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Der Israelit · 1881-11-16 · Heft 46 (16.11.1881) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 46 (16.11.1881)
Date
1881-11-16
Page
– (sequence 19)
Language
German
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1155 feffor viele Jahre thätig. Hebräisches Gebet und Segen schloß die Feier, welche aus Wunsch des Dabingeschiedenen ohne jeglichen Pomp gehalten war. Gr war ein Fecund und Wohlthäter vieler Studenten an der Landesunivcrsität. Die Familie ist reich und kinderlos. Merkwürdig ist, daß Prof. Pfeiffer am gleichen Tag wie sein Vater der Eommerzienrath vor 44 Jahren gestorben und am gleichen Tag wie seine Mutter vor 47 Jahren beerdigt worden ist. Aus dem Horber Oberamte, 23. Oktober, kürzlich ist die Ortschaft Mühringen durch ein sehr ansehnliches Legat im Betrage von 22,000 Mark freudig überrascht worden. Der Legatar, Herr .ft. Fischer j EhrisZ, der, ein treuer Sohn Mnhringens ist, in der Residenz wohnhaft war, und daselbst verstorben ist, hat testamentarisch bestimrnt, daß ein Theil der Zinsen für Studienzwecke, ohne Unterschied der Konfession und des Geschlechtes, ein anderer zur Unterstützung armer Greise, gebrechlicher Personen, sowie Wittwen und Waisen verwendet und ein kleiner Theil des Ertrages dem Schnlsond zustießen solle. Berlin, 0. November. Die „Eheninitzer Ztg." läßt uns einen Blick hinter den Vorhang der antiwrtschrittlichen Agitation thun. Sie schreibt: „Uebcr die Mittel, welche der konservativ-antisemitischen Bewegung in letzter Zeit zugeflossen sind, wird uns ans Berlin von Jemand, dem ein Zufall Einsicht in die bezüglichen Kassenverhältnisse verschaffte, mitgetheilt: „Die Summen, welche die konservativ-antisemitische Bewegung verschlungen, sind noch weit größer, als man annimmt. Die konservative Wahlagitation in Berlin hat allein mehr Geld erfordert, als die Wahlkosten sämmtlicher liberalen Parteien im ganzen Reich zusammen betragen haben. Allein durch den großen Schnittwaarenhändler Herzog, dern Konkurrenten von Gerson, Israel u. s. w., sind mehr als 400,000 Mark an die Kasse des konservativen Cenrralwahlcomites abgeliefert worden, von denen Herr- Herzog über 160,000 Mark aus eigener Tasche gegeben hat. Woher der Rest geflossen, ist dem Cenrralwahlcomite selbst nicht bekannt. Auch was außerdem zugeflossen, stammt zürn allergrößten Theile von großen Banquiers und Kaufleuten. Es herrscht in den Kreisen der antisemitischen Agitatoren großer ttnmuth darüber,. daß der hohe Adel, der große Grundbesitz und die hohe Beamtenschaft zum großen Theil gar nichts, zum Theil nur winzige Spenden zu dem konservativen Wahlfonds beigeträgen haben. Von den Großgrundbesitzern sind es allein die Herrn von Mirbach und von Minnigerode, welche einigermaßen erhebliche Summen gespendet haben Die hohe Aristokratie und besonders die hohen Hofbeamten haben die, welche mit dem konservativen Klingelbeutel zu ihnen kamen, nickt sehr gut ausgenommen. So kam ein Herr vom „Deutschen Tageblatt", ein Hauptmann von zu dem Grafen R., einem der reichsten preußischen Kavaliere, der eine der höchsten Hofcharchen bekleidet, und dieser empfing den Bittsteller mit den Worten: ,Die ewige Bettelei!" Der also Angefahrene verbat sich den Ausdruck „Bettler" mit dem Hinweis darauf, dnß er Offizier uno Kavalier sei. Graf N. schickte später an das konservative Eentralcomitce eine Spende von — 50 Mark, die ihm zurückgesandt wurde." Kassel 2 Nov. Die Kunde von einem blutigen Morde durcheilte heute unsere Stadt. Derselbe ist in der Nacht vom Sonntag zum Montag an dem Handelsmann Samuel Nosenberg ans Niedermeiser bei Hofgeismar begangen worden. Die Einzelnheiten der schaurigen That sind noch in ziemliches Dunkel gehüllt, doch erfährt die „Hess. Morgenztg." vorläufig darüber Folgentes: Ter Israelit Roscnberg, ein gut sitmrter und angeblich angesehener Handelsmann, begab sich am Sonntag Abend spät auf den Heimweg vom Dorfe Zwergen ans, um nach Niedermeisen zu gehen. Dort ist er nicht angelangt. Am andern Morgen wurde nicht weit vom Dorfe Zwergen der Leichnam desselben etwas abseits siwm Wege unter Kartoffelgraut von Dorfbewohnern ausgefunden. Am Kopfe befand sich eine klaffende Wunde vor, die anscheinend von dent Schlage einer Are herrührt. Uhr, Börse und Werthgegenstände fand man bei dem Leichnam; es scheint also kein Raubmord sondern ein Racheakt an dem alten in den siebenziger Jahren stehenden Manne begangen zu sein. Derselbe war für sein Alter noch sehr rüstig und hat Rosenberg stedensallö einen Kampf mit dem Mörder, welcher ihm aufgelauert zu haben scheint, zu bestehen gehabt. Hierfür spricht auch der Umstand, daß der Sparzierstock des Ermordeten in Stücke zerschlagen anfgefunden wurde. Ueber den muthmaßlichen Thäter schwirren allerlei Gerüchte, doch läßt sich Bestimmtes lwch nicht mittheilen. Der Staatanwalt v. Ditfurth war bereits heute am Orte der That. Kassel, 6. Rov. Als verantwortlicher Redacteur des Mannten (jodjcDnferüatiüen Antisemitenblattes „Deutsche Reform" in Dresden, das auch die dortige Reichstagskandidatur des Hofpredigers Stöcker gemacht hat, zeichnete bisher ein gewisser Adolf Schmidt. Derselbe hat mm am 2. d. M. den Manifestationseid dahin ausgeschworen, daß er nur ein als Redacteur vorgeschobener Taglöhner sei und für diese seine Thätigkeit von den eigentlichen Machern des genannten Organs einen Wochenlvhn von 12 M. beziehe. Durch diesen Eid ist ein nn-

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