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Der Israelit · 1881-11-09 · Heft 45 (9.11.1881) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 45 (9.11.1881)
Date
1881-11-09
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1123 Vorstrafen des Angeklagten und auf die bereits gekennzeichnete ungemeine Leichtfertigkeit des Handelns des Angeklagten Rücksicht genommen worden. Oesterr. - Ungar. Monarchie. BudapeO, 20. Dct. Zum Beginne des Schuljahres 1881/2 kam es zu wiederholten Malen vor, daß jüdische Wern ihre Kinder in den städtischen schulen als „konfessionslos" einschreiben ließen. Das wäre durchaus nicht erwähnenswerth. Aber ein Fall hat sich ereignet, der allerdings verdient, der Oeffentlichkeit übergeben zu werden. In der Jnnerstädter Elementarschule verweigerte Direktor L ed e inst mit vollem Rechte die Aufnahme eines Kindes, weil Tr. Manheim er, der Later desselben, sich weigerte, seinem Kinde irgend einen Religionsunterricht ertheilen zn lassen; der Director konnte nicht anders Vorgehen, weil Religion als obligatorischer Gegenstand gehört werde muß. Dr. Manheim er trat gegen die Nichtzulassung seines Kindes beim Magistrate klagbar aus, Bürgermeister Kammermayer beauftragte in Folge dessen den Direktor das Kind aufzunehmen, und da dasselbe konfessionslos ist, vom Religionsunterrichte zu dispensiren. Damit war's jedoch nicht abgethan. Der Cultusminister Trüfort gab dem Magistrate die Weisung, an sämmtlichen hauptstädtischen Schulen den ministeriellen Befehl kund machen zu lassen: jedem Kinde ausnahmslos die Aufnahme zu verweigern, so dasselbe — gleichviel aus welchem Grunde immer — sich weigert dem Religionsunterricht anznwohnen. Die schon Anfgenommenen müßten ebenfalls am Religionsunterricht theilnehmen, und im Weigerungsfälle seien dieselben vom Schulbesuchs auszuschließen. Der Budapester isr. Handwerks- und Ackerbau- Verein hielt gestern unter dem Vorsitze des Direktor Dr. Armin Schönberg eine Ausschüßsitzung. Der Vorsitzende berichtete, daß Baron Hirsch das ihm durch eine Deputation des Vereines überreichte Ehrendiplom huldvoll entgegengenommeu. Weiters berichtete er, daß die Prüfung in der Landes-Agriculturschule „Jstvüntelek" glänzend ausgefallen und der Handwerksverein vier Zöglinge daselbst untergebracht hat, welche zu den schönsten Hoffnungen berechtigen. Auch wurde, vom Ausschüsse beschlossen, daß im heurigen Schuljahre vier Stipendisten des Vereines die Staats- Gewerbemittelschule besuchen sollen. An den jüngsten Israel. Festtagen gingen dem Vereine an Tempelspenden über 250 fl. zu. Nachdem der Stand der Zöglinge bis auf 80 gesunken, wurde beschlossen, demnächst neue Zöglinge aufzunehmen. I). H. S. Losorrez, 30. Oct. In der Nummer 43 Ihres gesch. Blattes lese ich eine von einer achtbaren Perz son assignirte Mittheilung, wonach im Eafo Selmezi i dahier gegen den bei Herrn A. Herz arbeitenden Ge-; Hilfe eine Judenhetze provocirt worden sei. Diese! Nachricht ist nicht ganz richtig; denn der be-! trunkene Schneidergeselle hat seine wohlverdiente Zu-! rechtweisung nicht aus dem Grunde bekommen, weil er ein Jude ist; diese hätte er auch als Christ bekommen. Die Einwohner von Lofoncz sind viel zu tolerant, um eine solche That an begehen. Auch die von Paßta gebrachten Mittheilnngen sind übertrieben. Wenn einzelne moralisch herabgekommene Personen in Ungarn die Juden angreifen, werden sie verachtet, aber sie finden keinen weiteren Anklang. L. L. F v a n kr e i ch. Paris, 27. £ct. Der „Board of delegates“ der amerikanischen Israeliten, welcher sich mit so großem Eifer mit der Aufnahme der russischen Israeliten, welche nach Amerika nuswandern, befaßt, dem man aber von verschiedenen Seiten nicht ausgesuchte, für die Feldarbeit untaugliche Auswanderer zngeschickt hat, bittet uns, folgende Mittheilung zu veröffentlichen: 1) Der „Board“ zu New-?)ork wird nur eine beschränkte, durch ein Eomitö der „Alliance Isr." ausgesuchte Anzahl von Auswanderern anfnehmen. 2) Für alle übrigen ist keinerlei Versprechung durch den „Board“ zu New-Iork gemacht worden; die gegentheiligen Versicherungen von Berlin oder anderswoher, können den Auswanderern nur Schaden bringen. 3) Die Auswanderer, die nicht durch das Eentralcomitö der „Alliance Isr. Univ." geschickt worden, sind auf ihre eignen Kräfte angewiesen, und können von dem die Aufsicht über die Auswanderer führenden Staatscommissär zurückgeschickt werden. Für das Eentralcomittz der „Alliance Isr. Univ.": Isidor Löb. Feuilleton. Geschichte der Juden in Trier, x. Heber die Ursachen der erwähnten Verfolgung der Inden zn Trier im Jahre 1673 ist nichts Näheres bekannt. Es sind jedoch noch ungedruckte Urkunden vorhanden, ivelche über Ausschreitungen gegen die Juden in den Jahren 1666, 1687, 1707, 1713 und 1723 berichten, die aus purem Muthwilten von Studenten der damaligen katholischen Universität zu

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