Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 48 (30.11.1881)
- Date
- 1881-11-30
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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1190 Opfer. Wahrlich, wäre der Gott unsrer Väter uns nicht zu Hilfe gekommen, es wäre längst von Israel Niemand übrig geblieben. Auch in unsrer Zeit müssen wir Aehnliches erleben. Nachdem man Jahrhunderte lang unsre Vor- , eltern beengt und bedrückt hatte, wurden ihnen end-! lich vor wenigen Jahrzehnten die Fesseln abgenommen. Getreulich haben seitdem die Israeliten den Wohlstand und die gedeihliche Entwickelung des Vaterlandes zu befördern gesucht. Sie haben sich ausgezeichnet in allen Künsten und Wissenschaften. Sie vor Allen waren es, welche den Handel und die Industrie Deutschlands, die noch vor wenigen Jahrzehnten ganz darniederlagen, mit Erfolg zu heben versuchten. Sie vertranken und verpraßten nicht, was sie erworben hatten, sondern suchten es durch weise Sparsamkeit zu erhalten und zu vermehren. Und nun, da Gott den Fleiß vieler unserer Glaubensgenossen gesegnet hat, erheben sich die Feinde und sprechen, wie einst die Söhne Labans gesprochen. Alles, was die Judenfeinde gegen Israel Vorbringen, ist bereits hundertfach und tausendfach widerlegt worden. Allein, wo die wüsten Leidenschaften toben, da findet die Stimme der Vernunft kein Gehör. Wir haben nur einen Helfer und Beschützer, und das ist unser Vater im Himmel. — Als Jakob das Vaterhaus verließ, da betete er zu Gott, daß Er ihn in Frieden in das Vaterhaus zurückkehren lassen. Unsre Weisen erklären xunn obw □ ipibg , in Frieden, das heißt: frei von Sünden. — Wem: wir uns des Schutzes unseres Vaters im Himmel würdig machen, wenn wir uns frei von Sünden halten, wenn wir treu bleiben dem Glauben der Väter und die heiligen Vorschriften der Gottesgesetze nicht vernachlässigen, dann spricht Gott zu uns: -pmiy ’Jx ’noi Dpy nyyin to’n w&nttn rcnp /i „Fürchte Dich nicht Jakob, wenn man Dich auch gleich einem Wurm zertreten tmll, ängstigt Euch nicht ihr Männer Israels, wenn Ihr auch nur wenige seit; Ich bin Dein Helfer spricht der Ewige, und Dein Erlöser, der Heilige Israels." (Jesaias C. 41, V. 14.) Wichtige Bemerkung in Bezug auf die Feststellung des -Hages. Ich ersuche Sie, diesen Aufsatz, welcher die Bestimmung hat, unfern Gelehrten auf einen -i^d n-yo aufmerksam zu machen, der in 2"’p >"o n"w '"o und bpvn rrsno sich befindet, wodurch der Ausspruch der Halacha alterirt wird-, in Ihrem geschätzten Blatte Raum zn gestatten. — Nach dem Grundsätze des Talmuds nämlich ist der .-i-xL'-Tag der 60. der ntwi nc'pn; da aber in der Angabe der r^pn selbst sich viele Jrrthnmcr vorfinden, wodurch die Richtigkeit des-Tages fraglich wird — die aber ist in der Halacha von großer Wichtigkeit, so daß man bei einer stattgehabten Veränderung, wenn man nämlich einen Tag vor oder nachher bv irr iüdi eingeschaltet, mit der y"o» dpdo nicht nsp* ist — so hat ctfmTON ein untrügliches Datum für den Ti^xV-Tag angegeben, wodurch jede Ungenauigkeit wegfällt. Der.iyrrL'-Tag ist immer entweder am 22. oder 23. November (alten Styles) was nach neuem Styl der 4. oder 5. December, im ganzen Jahrhundert. Um aber nun richtig zu stellen, ob der.-.bx^'-Tag des Jahres der 22. oder 23. November alten Styles ist, findet sich in DKmus« folgende Erklärung, die auch o">p >"d n"i* '"o und rpsnc •?pwn recipirt. Wenn Februar 28 Tage hat, so ist der darauffolgende Tag, am 22. Novemberalten Styles, hat aber dieser Monat (wie immer im Schaltjahr) 29 Tage, so ist der folgende Tag am 23. November alten Styles. Meine diesbezügliche Bemerkung geht also dahin, daß hier ein -)S-d myD vorliegt, es muß nämlich heißen, wenn Februar 29 Tage hat, so ist der vorhergehende rr.dTag desselben Jahres am 23. November alten Styles, was nach neuem Styl der 5. December ist. Diese Angabe hat ihre Begründung darin, daß in jedem 4. (Schalt) Jahre die vorhergehende^^.- am 7. October neuen Styles ist, es muß daher der* Xaq, welcher der darauffolgende 60. ist, ani 5. December neuen Styles sein. Dies ist eine feststehende, unumstößliche Wahrheit, wofür sich in meinem praktischen Kalender „Sod Haibur", Seite 7 und 8, die evidente Beweisführung findet. Auch fühle ich mich veranlaßt, zu bemerken, daß der Levi'sche Kalender (Berliner Ausgabe) Landsberg'sche (Hamburger Ausgabe) die.-17^2-Tage fehlerhaft angeben. Denn sie bezeichnen den 4. December als den .-^w-Tag für das ganze Jahrhundert, welche Behauptung aber bekanntlich falsch ist, indem wie erwähnt, im ganzen Jahrhundert alle 4 Jahre der.ivr<L'-Tag am 5. ist. — Es wird mich freuen, meine eben angeführte Behauptung von berufenen Autoritäten an dieser Stelle bestätigt zu finden. D avid Friedländer, Verfasser des „Sod Haibur", Neuermarktplatz 8.