elf Leichenreden wurden an seiner Bahre gehal en. Alle Redner schilderten in ergreifenden Worten den großen Verlust, und kein Auge blieb thränenleer. Moritz Kohn. P a l ä st i n a. Jerusalem. Lientenant Eonder hat dem Palästina- Erforschungs-Verein in London einen Bericht über die Ergebnisse seiner ersten Forschuugsexpedition jenseits des Jordans erstattet. Er hat über 600 Namen gesammelt, mehr als 200 Ruinen untersucht und gegen 400 Cromlechs gefunden. Unter den erforschten Slät-