Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 48 (30.11.1881)
- Date
- 1881-11-30
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2447850-2447894--18254-2474289- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1191 Woch ein Wort über die Lage des Härtens Lden. (Mit Beziehung auf den Artikel des Hrn. H. Eh rentreu in der Beilage 42—44 des „Israelit.") Nicht nur die Kindheit des Menschengeschlechtes, sondern auch die ganze Feenwelt unserer eigenen Kindheit zieht an unserer Seele vorüber, sobald wir den Gedanken, an den Garten Eden in uns wachrnfen. Ist es doch eben diese paradiesische Wohnstätte des ersten Menschenpaares und die von dem Meistergriffel der Bibel in so fesselnder Weise erzählte Geschichte des Paradieses,' welche die kindliche Phantasie unserer Knabenjahre so angelegentlich beschäftigte. Ans den Schreiber dieser Zeilen jedoch, der viele Jahre in Border-Asien gelebt und die zwei wichtigsten Sprachen und Literaturen dieser Länder. Arabisch und Persisch, mit aller Hingebung studirte, übte dieses Thema eine noch ganz besondere Anziehungskraft aus, weil er vielleicht behaupten darf, den klassischen Boden dieser ersten Wiege der Menschheit mit eigenen Angen gesehen zu haben, wie dies von demselben in der hebräischen Zeitschrift „Hamagid" v. I. 1880 Nr. 1 ausführlich mitgetheilt ward. Um nun auf den beregten Artikel des Herrn H. Ehrentreu zurückzukommen, müssen wir bei aller Hochachtung vor einer wissenschaftlichen Autorität, miß es unstreitig Professor Delitzsch ist, es doch hier aussprechen, daß wir mit dessen Eonjectnr über die geographische Lage des Gartens Eden, trotz des großen wissenschaftlichen Apparates von philologischen und etymologischen Studien, den er zur Begründung ''einer Hypothese aufbot, uns durchaus nicht einverstanden zu erklären vermögen. Nach Delitzsch nämlich war der in der Bibel als herrliches Gartenland bezeichnte Aufenthalt der ersten Menschen nichts Anderes als die am Euphrat gelegene Landschaft Kardunia's mit ihren: Mittelpunkt, dem alter: Babel. Allein der Leser werfe einen Blick in die Landkarte und er wird finden, daß aus der Stelle, wo das alte Babel lag, Euphrat und Tigris in weiter Entfernung von einander, ii: parallelem Laufe ohne sich gegenseitig zu berühren, sortfließen. Wie stimmt dies nur: rnit der Beschreibung der Bibel, daß der den Garten Eden bewässernde Strom sich daselbst in 4 Wasserstraßen theilte, von beiten der eine eben der npwar, unter welchem Namen auch Delitzsch, ebenso wie sämmtliche Schristerklärer und auch schon Onkelos und der Talmud an mehreren Stellen den oder Tigris*) er- *i Tie Araber nennen bis heure den Tigris bb~. i kannten? — Alle an den Haaren herbeigezogenen; Hypothesen von einem etwa unterirrdischen Zusam-! mentreffen zweier weitauseinal:der gelegenen Flüsse j können gegen den klaren Wortlaut der Bibel bei jedem unbefangen Prüfenden nichts ausrichten. — Bei der Annahme ferner, daß der Garten Eden an der Stelle des später:: Babel lag, hätte wohl die Bibel, da sie doch ihren Lesern eine genaue Beschreibung von dessen geographischen Lage geben wollte — wie sie eben angibt, daß er östlich von der Landschaft Eden lag*) einer Landschaft die in der That aus 'd' '2 craPo und 'w genannt wird — uns wohl ebenso sagen dürfen, daß der Garten an der Stelle lag, wo das später erbaute und so berühmt getvordene Babel sich befand. Anticipirt doch die heilige Schrift häufig in ihren Erzählungen Städte, die erst später gegründet wurden. Der von: Professor Delitzsch aufgestellten Hypothese entgegen, halten wir daher an unserer, wie oben angekündet, schon früher ausgesprochenen Ansicht fest, daß der Garten Eden dort lag, wo das bentige, nördlich vom persischen Golf sich befindliche Kurnah? liegt, eine Stadt, die vormals den Namen Apamea führte — und die auch bereits in: Talmud *2 s"y rwn? als Grenzbestimmung des babylonischen Landes erwähnt wird**) — vor deren Mauern Euphrat und Tigris zusammenströmen und den Schat-al-Arab a-.y?« bp aus sich ergießen, und eine Landschaft bewässern, die voll reizender Naiurschönheit und voll wunderbarer Fruchtbarkeit, wahrhaft einem Garten Gottes gleicht. Als Schreiber dieses im Jahre 1877, zu dem frischen Grabe seiner leider so früh Heimgegangenen Mutter .-.p" nach Hause eilend, ans Bagdad zurück nach Europa reifte und in diese Landschaft kam, konnte er nicht den Gedanken sich erwehren, daß hier sein Fuß jenen klassischen Boden berühre, der aus den ersten Blättern der heiligen Schrift als Garten Eden bezeichnet wird. Der Leser nehme die Karte zur Hand und er wird aus eigener Anschauung sich überzeugen, daß die ganze Schilderung der Bibel hier genau zutrifft, denn derEuprat,nachdem er eine östliche Richtung einschlägt und durch eine damals unter dem Namen Eden bekannten Landschaft fließt, tritt aus Eden hervor***), um hier das östlich gelegene Gartenland *) ’icnPs onpapya p 'n yv'1 .py tw **) pvi ny n^na rvnnnP 'oi Pa p’n ny tan p'rni n»osm *mn nxnn n’dbm ny twop n"« .««vnn Nim ttnby ***) Daß unter pya r<w' -nj; der Euphrat gemeint ist, sagen schon unsre Weisen im Talmud P 'ru nni23; pns1 na yPst ms «in ’y’mn -mm by'y mpyc-i ms xin apy na xnx an «cnwi