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Der Israelit · 1881-11-09 · Heft 45 (9.11.1881) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 45 (9.11.1881)
Date
1881-11-09
Page
– (sequence 26)
Language
German
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1068 laßt haben, jcr.bcvn die Neigung zu einer Christin, deren Hand nur am dem Umwege am Taufbecken vorüber zu erlangen mar. * »/.Trier, 17. Och Wer das jüdische Gemeinwesen am hiesigen Orte bis zum Rabbinatsantritte des .srcrrii De. Ehrmann und der in eonsegnenter Weise sich vollzogenen Neubildung der „Religionsgesellschast" kannte, und nun Gelegenheit hat, zu beobachten, wie eine rege Entwickelung im echt jüdisch-geistigen Streben sich bemerkbar macht, der wird wohl zur Frage veranlaßt: „Welcher Kraft neben der göttlichen Macht war es möglich, einen solchen Umschwung in so kurzer Zeit zu erwirken?" Der berechtigte Fragesteller höre nur die fast allsabbatlich in der Synagoge und in den Winterabenden wöchentlich zwei Mal gehaltenen r.^-Vorträge des Herrn Dr. Ehrmann, wohne dem Unterrichte desselben in der Schule bei, gehe dann in die Privatwohnung desselben und höre, wie da die befähigteren Schüler mit klarem Verständnis; und erstaunlicher Genauigkeit y'jn und Traetate ans "Wie td mit t-jdt anfsagen; wie auswärtige, zur Aufnahme in's hiesige Gymnasium sich vorbereitende junge Leute, die am Anfänge ihres nunmehr einjährigen, hiesigen Aufenthaltes noch nicht das -c-n übersetzen konnten, nun über rn^-Traetate verhandeln, wie ein Primaner, vorzüglicher Schüler desselben, die verschiedenen m:-o mit --:dt inne hat, und er erhält die Antwort. Dessen Herz und Gemüth von den geistsprndelnden und zu Herzen sprechenden Worten nicht ersaßt, dessen jüdisches Gefühl nicht erregt, von guten Vorsätzen nicht erfüllt wird, der ist alles dessen baar. Und so hat denn auch der in diesem Blatte bereits erwähnte, von Herrn Dr. Ehrmann in's Leben gerufene, aus jungen Leuten bestehende nr-.v or'p Verein in richtiger Anerkennung seiner Verdienste einen kleinen Tribut der Dankbarkeit abgetragen, indem man ihn am Tn s:y:r- --Abend mit einem prachtvollen Pokal, mit sinnreichem Dankspruch versehen, überraschte. Ans die treffliche Ansprache des Vereinspräsidenten, Herrn A. Löb, erwiederte Herr Dr. Ehrmann unter Anderm, daß, so ungern er auch sonst Geschenke empfange, er in vorliegendem Falle die ihm gebrachte Huldigung für die von ihm vertretene, von dem Verein mit so inniger Begeisterung gepflegte heilige Sache entgegen nehme. Diese herzliche Änerkennnng sei ihm ein neuer Sporn, auch weiter den Ztvrcken des Vereins zu dienen, zu welchem Streben der Redner dann auch die Mitglieder in eindringlicher Weise anfforderte. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Pesth, ö. Oetober. Im Stadlhause von Paszto hat der hierzu delegirte Gyöngyöser Stuhlrichter Julius Ham gestern die am 2. d. begonnene Untersuchung in Angelegenheit der anti-jüdischen Bewegung in Paszto fortgesetzt. Der Stuhlrichter vernahm in Gegenwart des Pesther Advokaten, Dr. Alexander Vaisz als Vertreter der israelitischen Gemeinde, die; Angeschuldigten Adorjan Plathny und Emerich Bock. ’ Gegenstand der Vernehmung bildete hauptsächlich der Vorfall vom 25. n. M. Damals geschah es nämlich, daß Adorjan Plathny, nachdem er in der Bock'schen Kneipe gezecht hatte, mitten zwischen die vor dem israelitischen Tempel stehenden Jude:: hineinftthr und, das Hepp-Hepp-Spottlied absingenst in Begleitung der Hefe der Bevölkerung die Gaffen, der Stadt durchzog. Als die vor dem Temvst stehenden Juden sich dem Wüthenden widersetzten holte Plathny sein Gewehr, welches ihm jedoch dr: Gemeindevorsteher Emerich Hay wegnahm, ehe er von demselben Gebrauch gemacht hatte. Dieser: Thatbestand haben die gestern vernommenen Zeugen. Christen wie Inden, bestätigt; während indessen dir israelitischen Zeugen angaben, Plathny sei von Niemandem provoeirt worden, behaupten die christlichen Zeugen, Plathny sei berauscht gewesen und zu seiner Handlungsweise durch die vor dem Tempel gegenüber dem Wirthshanse stehenden jüdischen Kinder provoeir r worden, welche das^Hepp-Hepp-Lied in einer gegen Plathny gerichteten Travestirnng sangen. Ein großer Theil der jüdischen Zeugen gibt auch an, daß bei jener Gelegenheit der Tischler Kirak mit einem Sessel, der Selcher Winkler mit einem langen Messer di. Inden angegriffen hatten, unter den Rusen: „Tödstu wir die Inden!" Die Angeschnldigten und'die christlichen Zeugen stellen die-.? jedoch in Abrede. Di Angeschnldigten wie die Zeugen stimmen sämmtlstst darin überein, daß Plathny häufig die Gassen der Stadt unter Begleitung von Zigennermnsik und allerlei Gesindel durchzog, wobei der obseöne Text des Hepw Hepp-Liedes abgesungen wurde. I)r. Vaisz legst dem Stuhlrichter ein Exemplar eines in Patzzst publieirten Maueranschlags vor, dessen Tert wlgendermaßen lautet: Juden, ihr Erpresser, das ist unser erstes Wort! Kehret in euch und höret was wir wollen; denn wenn nicht, werdet ihr taufen. Wie es scheint, wollt ihr uns überlisten und größere Herren sein, als wir; allein das kann nicht so bleiben,' sondern wir Werder mit euch anders thnn, das heißt fertig werden: bn denket, weil ihr nur noch zwei Tage übrig Hab:. Conjurati. (Die Verschworenen.) Der zweite Theil des Ausrufes lautet! Geehrte Mitbürger! Lasset uns energisch gegen die Bedrückung dieses Auswuchses austreten, den.: wenn wir ihn wachsen lassen, wird er zu einer: Baume und wir müssen ihn mit der Art fällen, jetzt aber muß man ihn nur mit dem Fuße zertreten also ans, Mitbürger! Lassen wir uns nicht von dst! sein elenden, hieher eingewanderten Bastardvolke .. -

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