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Der Israelit · 1881-11-09 · Heft 45 (9.11.1881) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 45 (9.11.1881)
Date
1881-11-09
Page
– (sequence 25)
Language
German
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1067 Ansicht übercinstimmell, so wollen wir sie objectiv und sachlich widerlegen. Nur gegen solche Afterkritik, die ohne gehörige Prüfung und ohne die dazu uöthigeu Kenntnisse zu besitzen, sich das Amt der Kritik amnaßl, wollen wir unsere Stimme erheben. Die nächste Veranlassung dieser Worte bildet eine Arbeit in Nr. 40—41 des „Literaturblattes", die mir durch Zufall zu Gesicht gekommen ist. Die Arbeit betitelt sich „Die Schriften Raschis" und will Nachweisen, daß die Eom'mentare zu einzelnen Büchern der trnpn onr, welche unter dem Namen Raschi's laufen, nicht von Nasch! herrühren. Bei einzelnen ist dies wohl richtig und bekanntlich schon im „Schem Hagedolim" nachgewiesen, wie z. B. Oer Kommentar von o'ovi nm. In dieser Arbeit finde ich nun folgenden Passus; er ist zu lehrreich als daß ich ihn nicht vollständig mittheilen sollte. „Cap. 26, Vers 5 (sc. von ^two) z. St. -wynT!, wozu Raschi bemerkt =vym rrsa*. so daß r>-y^7> nterative) wiederholende Bedeutung hätte; in die'sem Sinne wird außer an dieser Stelle der •?'ysr, von Raschi sonst nie gebraucht." Letzterer Passus ist gesperrt gedruckt. Jeder Kenner, der diese Stelle lieft, wird sogleich bemerken, daß der Vers, der genannten Arbeit' die Erklärung Raschi's total mißverstanden hat. Doch davon später. Gehen wir vorläufig auf den Gedankengang des Verfassers ein. Was soll nun diese Glosse beweisen? Daß der Commentar zu den Proverbien nicht von Raschi ist? Nun so möge doch der Verfasser einen anderen der älteren Autoren namhaft machen, der dem Hiphil iterative Bedeutung zuschreibt. Meines Wissens findet sich kein solcher, und der Verfasser würde auch keinen finden; denn der Hiphil hat wohl eausatioe, aber nicht iterative Bedeutung. Die sogenannten intensiven Hiphilstämme gehören in eine andere Kategorie. Zugegeben aber, daß dem so sei, wie denkt sich denn der Verfasser diese Bedeutung in den Worten *pyni nPsr-? Kann das wohl heißen: Du sollst wiederholt Hinsehen? Zn diesem Sinne kommt n^sy nicht vor, und kann auch nicht diese Bedeutung haben. Um nun zur richtigen Erklärung dieser Raschi zu gelangen, so ist es klar, daß Raschi, wie dies seine Art an unzähligen Stellen ist, sich auf das Dargum (Exodus 26, 9) bezieht, welches daselbst r^sy, mit rpjrni übersetzt. Raschi nimmt nämlich das Wort eyynn vom Stamme rpy doppelt sein, welches in nsy rto (Secharjah 5, 1) „eine doppelt beschriebene Rolle", wie es die Weisen des Talmuds nehmen, wiederkehrt. Das Schließen der Augen, wodurch die beiden Augenwimpern sich Zusammenlegen und gleichsam wie doppelt und zusammcngemltet erscheinen, soll durch yyy «vym ausgedrückt werden; und darauf bringt nun Raschi einen Beweis aus dem Targum, daß rpy." verdoppeln heißt. Es ist also nicht nur kein Beweis von dieser Stelle gegen die Autorschaft Raschi's, sondern im Gegentheil ist es eine bei Raschi sehr oft wiederkehrende Erscheinung, daß er das hebräische Wort sammt dem Targum anführt, ohne das erklärende 'ou-n | hinzuznsetzen, und dürfte als ein Beweis für die j Autorschaft Raschis gelten. R. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. D e n t s ch l a n d. Mainz, 26. Oet. Der berühmte Naturforscher und Srmithologe Herr Dr. Alfred E. Br eh in aus Berlin hielt gestern Abend im hiesigen kaufmännischen Verein einen interessanten Vortrag über „Unsere Zug- und Wandervögel unterwegs und in der fremde." Unter Anderem behauptete Redner, daß es wissenschaftlich fesigestellt sei, daß es unter den Vögeln bedeutend mehr Männchen wie Weibchen gäbe. Letztere seien daher sehr stark umworben, während Erstere, die in ihrer Heimath keine Gattin gefunden, oft längere Zeit in der Welt umherziehen, auf einen günstigen Zufall bauend, vielleickst einmal die Wittwe eines verunglückten Vogelmännchens erobern zu können. Redner erzählte, daß er aus Jagden h\ stets Veranlassung genommen habe, die Vogelmutter zu schonen und sogar einmal aus einer Jagd den Kronprinzen von Oesterreich, der ein seltenes Vogelpaar entdeckte, gebeten hatte, nur das Männchen zu erlegen und dem Weibchen das Leben zu schenken. Wer wird aus diesen Beobachtungen nicht auf's Reue die Weisheit des Verbotes erkennen bei Aushebung eines Vogelnestes die Bogelmntter zu tödteu? Bergl. f. 140 B. Schulchan Arnch Zoreh Deah E. 292 §. 7. O. L. Berlin. Wie die „Kösl, Zrg." meldet, sind am Sonntag der vergangenen 'Woche in der Synagoge zu Pollnom abermals Fensterscheiben und Rahmen zertrümwen worden. Auch sind die Helden dieser 7bat durch das Fenster der Synagoge gestiegen und haben dort drei neue Fenster-Rouleanr abgeschnilten und entwendet. Es ist dies bereits das drille Mal, daß eine Beraubung des jüdischen Tempels in Pollnow stattgesnnden hat. Frankfurt a. M, 0. Ort. Ter „Ff. Ftg." wird von hier geschrieben! Heine ließ sich ein Fude durch Herrn Pfarrer v. Seidewitz taufen. Aber nickt die Ueberzeugung, daß das Christenchnm die bessere Religion sei, toll den chnden zn diesem schritte voran-

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