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Der Israelit · 1881-11-16 · Heft 46 (16.11.1881) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 46 (16.11.1881)
Date
1881-11-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1138 diesem selbst nicht bekannt ist. So thaten manche unsrer Vorfahren. Sie hingen Geld in den verborgenen Winkeln ans, so daß der Arme daraus unbemerkt nehmen konnte. Noch höher steigt die sechste Stufe. Da kennt man die Empfänger der Gabe; aber die Armen kennen die Geber nicht. So pflegten es unsre Voreltern zu veranstalten. Sie sandten ihre Almosen in die Wohnungen der armen Leute und sorgten dafür, daß ihre Personen, ihre Namen unerforscht blieben. Die siebente Stnfe gibt noch mehr Verdienst. Sie erzeigt Barmherzigkeit in einer Art, daß der Wohlthäter nicht die Leute kennt, denen er Hilfe bringt, und diese nicht wissen, wer ihr Wohlthäter ist. So thaten unsre frommen Väter als der heilige Tempel noch stand. Denn in diesem Heiligthum war ein Ort, genannt die Kammer des Schweigens oder der Pruntlosigkeit. Da legten die Frommen heimlich hinein, was ihnen das edle Herz zu geben gebot, und mit gleichen! Stillschweigen wurden daraus die achtungswerthen Familien erhalten. Ein ähnliches Verfahren ist es, wenn man die Gaben in die Armenkassen gibt, an deren Spitze vertrauenswürdige Männer stehen, welche die Spenden in gewissenhafter Weise znr Vertheilung bringen. Die achte und verdienstlichste Stufe ersteigt Derjenige, welcher die Barmherzigkeit im Voraus übt, indem er der Noth und dein Elende vorbeugt. Dies geschieht dadurch, daß man Denjenigen, der in seinen Geschäften zurückkönunt, aufrecht zu erhalten sucht, damit er nicht sinke, sei es durch ein größeres Geschenk oder ein zinsfreies Darlehen, sei es, daß man sich durch eine größere Summe als stiller Theilhaber an den Geschäften des Rückwärtsgehenden betheiligt und dadurch dem drohenden Verderben Einhalt thut, oder daß man dem iur Rückgänge Begriffeneu dazu verhilst, einen andern Erwerbszweig zu ergreifen, indenr man ihn ein neues Gewerbe erlernen läßt oder ihm sonstwie Arbeit verschafft, damit er im Stande sei, sich in ehrbarer Weise seinen Unterhalt zu erwerben und nicht gezwungen werde, seine Hand nach Almosen auszustrecken. Dies lehrt auch die heilige Schrift, indem sie sagt: Wenn Dein Bruder verarmt und seine Hand wankt neben Dir, so sollst Du ihm unter die Arme greisen, daß er, wäre er auch ein Fremdling oder ein Gast, neben Dir in Ehren zu leben verinag. (5. B. M. Cap. 25, V. 35.) Dies ist die höchste Stufe der Barmherzigkeit und die Spitze ihrer erhabenen Leiter. , Keplik auf die Kecenfion in Kr. 45.! Herr S. H. Deutsch hat meine Disser- I tation zum diesjährigen Jahresberichte des Rabj biner-Seminars einer Reeension unterzogen und sage ich demselben dafür wie für den sympathischen Zug, der sich durch die ganze Beurtheilung hindurck- ' zieht, den innigsten Dank, sowohl in meinem Namen, wie in dem des Seminars, dem die Anerkennung so nrtheilsfähiger Benrtheiler nur förderlich sein kann. — Der geehrte Herr Recensent hat nun dre: Stellen der Eritik unterzogen, und will ich hier meine Ansicht dariiber in Kürze aussprechen, ich unterlasse es dabei die bezüglichen Stellen meiner Schrift zu citiren, theils weil ich hoffe, daß diese selbst in den Händen vieler Leser dieser Zeilen sein wird, theils loie dieselben in Nr. 45 in vollster Ausführlichkeit entlehnt sind. Ich erwiedere nun ad 1 (die Bemerkung des Eommentar p betreffend): Alles was der Herr Recensent zur Charakterisirung des erwähnten Monitums bemerkt, habe ich selbn gesagt. „Warum noch Keiner Gleiches auf Rosa- Hasch. 25 a. gefragt?" — Nun eben, weil wie Rccensent; aber auch ich, richtig sagte, daß sich das Monitum gegen die Argumentation des Mairn. richtet und nicht auf die Thatsache selbst, weshalb die Antwort, die R. Sal. b. Ehanoch gibt, dn Schwierigkeit nicht löst. Ob man diese Bemerkung, wie Recensent durch anwa 'tdi pv'rw rnyo oder, wie ich dadurch ausdrücke, daß die Schwierigkeit nur aus den Talmud zurückgeschoben sei, ist ganz dasselbe. Unbegreiflich aber ist mir, wie der Herr Recensent aus meinen Worten herauslesen konnte, daß meine Antwort laute, daß und weil die Jssachariden diesen Generalnenner zu Grunde gelegt, wodurch ich allerdings mit meiner Eritik gegen die erwähnte Antwort des früheren Commentars in Widerspruch geriethe. Das fiel mir aber nicht entfernt ein, wovon sich der Recensent durch das coordinirende Einleilungswort, übrigens hätte überzeugen können, und habe ich die Bemerkung nur znr Ergänzung des Materials hinzugefügt. Meine Antwort ist die der größern Anzahl der Prodnctdivisoren (bei welcher Gelegenheit sich allerdings ein Druckfehler einschlich, den ich zu meinem Bedauern erst bemerkte, als die Hälfte der Exemplare bereits versendet war, während ich ihn in den übrigen schon zn Hunderten in Händen von Seminarmitgliedern befindlichen Exemplaren verbessern ließ, nämlich 3. 8. 9. für 8. 9). Die Tendenz meiner Antwort war übrigens nur eine apologetisch-negative, eben als Antwort auf die Bemerkung des Com. p, keineswegs eine positive für die Zahl 1080. Gegen die Bemerkung des Herrn Recensenten, daß in 4.360 noch mehr Zahlen aufgehen als in 3. 360,

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