Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 46 (16.11.1881)
- Date
- 1881-11-16
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2447850-2447892--18212-2474245- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1147 1: I; elber Haut, schönen Zügen, ist aus Spanien geürtig*), trägt wie die meisten in Palästina lebenden Rabbiner das althebräische Kostüm: den farbigen, faltenreichen Oberrock mit Pelz verbrämt, einen Turban am Kopf, lange Kleider, gelbe Pantoffel. Lemberg, 31. October. Aus Schmerinka und Kiew werden abermalige Judenverfolgungen gemeldet. In Kiew wurden auf polizeiliche Weisung die jüdischen Arbeiter aus den Fabriken abgeschafft. Gegenüber den massenhaften Zuzügen hieher hat die Pariser „Alliance universelle israelite" in Folge eines New-Norker Telegramms die Aufnahme der Emigrirten nach Amerika sistirt und sollen nur noch zwei Transporte abgehen, so daß für Brody eine große Calamität droht. Zur theilweisen Abhilfe und Repatriirung hat die Wiener „Alliance" ihrem hieher entsendeten Delegirten 7000 fl. und 5000 Francs, Gebrüder Gutmann in Wien haben 2000 fl. gesendet z nebst vielen Winterkleidern. Das Glend unter den Geflüchteten ist groß. 0. F. GoIcvJeiiikau (Böhmen), 31. Oct. Gestern fand hier das Leichenbegängniß des hochgefeierten, ewig unvergeßlichen pn« 'n t>n:i iwan y'3"i yysa^xp statt. Die Eisenbahnzüge hatten eine große Zahl hochansehnlicher Trauergäste aus der Ferne gebracht. Das Prager Rabbinat war durch Oberrabbiner Hirsch und Rabbinatsasseffor Religionsprofessor Adler, die Prager Eultus-Gemeinde- Repräsentanz durch Schriftsteller Kohn, Plohn, Landesadvokaten Dr. Rosenbacher, die Landesjudenschasts- Repräsentanz durch Herrn Obmannstellvertreter Landesadvokaten Dr. Emanuel Kraus, der Verein ye.x :rn,t, dessen Ehrenmitglied der Verstorbene p"i gewesen, durch dessen Obmannstellvertreter Kohn, die uralte Prager Beerdigungsbrüderschast durch ihre Vorsteher Plohn und Schütz, deren Zweigverein durch Kaufmann Glauber, die Eultusgemeinde Kollin durch Rabbiner Dr. Gnggenheimer und die Vorsteher Saxel und Kröner, Schwichow durch Rabbiner Dr. Back, Reichenau durch Rabbiner Lengsfelder vertreten und hatten überdies zahlreiche Gemeinden Deputationen entsendet. Außer den Genannten sahen wir in dem Leichengefolge sämmtliche katholischen Geistlichen, den Dechanten an der Spitze, den Kreisrabbiner Pollatschek, den Direktor der ungarischen Creditbank, Siegmund Kornfeld, die Doktoren Fuchs, Hermann, Winternitz u. v. A. Im Trauerhaüse hielt der Jenikauer Lokalrabbiner Spitz eine tiefergreifende vom Herzen kommende und in die Herzen der Hörer dringende Rede, *) Das ist nicht ganz richtig; nicht der gegenwärtige Ober- Rabbiner von Jerusalem, sondern dessen Voreltern stammten aus Spanien und wurden 1492 von dort vertrieben. — Red. die er in trefflichster Weise an die Stelle r« np nmro:!->p-r -G-n na ->cta bj nc» anlehnte und die Vollkommenheit des großen Verklärten, der sich im besten und schönsten Sinne des Wortes verewigt hatte, hervorhob. Vom Trauerhause bewegte sich der Zug in das Gotteshaus, in welches die irdische Hülle des Verewigten gebracht wurde. Der von der Jenikauer Gemeinde hierzu berufene Prager Oberrabbiner Hirsch betrat nun die Kanzel und hielt eine Rede, die wir wohl nicht zutreffender bezeichnen könnetl, als daß sie des großen Todten würdig war. Oberrabbiner Hirsch wählte zum Texte seiner machtvoll hinreißenden Rede, vielleicht auch im Hinblicke auf das klassische Werk des Verewigten: Jeremias Gap. 31, V. 21: 7i7D37> “pp '.->1? Dnnan dts *p pnn :rbn yny p# ^40»’ npinza ’unp ’nzpn yn „Es kann nicht," sprach der Redner," in unserer Absicht liegen, die bekannte Riesengröße des verstorbenen n"n ins richtige Licht stellen zn wollen, haben doch schon vor mehr als einem halben Jahrhundert die größten damals lebenden o’j-su, der Mährische Landrabbiner, a-rsDjns ppi"32« ->sid nero p '«an und upnyjjn o-no «an den damals 30jährigen P n^yDapxr p-x als unerreichbaren pna hingestellt! Allein der Verewigte hat sein volles Leben lang in den voll Gott vorgezeichneterl Bahnen gewandelt, nach den: bekannten Spruche cim rnn no und voll Gott heißt es: »X'I -;np tcnnpn r>27 in?na nsid o-pp yp Iinurvay «mv n~« Off Der Redner deutete die Stelle dahin, daß der Mensch nicht im Stande sei, die Größe Glottes, in seinen unergründlichen, un erfaßbare n Werken zu finden, sondern sie nur da erfassen und erkennen zn könneil, wo sie sich nicht in seiner eildlos großen Erhabenheit, sondern in seinem Hera blassen, in seiner 7,'w zn erkennen gibt; — und so wolle er auch zunächst von deili Verewigten, der sich fein Leben lang bestrebt, die vom Talmud vorgezeichnete Gottähnlichkeit zu erlangen, sprechen und nun aus die may des Verewigten übergehend, hob er hervor, wie unendlich werthvoll may bei einem Manne sei, der geschmückt mit den herrlichsten Eigenschaften, seinen Eigenwerth erkennen und würdigen mußte. „Wir wollen", fuhr Redner fort, „eine Biographie des Verblichenen geben, aber nicht in moderner, weitschweifiger Weise, sondern nach dem größten Muster, das wir besitzen, nach dem Beispiele des Gotteswortes, welches in dem gestrigen Wochenabschnitte den Lebenslauf eines Mannes in fünf Worten schildert: itttd dm o'dh pns rrn« na, wir sagen von dem verstorbenen -rysan«p prux P dasselbe, er war ein vollständig frommer Mann in allen seinen Generationen!