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Der Israelit · 1881-11-16 · Heft 46 (16.11.1881) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 46 (16.11.1881)
Date
1881-11-16
Page
– (sequence 21)
Language
German
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1157 gliedern ist die Zahl der Vereinsmitglieder auf die seit der Gründung des Vereins noch nie erreichte Ziffer von 1171 gestiegen. Davon sind 1110 beitragende (unter diesen 86 Cultus-Gemeinden und Vereine) und 61 gründende Mitglieder. Durch die Vermehrung der Mitgliederzahl sind die Jahresbeiträge (von 3095 fl. 10 kr. im Vorjahre) aus 3290 fl. 90 kr., die Baarspenden (von 704 fl. 29 kr. im Vorjahre) auf 994 fl. 28 kr., endlich der unangreifbare Fond (von 11650 fl. im Vorjahre auf 13000 fl. angewachsen. Die vorstehend angeführten günstigen Ergebnisse haben es auch ermöglicht, daß der Freitisch-Verein seinem Zwecke in erhöhtem Grade gerecht werden konnte. Während nämlich im frühem Schuljahre 166 Kostnehmer mit einem Kostenaufwande von 2869 fl. 1 kr. 20605 Portionen vertheilt worden, erhielten im abgelaufenen Jahre 170 Kostnehmer 27034 Portionen , und betrug der Kostenaufwand hiefür 3657 fl. 43 kr. Unter den Kostnehmern waren 46 Volks-, 18 Unter-, 22 Oberreal- und 62 Gymnasial-Schüler, ferner 10 Handelsakademiker, 8 Lehramts- und 4 Rabbinatskandidaten. Der Verein hat seinen Kostnehmern nicht blos die Mittagskost, sondern an den hohen Feiertagen auch das Nachtmahl, und an den Pessachfeiertagen nebst diesen beiden Mahlzeiten sogar auch das Frühstück gegeben. Freiftadt. lieber den Raubmord an den Brüdern Adolph und Marcus Goldmann in Freistadt wird uns aus Brünn Folgendes mitgetheilt: In der Nacht vom Freitag auf Samstag wurde der Mord verübt. Samstag Früh 9 Uhr brachte der Briefträger Bohotsch Briefe für Goldmann. Da die Thüre nur zngelehnt war, trat Bohotsch in das Geschäftslocal ein. Daselbst hörte er ein Stöhnen und rief die Nachbarn herbei, welche den Marcus tobt auf dem Boden und den Adolph Goldmann in den letzten Zügen liegend trafen. Untersuchungsrichter Feil, welcher mit dem Gerichtsarzte Dr. Mährer sofort erschien, constatirte, daß Marcus Goldmann sofort nach dem ersten Hiebe seinen Geist aufgegebcn hatte, während bei Adolph Goldmann verschiedene Anzeichen dafür sprachen, daß er sich sehr kräftig zur Wehre gesetzt hatte. Der Mörder, ein 19-jähriger, schon oft abgestrafter Bauernbursche aus Marklowitz, ist bereits verhaftet. Er hatte seine Beinkleider am Thatorte Zurückgelassen und hiefür andere angelegt, die er ans dem Geschäftslokale nahm. Dann lief er znm^Bahnhof, wo er eine Karte nach Teschen löste, ^ciue Angst war so groß, daß er das ihm vom Cassier herausgegebene Kleingeld liegen ließ und sich sofort in den Waggon setzte. Diese Umstände führten auf die Spur des Mörders, der auch seine That eingestand. Amerika. New-Orleans. Die hier erscheinende „Deutsche Zeitung" berichtet über die Ankunft der ersten russisch-jüdischen Einwanderer: Der New-Orleans- und Ehicago-Eisenbahnzug brachte gestern die ersten russisch-jüdischen Emigranten hierher, ein Transport von sieben jungen Leuten, die, wie Herr Salomon Marx*), der Vorsitzer des Empfangs-Comite's uns mittheilt, starke, kräftige und wohlaussehende Burschen und von dem gewöhnlichen Typus der Polen oder Russen ganz und garverschieden sind. Sie sind, wenn auch nicht fein, doch modern und anständig gekleidet und von sehr gefälligem Aeußern, sprechen recht gut deutsch, sind jedoch im Russischen und Hebräischen besser bewandert. Der jüngste dieser Einwanderer, Berl. Jankilevi, 18 Jahre alt, in Kiew geboren, hat dasGymnasium besucht und 6 Klassen passirt, liest und schreibt lateinisch, griechisch, deutsch, türkisch, russisch, hebräisch und französisch, und ist der Schützling seiner Kameraden. Zacharias Bernadie, 24 Jahre alt, aus Elisabetgrad, einer Stadt von circa 40,000 Einwohnern, gebürtig, sagt, daß dieselbe vollständig niedergebrannt sei; hatte ein Spezereigeschäst daselbst. Naphtali Moravic, 19 Jahre alt, war im Tabaksgeschäft in Radzovill; sein Bruder Seligmann Moravic, 24 Jahre alt, war 4 Jahre in russischen und türkischen Diensten als Sergeant, besitzt die Medaille des türkischen Sonnenordens und den rumänischen Orden „Frezeria Dunaria“, in Folge seiner ausgezeichneten Dienstesleistungen. Hirsch Tobacnic, 19 Jahre alt, Elerk, und Samuel Bernstein, Barkeeper, 22 Jahre alt, sind ebenfalls aus Radzovill und sehr nett allssehend. Diese und Samuel Bernstein, 30 Jahre alt, Böttcher, ans Neu-Eonstantin, bilden ein Septett, dessen Gesangsweisen mit denen der babylonischen Gefangenen wohl übereillstimmen lnögen. Es unterliegt feinem Zweifel, daß diese jllngen ulld kräftigen Naturen bald Meister ihrer Lage und nützliche Bürger dieses Landes werden. Vorläufig sind bei Herrn Meyer, No. 196 Bafin-Straße, nahe Lafayette, eingnartirt, woselbst für sie bestens gesorgt wird. Heute statteten sie einen Besuch in der vo!- nischen Synagoge au Earondolet-Straße, iralje *j Ein geborener Mainzer.

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