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Der Israelit · 1881-11-16 · Heft 46 (16.11.1881) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 46 (16.11.1881)
Date
1881-11-16
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1148 Jeder Mensch, der ein so hohes Lebensalter, wie der Verewigte erreichte, lebt in drei Generationen. Jede Generation hat ihre Tugenden, ihre guten Eigenschaften, und wohl auch ihre Schwächen, und Jener ist ein mon p’ia, der sein volles Leben lang die Tugenden aller seiner Generationen bk' ielt und keine ihrer Fehler annahm — ein solcher omn pns aber war -Pj/sj-i«p pnx In der ersten Generation, welcher der Verewigte in seiner Jugend angehört hatte, wurde das Studium der rwnpn mm als das Höchste, das Werthvollste gehalten, und wie hat dieser n"n das Studium derselben geübt?! Er hat sie nach dem Zeugnisse seiner größten Zeitgenossen, in ihrem ganzen Umfange und bis zu ihrem tiefsten Urgrund durch sindirt, er hat für die Verbreitung der .mm gesorgt in wahrhaft großartiger Weise! Nicht nur, daß er selbst sein ganzes volles Leben dem Thorastudium zuwandte, war er auch von seinem Jünglingsalter an, ein großer Lehrer! In dem kleinen Städtchen Jenikau weilten oft mehr fremde Talmudjünger als es einheimische Familienväter ab, aus dem kleinen Städtchen Golc-Jenikau verreitete sich -mm über ganz Israel; — und so weit die jüdische Welt reicht, beweinen Hunderte von Schülern, unter denen jetzt wohl viele sind, die selbst Meister geworden, den Mann, der ihnen als unerreichbares Ideal erschienen! Man hat das unter den andern Völkern zerstreute Volk Israel vorwurfsvoll gefragt, was habt Ihr gewirkt in Eurem Erdenwallen? Habt Ihr eine Welt unterjocht wie das stolze Rom? Habt Ihr die Kunst gefördert wie die Griechen? Habt Ihr der Nachwelt unzerstörbare Obelisken hinterlassen wie die Aegypter? Darauf haben wir nur eine Antwort, wir haben die Lehre Gottes getragen und erhalten! 'J3 ':zi> rwa ocsma?« mim n«? Und in den jüngsten Tagen haben wir erfahren, daß ein erlauchter und erleuchteter Schriftsteller, ein Mann, dessen Wort höchsten Werth und höchste Bedeutung besitzt, dessen Wort machtvoll durch die ganze Welt klingt, der edle erhabene Sohn eines edlen erhabenen Vaters — der Kronprinz Rudolf hat es ausgesprochen, daß Israel Anspruch hat an die ewige unläugbare Gerechtigkeit der Geschichte, weil es festgehalten an seinem Glauben! — Die Thora aber soll nach dem Ausspruche der Citateu- . Stelle ein Gemeingut des ganzen Volkes sein und nicht blos künstlich in einigen Instituten und Lehranstalten cultivirt werden — und in dieser richtigen Art hat b"i ,pn» 'i Pnm psün gestrebt die nun zum Gemeingut von ganz Israel zu machen! — Als der Verewigte indas Äkruuesalter trat, war schon das goldene Zeitalter der mn vorüber, . und es trat jenes ein, in welchem mttjm in den Vordergrund trat. Es regte sich allüberall, man suchte in dem Gottesdienste Ordnung herzustellen, ihn nach Kräften auszuschmücken, schöne Gotteshäuser zu erbauen u. s. f. Der Verewigte hatte dagegen gar nichts einzuwenden, daß das Gebet nicht durch Unordnung gestört werde, daß in der That alle jene Aenderungen, die Verbesserungen waren und nicht gegen den H verstießen, zur Ausführung gelangten. Der große pnsr, der alle Religionsgesetze in einer Weise erfüllte, wie nicht leicht ein Zweiter, war kein Fanatiker, kein Zelote und auch zu dem Baue dieses schönen Gotteshauses hat-er nach besten Können und Vermögen beigetragen, er hat rrnny in des Wortes schönsten, besten Sinn geübt! Als aber der Verewigte in das Greisenalter trat, da wurden die beiden Grundsäulen der moralischen Welt mnjn mm schon weniger geachtet und es war nur noch onDn nornj geblieben. Wie n'a mj/sPNp pnx geübt, darüber brauche ich nicht zu sprechen .... nSyerwp pn» 'n gab nicht ncyye, er gab — den fünften Th eil seines Einkommens hat er sein Leben lang der Woh lthätigkeit, der Armuth und religiö- Zwecken gewidmet! myc-nxp pn« "i war ein 1’mna O’on pna 2"« er hat sein ganzes volles Leben lang die Tugenden aller seiner Generationen n"n nni^u nnm geübt.. Nennet einen Zweiten, der diese Tugenden, so vollkommen, in solcher Weise ausgeübt?! Nun kam Redner wieder auf seinen ursprünglichen Text zurück, die Nothwendigkeit betonend, den unersetzlichen Verlust, den die Jndenheit erlitten, möglichst dadurch zu mildern, daß man zu dein Wege zurückkehre, aus dem der Verewigte gewandelt. Nach Oberrabbiner Hirsch betrat Kreisrabbiner Pollatschek die Kanzel. Von der Synagoge aus begab man sich auf den Friedhof, dort ergriff zuerst Dr. Guggenheimer das Wort. Er begann mit dem Verse des dieswöchentlichen Wochenabschnitttes tüx- -yumo, die Deutung unserer Weisen anführend: Abraham wurde für die Welt eine Quelle des Segens, und in trefstichen, zündenden Worten wendete er diese Stelle auf den großen Verblichenen an, der ein unerschöpflicher Quell der rrm und onon mPcj gewesen. Ties ergreifend war auch die au so passendem Orte angebrachte Talmudstelle: nm'm'tco pnxnn'ö.iDDDj no^, die dahin beantwortet wird, daß die nm durchsichtig waren, die Schrift aus beiden Seiten trugen und in ihrem Innern die ganze mm enthielten. Diese niP-Aehnlichkeit meinte Redner, sei auch bei unserem pn« vorhanden, sein Charakter war hell, klar, durchsichtig, was er aussprach, entstammte unverfälscht seinem großen edlen Herzen, und -6ye:n«p pn« 'n hatte

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