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Der Israelit · 1881-11-16 · Heft 46 (16.11.1881) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 46 (16.11.1881)
Date
1881-11-16
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXII. Jahrgang. Erke Anlage;« Ar. 46 -es Israelil Zeitungsnachrichten und Correfpondenzerr Deutschland. Frankfurt, 31. Oct. Heule früh wurde Herr S. Marx, ein geborener Mainzer, der seit Jahren als Vorstandsmitglied im hiesigen kaufmännischen Verein eine unermüdliche und pflichttreue Thätigkeit entfaltete, zur Erde bestattet. Der Verstorbene war ein überaus gewissenhafter Mensch, voll ernsten ^trebens, der sich jeder Arbeit, die er unternahm, mit ganzer Kraft widmete. Schon von früher Jugend an beschäftigte er sich eifrig mit volkswirthschastlichen Studien; er hatte vor zehn Jahren bei einer vom kaufmännischen Verein ausgeschriebenen Preisaufgabe: „Ueber Krisen des Handels und der Kreditverhältnisse" den ersten Preis erhalten und sich seitdem durch unablässiges. Studium so gründliche Kenntnisse der Nationalökonomie erworben, wie mir sie bei Laien wohl selten finden dürften. Dabei war Herr Marx ein religiöser Jude. Es wird uns mitgetheilt, daß er, um nicht am Samstag arbeiten zu müssen, einen bedeutenden Posten in einem der größten hiesigen Bankhäuser aufgegeben hat. Hanau, 2. November. Den: wegen Zweikampfes zu 4 Monaten Festungshaft verurtheilten Referendar Hugo Goldschmidt ist, der „H. Z." zufolge, der Nest der Strafzeit im Gnadenwege erlassen rvorden. Düsseldorf, 10. Oct. Der Schreinergeselle j Paul Jserat hatte auf dem jüdischen Kirchhöfe zu | Natingen Grabmonumente zertrümmert und wurde! dafür zu einem Jahr Gefängniß verurtheilt. Saalfeld, Ost-Pr., 23. Oct. Nachfolgende Entscheidung der Königlichen Regierung zu Königsberg dürste für jüd. Grundbesitzer von Interesse sein. Vor zwei Jahren wurde die hiesige evangelische Kirche einer umfassenden Renovation unterworfen. Nach Beschluß des Gemeindekirchenraths sollten alle Umlagen für kirchliche Zwecke für alle Zeiten nach Maßgabe der Grund-Gebäude-, Klassen- und Einkommensteuer ausgebracht; die im Kirchspiel wohnenden Juden aber nur nach Verhältniß der Grund- und Gebäudesteuer zu den erwähnten Umlagen herangezogen werden. Auf die von dem Gemeindekirchenrath nachgesuchte staatliche Genehmigung der qu. Beschlüsse einerseits und die Beschwerde des Kaufmann A. Jacobi andererseits, ist folgende Entscheidung erfolgt: „Dem Gemeindekirchenrath erwidern wir auf den Bericht vom 17. d. Mts., daß der unterm 20. März 1878 für vollstreckbar erklärte Beschluß der Gemeinde-Organe, wonach alle Umlagen für kirchliche Zwecke nach Maßgabe der Grund-Gebäude-, Klassen- und Einkommensteuer aufgebracht werden sollen, nicht für alle Zeiten Geltung hat, sondern allein für das laufende Verwaltuugsjahr, bezw. die laufende Etatsperiode. Mithin kann auch die staatliche Genehnügung bezw. Vollstreckbarkeitserklärung der betreffenden Beschlüsse nur immer für ein Jahr bezw. eine Etatsveriode Geltung haben. Daß der Gemeindekirchenrath auch die im Kirchspiele angesessenen Juden, wenn auch nur nach Verhältniß der Grund- und Gebäudefteuer zu den Umlagen herangezogen hat, kann nicht für gerechtfertigt erachtet werden, und ist die Beschwerde des p. p. Jacobi begründet. Denn die kirchlichen! Gemeinde-Organe sind dur berechtigt, durch ihre Beschlüsse die Mitglieder ihrer Gemeinde zu verpflichten, nicht aber fremde, anderen Eonfessioncn angehörende Personen. Der Gemeindekirchenrath wird daher von einer Heranziehung derjenigen im Kirchspiele wohnhaften Personen, welche einer anderen Eonfession angehören, Abstand zu nehmen haben, da wir die Beitreibung im Verwaltungszwangsversahren nicht zulassen können. An den Gemeinde-Kirchenrath in Saalfeld. Abschrift erhalten Ew. Wohlgeboren auf die Beschwerde vom 26. Juli. 1881 zur Kenntnisnahme. Königsberg, 30. August 1881. Königliche Regierung, Abtheilung für Kirche und Schulwesen." An den Kaufmann Herrn A. Jacobi Wohlgeboren in Saalfeld. (Israel. Wchschrst.) Oesterr. - Ungar. Monarchie. Wien. Aussehen erregt die Rede, welche Ritter Anton von Schmerling als Präsident der österr. Delegation bei Eröffnung derselben hielt. Unter Anderem berührte nämlich Herr von Schmer-

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