Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 46 (16.11.1881)
- Date
- 1881-11-16
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1139 habe zu bemerken *po -n-ft daher hat rnan wohl den für ungrade Zahlen nächsthöheren Generalnenner gewählt. ad 2. Die Bemerkung über meine Uebersetzung der Worte des Maim. (II. 3) njj? nenn wn ni lasse ich unberührt, da ja Herr Recensent schließlich auch zu gleicher Ansicht kommt. aä 8. Meine Antwort zu S. 5 betreffend; so bezog sich mein Monitum durchaus nicht daraus, daß Maim. diese Vorschriften als nvy rvsc rechnen solle, beim darüber hat derselbe sich in seiner (Einleitung zum nisan tdd mit ausdrücklicher Namhastmachnng der vorliegenden Vorschrift negirend ausgesprochen. Nur die rabbinische Vorschrift als solche, den s'i als solchen, hatte ich im Auge, und da glaube ich denn, daß auch \'vy jco die Thesis nur in dieser Eigenschaft nicht gerade als „y"c recipirt" hat, was damit zu begründen wäre, daß er selbst diese kalendarische Kenntniß als Mittel zum njitn »in -iny also nur secnndär hinftellt, und dürfte demnach das einleitende n'yp'n ws nicht gerade zu urigiren, wenigstens nicht direkt zu nehmen sei. Uebrigens wurde ich von einem Freunde daraus aufmerksam gemacht, daß schon R. Jesaias Berlin ein iow nrwn (welches Werk ich nicht besitze) das Monitinm gegen Ntaimonides anregt. Dr. I. .Hildesheimer. Zeit«ngsuachrich1en und Correspondenzen. Deutschland. München. In der Münchener Gemeindezeitung sind bereits mehrfach Tabellen veröffentlicht worden, welche mancherlei interessanten Aufschluß über die Zusammensetzung der städtischen Bevölkerung nach Geschlecht, Alter, Eivilstand und Konfession bieten. Sie beruhen auf den Ergebnissen der im Tecember vorigen Jahres vorgenommenen Zählung und Zeigen vor allem die Thatsache, daß die Einwohnerschaft seit 1875 von 198,829 auf 230,023 herangewachsen ist, also um 16 Prozent zugenommen hat. 196,849 Personen, volle 86 Prozent der Einwohnerschaft sind Katholiken, 28,580 Personen oder 12 Prozent Protestanten — 4144 Personen, das heißt also nur 2 Prozent, Israeliten. Der Nest von 5O0 Personen vertheilt sich auf Konfessionslose nnd die Angehörigen anderer als der drei Hauptkonsessionsgruppen, spielt also der Hauptsache nach keine Rolle. So bescheiden der Antheil der Nichtkatholiken an der Bevölkerung der bayerischen Hauptstadt auch ist, verdient er doch insoserne besondere Be-! achtung, als die Zunahme derselben schon seit längerer! Zeit verhältnißmäßig eine raschere ist, als die der! Katholiken. So auch wieder in den seit der letzten Zählung verflossenen fünf Jahren. Die Mehrung beträgt bei der Gesammtbevölkernng 16 Prozent, bei den Katholiken aber nur J3, bei den Protestanten dagegen 32 und bei den Israeliten 23 Prozent. Thorn*). Nach den vorhandenen ursprünglichen Statuten ist die Jacobsohnschule in Seesen zu dem Zwecke gestiftet worden der israelitischen Jugend neben einer gründlichen religiösen Erziehung eine angemessenere deutsche Bildung angedeihen zu lassen, um sie theils zu Gemeindelehrern, theils zu Handwerkern heranzubilden. Nach Bestimmung des Testators sollten nur Freischüler und in Ansnahmesällen auch einige gut geartete Pensionäre ausgenommen werden; denn er wollte keine Geschäfts-, sondern eine Wohlthätigkeitsanftalt gründen, die eine wahrhaft religiöse Pflanz- und Bildungsstätte für die Jugend sein sollte. Bei Lebzeiten des Testators und auch geraume Zeit nach dessen Tode wurde die Anstalt von den Euratoren, welche noch der väterlichen Religion treu anhingen, in diesem Sinne verwaltet. Aber seitdem die Anstalt die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militär-Dienste erhalten hat, wird nur das Augenmerk auf Erweiterung des Pensionats gerichtet. Der jüdisch-religiöse Geist jedoch ist aus dem Institute fast gänzlich gewichen. Die Jugend wird ganz freireligiös erzogen, und bricht mit allen religiösen Satzungen. Zur genaueren Kennzeichnung will ich nur einige Beispiele anführen. Bei llebernahme des Jnspectorats fand ich in der Küche nur einerlei Geschirr vor und weigerte mich deßhalb von den Speisen zu genießen. Man drohte mir hieraus sechs Wochen hindurch mit der Entlassung aus dem Amte. Als ich bei meiner Weigerung verharrte und die Stelle mit den Worten aufkündigte; Dyn yoar wvv — gab man endlich nach und die Küche wurde rituell hergestellt. Aber was nützt eine koschere Küche, wenn die Anstalt in allem Uebrigen sich außerhalb des Judenthums stellt? Am Roschhaschano machen die jüdischen Schüler Ausflüge unter Trommelschlag — wobei die jüdischen Schüler die Trommel rühren. — Am iisd dv zy wurde von maßgebender Seite den erwachsenen Schülern gesagt: „Am Versöhnungstage sollt ihr andächtig sein, aber fasten braucht ihr nicht — ich faste An merk. der Red. Dir Herr Verfasser ersucht uns diesen Artikel, der bereits in einer anderen Zeitschrift erschienen, durch Veröffentlichung in unserem Vlatte eine größere Verbreitung zu geben.