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Der Israelit · 1881-11-09 · Heft 45 (9.11.1881) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 45 (9.11.1881)
Date
1881-11-09
Page
– (sequence 18)
Language
German
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1130 Einschreiten des Staatsanwalts soll durch alle Instanzen gefordert werden. (Diese Nachricht ist inzwischen dcmcntirt worden,) Der Staatsanwalt erhob Anklage gegen den Redakteur des eingegangenen Henricischen „Reichsherold" und gegen den Verfasser des darin publicirten Gedichtes, welches die Vertreibung der Juden ans Deutschland forderte. Oesterx. - Ungar. Monarchie. Fünfkirchen. Ein schönes Fest wurde dieser Tage in Fünfkirchen begangen. Der dortige allgemein geachtete Bürger I. W. Trenschiner, der im vorigen Jahre einen Haupttreffer von 200,000 fl. machte, hat der isr. Gemeinde von Fünfkirchen ein Haus im Werthe von 60,000 fl. zum Geschenke gemacht; das Erträgniß des Hauses soll zu Tempelnnd Schulzwecken verwendet werden. Sonntag Abends fand die Einweihung des Hauses durch ein glänzendes Banket statt, an dem die ganze Intelligenz der Stadt theklnahm. (Neuz.) F r a n k r c i ch. Paris. (Monatsbericht sAugnst und September) der „Alt. Isr. Univ." — Forts, u. Schluß.) Ein edles Wert, das ein aufgeklärter und liberaler Fürst gesprochen, ließ denken, daß ^russischen Israeliten berufen seien, das Judenthum in Spanien wieder aufleben zu lassen; cs war eine unüberlegte Hoffnung. Die russischen Israeliten kennen weder die Sprache, noch die Gewohnheiten und Sitten Spaniens, da sic niemals zu diesem 2aude Handelsbeziehungen hatten, und können, da sie ohnehin in keiner Weise vorbereitet sind, unter einem Volke lateinischer Race zu leben, um so weniger daran denken, eine Zuflucht in diesem Lande zu suchen, welches übrigens selbst peinlich arm ist, als Nichts darauf hinzuwcifen scheint, daß das spanische Volk trotz der Fortschritte, welche die Ideen der religiösen Toleranz bei ihm gemacht haben, wenigstens in seiner Masse zur Aufnabme der Inden schon vorbereitet sei, und daß die gegenwärtigen Gesetze, welche in Beziehung auf die religiösen Dissidenten gewisse Auönahmemaßregeln enthalten, derartig abgeändert werden könnten, um cs israelitischen Einwanderern zu ermöglichen, in Spanien Gemeinden zu bilden, Synagogen öffentlich zu eröffnen, Friedhöfe zu erwerben unn schließlich in diesem neuen Vaterlande die bürgerliche und staatliche Gleichberechtigung zu erlangen. Es bliebe also Nichts übrig, als von diesem den russischen Israeliten gegebenen eclatanten Sympathie-Beweise Spaniens eine dankbare Erinnerung und eine Hoffnung für die Zukunft zu bewahren. Eilt anderer Plan wurde der Alliance vor Allem seit den ersten Tagen der Verfolgung und wird ihr noch jetzt täglich als eine große Maßregel des Heils vorgefchlagcn; alleWclt hat von dem Projekt eines Engländers sprechen hören, ein sehr großes Terrain am linken Ufer des Jordan zu kaufen unb mit den Juden von Palästina oder anderer Länder zu colonisiren. Diejenigen Personen, welche die bezüglichen Verhältnisse genau kennen, haben diesen Vorschlag stets nur als eine hochherzige Utopie betrachten können. Schon allein die Nothwendigkeit, 25 bis 50 Millionen Francs aufzubringen, würde beweisen, daß die praktische Ausführung desselben eine absolute Unmöglichkeit ist. Dennoch hat die weite Verbreitung, welche dem genannten Vorschläge des Herrn Oliphant gegeben worden, in Verbindung mit dem unleugbaren Reiz, den Palästina ans die Phantasie ausübt, zur Folge gehabt, daß die armen russischen Israeliten nach Palästina auszuwaudern dachten, um sich dort zu Ackerslcntcn zu machen; sie haben nicht überlegt, daß Palästina ein armes Land ist, wo kein Handel, keine Industrie, keine Straßen, keine Eommunicationsmittcl eristireu, daß die Israeliten, die jetzt dort wohnen, in Roth sich befinden und größtentheils nur von den Almosen leben, die man ihnen vom Anslande schickt. Tie Ankunft von Einwanderern könnte keine andere Wirkung haben, als die Roth daselbst zu steigern, indem sie ein neues Eontiugeut von Armen hinbrächte. Die Leute, die sich dorthin begeben wollen, um das Land 51t bebauen, haben überhaupt nicht daran, gedacht, daß malt, um Ackerbau zu treiben, vor Allen'. Ackersmann sein muß und man cs nicht von einem Tage zum anderen werden kann; es. bedarf hierzu einer Erfahrung und Praxis von mehreren Jahren, der besonderen Kemrtniß des Landes, des Klimas; ohne solche unerläßliche Vorbereitungen ist jedes Niederlassungspreject zum Betriebe des Ackerbaues von vornherein zum Scheitern verurtheilt. Allerdings cxistirt in verschiedenen Ackcrbaucolonicn von Rußland eine Anzahl von Ackersleuteu, aber sie reichen nicht hin, um Eolonien zu dir», ^iren, welche sich im Auslande nied erlassen sollen, und haben im Allgemeinen nicht das Verlangen auszuwandern. Es blieb daher, nach Verwerfung dieser Vorschläge, der Alliance nichts Anders übrig, als zwei Maßregeln ins Auge zu fassen, die einzigen praktischen, die einzigen, welche Garantien für bcn Erfolg bieten; l) Die Unterstützung der Einwanderung ins Innere Rußlands für diejenigen Israeliten, welche das Recht Hab ei'., sich dort niederzulafsen; 2) Unterstützung der Auswanderung nach Amerika. Die Einwanderung ins Innere Rußlands ist in einem gewissen Maste möglich; denn das Gesetz gestattet die Niederlassung im Innern gewissen Kategorien von Israeliten, wie z. B. Kaufleuren erster Gilde, Künstlern, früheren Soldaten, Diplomirten verschiedener Art w. Eine Einwanderungs - Bewegung in ^diesem Sinne hätte den Vortheil gehabt, sich leicht zu vollziehen, und hätte in einer mehr oder weniger entfernten Zukunft die Aufhebung der in zahlreichen Provinzen bciu

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