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Der Israelit · 1881-11-16 · Heft 46 (16.11.1881) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 46 (16.11.1881)
Date
1881-11-16
Page
– (sequence 20)
Language
German
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1156 bemittelter Gläubiger der Redaction der „Deutschen Reform" um ca. 200 M. gebracht worden. Und unter der Verantwortlichkeit dieses Mannes sind im letzten Jahre die gröbsten Schmähungen gegen achtbare Personen erschienen und dieses Organ will Deutschland unter der Firma »christliche Ehrlichkeit" reformiren!! (Frks. Journal.) StraHbnrg. Die in Elsaß-Lothringen auf Grund der Ordonnanze des Reichskanzlers vom 15. August 1871 bestehenden gemischten Lehrerseminare sind in neuester Zeit in confessionelle umgewandelt worden. Das Lehrerseminar zu Straßburg ist für die protestantischen und israelitischen Schüler bestimmt, während die Seminare zu Obernai und Colmar für die katholischen Zöglinge designirt sind. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Wien. Aus dem Orientbuche des Kronprinzen Rudolph veröffentlichen wir noch nachstehende Stelle: „Ich besah mir die Hauptmoschee auf dem heiligen Berge. In der Nähe befindet sich ein großer Felsklotz aus uralter Zeit, man sagte mir, daß auch der Talmud von diesem Fels spreche; es heißt, daß Abraham und Malki Zedek hier geopfert haben; ferner, daß Isaak hier zum Opfer dargebracht weroen sollte; endlich aber, daß Jacob diesen Fels gesalbt habe. Auch die Bundeslade soll hier gestanden haben, welche der Prophet Jeremias hier verborgen, damit sie nicht in die Hände des Feindes gerathe. Die Juden behaupten auch heutzutage noch, daß die Bundeslade sich an dieser Stelle befinde, und daß sie einst der wahre Messias wieder auffinden werde. — Den Fels selbst betrachten die Juden sowohl, als die Mohammedaner als den Mittelpunkt der Welt. — Diese Moschee steht auf demselben Platze, aus welchem das vom König Salomo erbaute Heiligthum einst gestanden. Die Mohammedaner behaupten, daß diese Moschee durch ein Wunder in der Luft schwebe und gar nicht auf dem Erdboden stehe. Sie führen den Wanderer in unterirdische Räume, wo noch Reste des jüdischen Tempels umherliegen. Die Mohammedaner zeigen da die angeblichen Betplätze von Abraham, David, Salomon und des Propheten Elijahu u. s. w. Auch eine „Vertiefung" zeigen sie, welchen Eindruck Mohammed mit seinem Kopfe gemacht hat. Höchst interessant ist auch der Platz, auf dem der Palast des Königs Salomon einst gestanden. Wir sahen auch an der Weftmauer des alten jüdischen Tempels eine Schaar Juden, die noch immer wegen des Unterganges des Heiligthums trauern und beten. Auch die alten Königsgräbcr der Juden zeigte man uns, wie nicht minder das Grab Absalom's, der sich gegen seinen Vater David empört hatte und in der von ihm gestifteten Revolution umgekommen war. Wien. Die „Wiener med. Blätter" melden: „Herr und Frau Victor Saint-Paul (Israeliten) in Paris haben der Academie de Medecine zu Paris 25,000 Frcs. übergeben zur Gründung eines Preises für diejenige Person, ohne Unterschied der Nationalität und des Standes, welche zuerst ein — von der Akademie als wirksam und unfehlbar erprobtes — Mittel gegen Dyphterie erfindet. Bis zur Entdeckung desselben soll die Rente als Aufmunterungspreis alle zwei Jahre Denjenigen zuerkannt werden, welche durch Arbeiten, resp. Untersuchungen über Diphterie eine Anerkennung verdienen." Wien. Seit einer Reihe von Jahren wurden dahier von Privatleuten verschiedene oft ganz verrufene Localitäten zur Abhaltung des Gottesdienstes während der hohen Feiertage eingerichtet, wobei auf die Würdigkeit der Vorsänger wenig oder gar nicht, sondern nur auf die Billigkeit Bedacht genommen worden ist. Der Vorstand der Gemeinde ist nun dieserhalb bei der Statthalterei vorstellig geworden und hat von dieser Behörde die volle Befugniß erhalten, künftighin gegen dieses Unwesen einzuschreiten. Prag. Dem Ausweis über Einnahmen und Ausgaben des isr. Freitisch-Vereins in Prag für Schuljahr 1880—1881 entnehmen wir: Seit den 23 Jahren seines Bestandes ist der isr. Freitisch-Verein aus bescheidenen Anfängen zu einem festen — ja unentbehrlichen Gliede in der Kette jener Humanitären Vereine emporgewachsen, welche dem Gemeiusinne und den edlen Herzen unserer Glaubensgenossen zur schönsten Zierde gereichen. Dank der sich mehrenden Sympathie, deren sich der Freitisch-Verein allseitig erfreut, Dank der immer weiterreichenden Erkenntni'ß von der segensreichen Tendenz und Wirksanikeit dieses Vereins — sind auch im letzten Vereinsjahre Resultate erzielt worden, welche um so günstiger genannt werden können, je ungünstiger im Allgemeinen die Zeitverhältnisse waren. Dem Vorstande, namentlich aber dem unausgesetzt thätigcn „Comitä zur Förderung der Leistungsfähigkeit des Vereins" ist cs gelungen, dem Vereine 167'Mitglieder mit einem Jahresbeiträge von 371 fl. <0 kr. (darunter 13 Eultusgemeindcn mit 57 fl. 80 kr.) znzufnhren. Durch diesen Zuwachs und im Gegenhalte zu dem anderseits unvermeidlichen Abgänge von Mit-

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