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Der Israelit · 1881-11-30 · Heft 48 (30.11.1881) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 48 (30.11.1881)
Date
1881-11-30
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1194 zu den Ausschreitungen gegen die Juden in Südrußland beigetragen, ist endlich', nachdem er längere Zeit sich zu verbergen wußte/ von der Polizei in Antoleft bei Alexandrowsk verhaftet worden und wird nunmehr seiner gerechten Strafe nicht entgehen. Griechenland. Arta. Der König, der vor Kurzem unsere Stadt besuchte, hat, als er vernommen, daß in Folge der jüngsten politischen Ereignisse das Einkommen unseres Rabbiners so geschmälert worden, daß er seine Familie kaum ernähren könne, bestimmt, daß demselben aus seiner Privatkasse 60 Drachmen per Monat ausbezahlt werden und hat ihn außerdem mit einem Orden decorirt. (Jew. Ehr.) Türkei. Man schreibt aus Konfkaitttnopel, 18. Nov.: Die Pforte hat ihren Vertretungen in Petersburg, Berlin und Bukarest notificirt, daß sie im Principe einwillige, die Errichtung von Judencolonien in Kleinasien und Syrien, mit Ausnahme von Palästina, unter der Bedingung zu gestatten, daß die Colonisten türkische Unterthanen werden und sich ausnahmslos den ottomanischen Gesetzen unterwerfen! Gleichzeitig hat die Pforte die in Deutschland und England bestehenden Gesellschaften, welche die Auswanderung der Juden aus Rußlgnd und Rumänien unterstützen, in Kenntniß setzen lasten , daß sie den Auftrag ertheilt habe, die Vorschläge, welche in Betreff der eben erwähnten Colonisations-Versuche an die türkische Regierung geleitet wurden, einer aufmerksamen Prüfung und wohlwollenden Würdigung zuzuführen. Amerika. Chicago. Die Einweihung des Michael Reese- Hospitals fand am 30. Oktober statt. Im Jahre 1879 war Michael Reese, Bürger in Californien, mit Hinterlassenschaft eines großen Vermögens in Deutschland gestorben. In wohlwollender Erinnerung seiner früheren Verbindungen mit Chicago hat er der hiesigen Stadt 200,000 Dollar hinterlassen zur Verwendung für wohlthätige Zwecke. 50,000 Dollar wurden zum Bau des Michael Reese's Spital verwendet und 30,000 Dollar dem hebräischen Armen-Unterstützungsvereine zur Errichtung eines für denselben nöthigen Gebäudes übergeben. Afrika. Tunis, 21. Nov. Der Bey ernannte Lambert (Israelit) zum Oberbefehlshaber der tunesischen Armee und beauftragte denselben mit der militärischen Reorganisation in der Regentschaft. Feuilleton. Ukiöa. XXXXVIII. Bar Kochba schloß mit dem Führer der Samaritaner einen Verbrüderungsvertrag ab. „Mein Volk sei Dein Volk", sprach Menascheh, „mein Heer sei Dein Heer, wir wollen zusammenkämpfen gegen den gemeinsamen Feind." „„Jede Unbill"", erwiederte Bar Kochba, „„die Deinem Volke zugefügt wird, soll von mir gerächt werden. Alle Streitigkeiten zwischen Juden und Samaritanern seien vergessen, ausgelöscht jeder Haß. Wir wollen uns lieben wie Brüder und für alle Zeiten ein Volk sein."" Daß Rabbi Akiba den angeblichen Messias verlassen und sich von Jerusalem fortbegeben hatte, wurde kaum bemerkt; denn bald kam die Botschaft, daß Julius Severus mit einem großen, mächtigen Heere herrannahe, die offenen Städte und Dörfer verbrenne, die Bewohner derselben erschlage, die Felder und Weinberge verwüste. Sofort wurde der Bau des Hciligthums unterbrochen, die Bauleute verließen die Baustätte, die Priester und Leviten unterbrachen ihre Vorbereitungen, die Gelehrten ihre Studien, und Alles schaarte sich um Bar Kochba, bereit für das Vaterland zu kämpfen oder zu sterben. Und doch war der Geist, der das Heer beseelte, ein anderer geworden. Seitdem Bar Kochba sich mit den Kuthäern verbündet hatte, seitdem Rabbi Akiba ihn verlassen, schien der Geist Gottes von ihm gewichen zu sein. Bar Kochba war nur noch der tapfere Feldherr, der muthige Heerführer; aber erfühlte sich nicht mehr als den Gesandten Gottes, der da bestimmt war, den Frieden und das Glück des Gottesreiches aufzurichten. Von diesem Geiste war ehedem ein Jeder seiner Krieger beseelt gewesen und hatte sich befähigt gefühlt, Wunderdinge zu verrichten. Jetzt war das anders geworden. Jeder Krieger fühlte es, daß der allmächtige Gott' des Beistandes der Kuthäer nicht bedurfte, um Sein Reich aufzurichten. Der Aufstand hatte seine Weihe verloren; es war nur noch eine Empörung gegen das römische Joch. Aber auch dieses Gefühl war noch stark genug, die Gemüther zu entflammen und die Krieger zu den größten Heldenthaten anzufenern. Bar Kochba verließ mit seinem Heere Jerusalem, um dem Feinde entgegen zu rücken und ihn in offner

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